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Kirche der Siegreichen Jungfrau Maria - Prager Jesulein (Kostel Panny Marie Vítězné –Pražské Jezulátko)

Frühbarocker Bau aus dem Jahre 1611, vom Karmeliterorden in den Jahren 1634–1669 umgebaut. Die Kirche ist dank der Statue des Prager Jesuleins, die aus Spanien stammt und den Karmelitern von Polyxena aus Lobkowicz (1628) geschenkt worden ist, berühmt. Das Jesulein benützt zwei Kronen und etwa 46 Gewänder, die nach Altprager Zyklus zehn Mal pro Jahr nach Jahreszeit gewechselt werden. Aus den Gewändern und weiteren religiösen Gegenständen wurde hier ein kleines Museum eingerichtet.

Kirche der Siegreichen Jungfrau Maria - Prager Jesulein (Kostel Panny Marie Vítězné –Pražské Jezulátko), Karmelitská 9, Praha 1 - Malá Strana, 118 00
Web: http://www.pragjesu.cz, e-mail: mail@pragjesu.info
tel.: +420257533646

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Montag
08.30 – 19.00
Dienstag
08.30 – 19.00
Mittwoch
08.30 – 19.00
Donnerstag
08.30 – 19.00
Freitag
08.30 – 19.00
Samstag
08.30 – 19.00
Sonntag
08.30 – 20.00

Regelmäßige römisch-katholische Gottesdienste

Sonntags

•10.00 tschechische Messe

•12.00 englische Messe

•17.00 französische Messe

•18.00 italienische Messe

•19.00 tschechische Messe

Montags – Mittwochs

•9.00 tschechische Messe

•18.00 tschechische Messe

Donnerstags

•9.00 tschechische Messe

•17.00 englische Messe

•18.00 tschechische Messe

Freitags

•9.00 tschechische Messe

•18.00 tschechische Messe

Samstags

•9.00 tschechische Messe

•17.00 spanische Messe

•18.00 tschechische Messe

AUSSTELLUNG

Eine Ausstellung über die Karmelitermission in Afrika.

Museum des Pražské Jezulátko (Prager Jesuleins)

Verkauf von Souvenirs und Devotionalien

•Mo – Sa: 9.30–17.30, So 13.00–18.00

Die Kirche wird nicht beheizt.

Eintritt – freiwillige Spende

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Programme

Objekt geschichte

 

Die Kirche wurde in den Jahren 1611 - 12 durch deutsche Lutheraner gebaut und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht. Der Name des Architekten dieses ersten Barockbaus in Prag ist unbekannt. Der Bau ist allerdings der Kirche in Neuburg an der Donau von rudolphinischen Hofkünstler Joseph Heintz sehr ähnlich. Es ist wahrscheinlich, dass seine Konzeption vom kaiserlichen Architekten Giovanni Maria Filippi umgesetzt wurde. Nach dem Sieg der Gegenreformation schenkte die Kirche Ferdinand II. im Jahre 1624 zur Belohnung dem Orden der Barfüßigen Karmeliter, die sich um den Sieg des Kaiserheers in der Schlacht am Weißen Berg verdient machten. Diese weihten sie der Siegreichen Jungfrau Maria, bauten sie um und erbauten in deren Nachbarschaft ein Kloster. Die heutige Frontseite wurde in den Jahren 1636 - 1644 aus der Geldtasche des Generals Balthasar de Marradas gebaut. Ursprünglich, als hier lutherische Protestanten ihren Sitz hatten, war der Eingang in die Kirche von der Laurenziberg-Seite und der Altar wurde traditionsgemäß ostwärts orientiert. Um den Stil der Katholiken von den ursprünglichen Protestanten zu unterscheiden, wurde eben der Eingang in die Kirche auf der gegenüberliegenden Seite gefertigt, d.h. in die heutige Karmelitská-Straße. Im Barock kümmerte man sich mehr um den gesamten Bau als um die traditionskonforme Orientierung der Kirche. Die Karmeliter bauten in der ursprünglich einfachen Einschiffkirche einen Kirchenchor, ein tiefes Presbyterium und einen Turm. Am Kloster wurde der Seminargarten aufgebaut, wo in kleinen künstlichen Seen Frösche und Fische für das Fastenmahl gezüchtet wurden. Das Karmeliterkloster wurde 1784 unter der Regierung von Joseph II. aufgelöst und die Kirche ging unter die Verwaltung der maltesischen Ritter über. In der Gegenwart wird sie wieder von den Karmelitern verwaltet.
Der frühbarocke Haupt-Altar aus dem Jahr 1716 ist durch die Schwarzgoldabwechslung charakteristisch. Er wurde von Johann Ferdinand Schor geregelt, es schmückt ihn eine neue Madonna-Skulptur von Jindřich Čapek Senior. An der Wand des Presbyteriums hängt ein Gemälde des Propheten Elias von Peter Brandl, von ihm sind auch die Gemälde an den Seitenaltären: Hl. Joseph, Hl. Simon und die Hl. Joachim und Anna aus dem Jahr 1722. Am Altar der Hl. Theresia sind Gemälde von Johann Georg Dietrich und Skulpturen von Johann Georg Bendl. Die meisten Werke, die den Kircheninnenraum schmücken, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Links vom Eingang ist das spätgotische Taufbecken aus Marmor, der von der Kirche der Jungfrau Maria unter der Kette hierher verlagert wurde.
Im Kirchenturm gibt es drei Glocken, zwei, obwohl übergossen, sind originell. Die mit der tieferen Stimme, das Werk des Glockengießers Briksi von Cimburg aus dem Jahr 1595, wurde Johannes Huss benannt, nach dem Übergießen im Jahre 1829 benannte sie der Glockengießer Karl Bellmann als Johannes der Täufer. Die kleinere der beiden Glocken heißt Hieronymus. Beide stammen aus den Zeiten, als die Kirche von den Lutheranern verwaltet wurde. Nur die dritte Glocke wurde im Jahre 1718 von den Karmelitern angeschafft.

 

Unter der Brücke gibt es eine ausgedehnte Krypta aus dem Jahr 1666 mit Reliquien der Karmeliter und deren Anhänger aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie ist in einem schlechten Zustand, weil dort in der Vergangenheit mehrere Male Wasser eindrang und die mumifizierten Körper zum Großteil beschädigte. Bis 1716 wurden hier über 200 Personen beigesetzt. Außer den Karmelitern auch z.B. der spanische Heerführer Don Baltasar de Marradas, Barbara von Waldstein, das Geschlecht Dietrichstein, aber auch zum Beispiel die bekannte Schönheit Theresia Fröhlich, die hier einer Sage nach am Tag ihrer Vermählung starb, als sie einen Bräutigam heiraten sollte, den sie nicht wollte. Es erhielten sich auch einige Särge mit sterblichen Überresten von Kindern. In den letzten Jahren wurde die Krypta zum Großteil umgestaltet, es verschwanden die gemalten Originalsärge mit einem Zierbeschlag und die meisten Mumien wurden verlagert. Hier wurden nur drei belassen, die am meisten erhalten blieben. Sie sind in Glassärgen. Die Krypta ist für die Öffentlichkeit unzugänglich.

 

Seit 1628 ist in der Kirche die berühmte Skulptur des Prager Jesuleins untergebracht, in den katholischen Ländern ist es als Bambini di Praga bekannt. In der Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Skulptur von der Braut des böhmischen Oberstkanzlers Vratislaus von Pernstein, Maria Maximiliana Manriquez de Lara, nach Böhmen mitgenommen. Später widmete sie die Skulptur ihrer Tochter Polyxena zur Hochzeit mit Wilhelm von Rosenberg zum Schutz des engsten Familienkreises. Erst in der zweiten Ehe nach dem Tod Wilhelms von Rosenberg hatte Polyxena mit Sidonius Adalbert Popel von Lobkowicz (auch Lobkowitz geschrieben) den Sohn Wenzel Eusebius. Die Skulptur sollte traditionsgemäß an die Tochter übergehen, und so schenkte sie Polyxena dem Karmeliterorden. Später wurde die Skulptur mit einer Legende über eine Wunderhilfe bei Pest, Ausplünderung usw. in Verbindung gebracht, weil das Kloster bei mehreren solchen Ereignissen verschont blieb. Während des Dreißigjährigen Kriegs ging die Skulptur verloren, entdeckt wurde sie im Jahre 1638 mit abgebrochenen Armen und musste repariert werden. 1651 wurde sie bei einem Bittgang durch Prag getragen und erhielt das Prädikat „Unser liebes Prager Jesulein“. Nach der Auflösung des Klosters wurde das Jesulein von Schwestern des Ordens der englischen Jungfrauen beaufsichtigt. Die Leute wandten sich an die Skulptur immer wieder mit Bitten um Hilfe, am meisten wird sie in Spanien, Italien, den Lateinamerikaländern und auf den Philippinen verehrt. Die Jesulein-Skulptur half sogar den Missionären vor 400 Jahren bei der Vereinigung der Philippinen. Das Geschenk der Jesulein-Kopie brachte damals auf die Inselgruppe, wo permanent gekämpft wurde, den gemeinsamen Abgott, der die Vereinigung bedeutete.
Die berühmte Wachsskulptur ist eine spanische Arbeit aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist 45 cm groß, das Innere ist mit einem Leinen bezogen und mit Wachs beschichtet. Das ursprünglich schwarze Haar wurde später auf hell gefärbt. Den rechten Arm hat sie zum Segen gehoben, in der linken Hand hält sie eine vergoldete Erdkugel mit einem Kreuz, auf der Brust hat sie ein großes Kreuz. Sie ist im 1776 von Franz Lauermann geschaffenen Mittelaltar rechts untergebracht, der aus künstlichem Marmor hergestellt wurde und mit Skulpturen von Peter Prachner geschmückt ist. Im Jahre 1741 wurde vom Kleinseitner Goldschmied Johann Pakeni für die Skulptur ein silberner Kasten gefertigt.
Das Jesulein benutzt 2 Kronen und etwa 100 Kleider. Die Gewohnheit, das Jesulein anzuziehen, ist uralt. Sehr alt ist auch die Funktion seiner Garderobenfrauen, die seit 1747 den englischen Jungfrauen anvertraut wird. Die Kleider werden 10x jährlich je nach Feiertagen gewechselt. Zum Beispiel zu Ostern ist das Kleid weiß, am weißen Sonntag rot, zu Advent violett usw. Am bedeutendsten ist das Kleid, das selbst von Maria Theresia eigenhändig genäht wurde (grün mit einer goldenen Stickerei), es sind darunter zum Beispiel auch chinesische oder vietnamesische Anzüge oder ein 1996 vom spanischen Geschlecht Manriquez de Lara geschenktes Kleid, genäht aus einer altertümlichen Priesterbekleidung usw. Aus den Bekleidungsstücken und weiteren religiösen Gegenständen wurde ein kleines Museum aufgebaut.
Am 17.9.2007 wurde im Seitenaltar die Kopie der Skulptur der Jungfrau Maria aus dem Wallfahrtsort Aparecida (Brasilien) untergebracht.

 

 

 

 

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