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Pulverturm (Prašná brána)

Eine der auffallendsten Sehenswürdigkeiten des spätgotischen Prags aus dem Jahr 1475 ist ein monumentaler Zugang in die Altstadt, durch den die Krönungsumzüge der tschechischen Könige die Stadt betraten. Der Pulverturm, der früher als Lager für Schießpulver diente, eröffnet auch heute den Krönungs- oder Königsweg auf die Prager Burg. Der Aussichts-Wandelgang befindet sich in 44 Meter Höhe.

Pulverturm (Prašná brána), Na Příkopě, Praha 1 - Staré Město, 110 00
Web: http://www.muzeumprahy.cz/prazske-veze/, e-mail: muzeum@muzeumprahy.cz
tel.: +420725847875

Öffnungszeiten

November – Februar

ganze Woche
10.00 – 18.00

März

ganze Woche
10.00 – 20.00

April – September

ganze Woche
10.00 – 22.00

Oktober

ganze Woche
10.00 – 20.00

Eintrittspreise

Grundpreis

90 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

65 Kč

Eintrittspreis für Familien

250 Kč

Objekt geschichte

 

Der Pulverturm, eines der ausdruckvollsten Denkmäler des spätgotischen Prags, wurde an der Stelle des verkommenen ursprünglichen Bergturms, genannt „Zerlumpt“ (Odraná), stammend aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, gebaut. Durch den Pulverturm ging in die Stadt eine der Hauptstraßen aus Ostböhmen ein, insbesondere aus Kuttenberg. Hier gingen auch auf das Gebiet der Stadt Krönungszüge der böhmischen Könige ein. Der Pulverturm leitet damit den Krönungs- oder Königsweg auf die Prager Burg ein. Der Grundstein wurde im Jahre 1475 gelegt, der Bau wurde vom Baumeister Wenzel geleitet, seit 1478 machte Matthias Rejsek weiter, der zum Teil auch eine reichhaltige bildhauerische Verzierung durchführte. Der Turm wurde am Boden des Burggrabens ca. 9 m unter dem heutigen Gelände gegründet. Später wurde der Graben verschüttet, nach der Gründung der Neustadt verlor er seine Bedeutung und auch die zur Durchfahrt führende Brücke verschwand. Seit 1488 blieb das Tor offensichtlich deshalb unvollendet, weil die königliche Residenz von der Altstadt wieder zurück auf die Burg umzog. Weitere Bauarbeiten wurden erst 1592 in der Zeit des Bürgermeisters Krocin von Drahobejl wieder aufgenommen, damals wurden ein neuer Eingang und eine Wendeltreppe (diese wird bis heute genutzt) gebaut. Vorher gab es nur einen Zugang durch den Laubengang vom Königlichen Hof. Der heutige Name Pulverturm (ursprünglich Neuturm) wird seit Anfang des 18. Jahrhunderts genutzt, als das Tor als Schießpulverlager diente. Im Jahre 1757 wurde er durch die preußische Schießerei beschädigt und im Jahre 1817 wurde jegliche beschädigte plastische Verzierung entfernt. 1823 wurden am Turm Uhren angebracht, später wieder beseitigt. Der heutige Stand stammt aus den Jahren 1875 - 1886, als Pulverturm restauriert und im pseudogotischen Stil durch den Architekten Joseph Mocker unter Mitwirkung bedeutender tschechischer Bildhauer z.B. Bohuslav Schnirch und Ludvík Šimek nachgebaut wurde. Die erste Etage wurde vom Baumeister mit einem Sterngewölbe, die zweite Etage mit einem Netzgewölbe gewölbt. Die Durchfahrt verfügt über ein Netzgewölbe und das Tor ist mit einem Umgang und einem Meißeldach abgeschlossen. Die erste Etage von der Seite der Celetna-Straße (Aussprache: Zeletna) verzieren Statuen der Herrscher Georg von Podiebrad und Vladislaus II., von der anderen Seite Přemysl Ottokar II. und Karl IV. Die Statuen der Könige sind von Wappen der Länder umgeben, die sie regierten. In den Ecken sind Allegorien der Herrschertugenden. Über den Herrscherstatuen sind geflügelte Engel und auf den vier Ecksäulen ein Löwe mit dem Wappen der Prager Altstadt. In der Höhe der zweiten Etage sind Statuen der böhmischen und tschechischen Schirmherren und Heiligen, in der Mitte auf der Ostseite ist Christus, auf der Westseite ist die Jungfrau Maria mit Kind. Die Frontseite in die Celetná-Straße trägt die Adam- und Eva-Statuen, die gegenüberliegende Frontseite dann die St. Peter und Paulus Statuen. An der Zinne gibt es Wappen der böhmischen königlichen Städte. Über der Durchfahrt im Osten ist die Brust eines Ritters mit einem Band und einer lateinischen Aufschrift mit folgender Bedeutung: Sieh mal, Prag. Ehrliche Mutter, betrügerische Stiefmutter bin ich; diese sollen fliehen und diejenigen kommen, die von sich selbst Wohl fordern. Auf der Westseite ist die Brust von Matthias Rejsek, der ein Band mit folgender lateinischer Bitte hält: Ó Bürger, verzeih unbraven gesetzlos lebenden Menschen, mir, dem Edelbehälter gegenüber, gewalttätig zu sein. Auf der ans Gemeindehaus anliegenden Seite sind Reste der gotischen Plastikverzierung, die leicht skandalöse Erscheinungen darstellt. Von der Gemeindehausseite gibt es zwischen den Etagen einen Sondererker, der als Kloset diente. Das Schieferdach mit vier 6 m hohen Ecktürmen ist am Umgang mit unterschiedlichsten Unterschriften der Besucher besät, die ältesten stammen aus den Jahren 1821 und 1844. Die Gesamtreparatur wurde in den Jahren 1961 - 1963 durchgeführt, die Teilrenovierung der bildhauerischen Verzierung im Jahre 1992 vorgenommen. Der Pulverturm ist 65 Meter hoch, der Aussichtsumgang liegt 44 Meter hoch, die Wendeltreppe zählt 186 Steinstufen.

 

 

 

 

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