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Písek-Tor (Písecká brána)

Das Písek-Tor war einst Bestandteil der barocken Befestigungsanlage Prags, bekannt als „Mariánské hradby". Es ist eingekeilt zwischen der Bastei des Heiligen Georg (tsch.: bašta sv. Jiří) und der Heiligen Ludmila (bašta sv. Ludmily). Sie finden das Tor nahe dem Lustschlösschen der Königin Anna, nahe der U-Bahnstation „Hradčanská". Nach der Besichtigung der Galerie können Sie das angenehme Kaffeehaus besuchen, das Bestandteil des Objekts ist.

Písek-Tor (Písecká brána), K Brusce 5, Praha 6 - Hradčany, 160 00
Web: http://www.piseckabrana.cz, e-mail: info@piseckabrana.cz
tel.: +420233321313, +420724737352

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Dienstag
11.00 – 19.00
Mittwoch
11.00 – 19.00
Donnerstag
11.00 – 19.00
Freitag
11.00 – 19.00
Samstag
11.00 – 19.00
Sonntag
11.00 – 19.00

Objekt geschichte

Písek-Tor

Von sieben Toren, die in der Barockzeit die Prager Wälle und Befestigungen vervollständigten, erhielten sich bis heute nur drei: das Tabor-Tor und das Leopold-Tor auf Wyschehrad und das Pisek-Tor auf Hradschin. Das Pisek-Tor war ein Bestandteil der Barockbefestigung am linken Ufer der Moldau. Im Festungswerk waren außerdem noch das Strahov-Tor und das Újezd-Tor und zwanzig nach heiligen Schirmherren benannte Basteien. Die Befestigung hieß Marienfestungswerk nach der kleinen Kirche der Jungfrau Maria Hilfe an den Schanzen, die in der Nachbarschaft des Pisek-Tors lag. Die kleine Kirche erbaute in den Jahren 1756 - 61 der Architekt Anton Fidelis Palliardi. Ihre Hinterlassenschaft ist ein kleines Haus des Zolleinziehers. Das Marienfestungswerk wurde in der zweiten Hälfte des 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgebaut, es lief vom heutigen Gebäude des Ministerpräsidiums aufwärts und dann über einen gewaltigen Bogen zum Strahov und über Laurenziberg zurück zur Moldau. Das Festungswerk beschränkte das Leben in der Stadt, es wurde je nach Jahreszeit geöffnet und geschlossen. Noch in der Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen die Tore im Sommer um 21 und im Winter um 20 Uhr zu, wer diese Uhrzeit verpasste, der kann das Tor gegen eine passende Gebühr passieren. Auch das barocke Festungswerk konnte die Stadt im Krieg nicht schützen und außerdem verhinderte es den Aufschwung Prags. Niedergerissen wurde es im Jahre 1898. Nur das Pisek-Tor erhielt sich, die restlichen Tore müssen dem Ausbau der Stadt weichen. Das Pisek-Tor bewahrte vor dem Abriss seine Lage, die den Bauvorhaben nicht im Wege stand.


Das Pisek-Tor war das dritte Namensträger: das erste Pisek-Tor war seit 13. Jahrhundert in der Waldstein-Straße (Valdštejnská) und wurde beim Ausbau des Waldstein-Palais niedergerissen, das zweite Pisek-Tor lag über Klárov bis 1829 unter dem Konskr.-Nr. 132. Der Name Pisek-Tor ist nicht von der historischen Stadt Pisek abgeleitet, sondern der Name stammt von der Benennung der Kleinseitner Ansiedlung Na Písku, was übersetzt auf Tschechisch auf dem Sand heißt. Das heutige Pisek-Tor liegt direkt gegenüber dem Chotek-Baumgarten. Das Tor wird auch Bruska-Tor nach dem Bach Bruska genannt, dessen Strombett durch den Hirschgraben zur Moldau führte, oder man nennt es auch Karlstor nach dem Kaiser Karl IV., unter dessen Regierung das Tor erbaut wurde.


Das Pisek-Tor erbaute zwischen der St. Georg Bastei und der St. Ludmila Bastei Christoph Dientzenhofer, der Autor des bildnerischen Entwurfs war der kaiserliche Baumeister Giovanni Battista Alliprandi, die Skizze erstellte Ing. J. Vogel. Die Fassade ist mit bearbeiteten Steinen reichlich verkleidet. In der Mitte ist eine halbrunde Durchfahrt mit einem Ziermotiv in Form eines Greisenkopfs für Fuhrwerke und Wagen, seitlich gab es kleinere Durchgänge für Fußgänger. Die plastische Ausschmückung in der Form eines Adlerweibchens auf dem Tor ist ein Werk des Bildhauers Jan Oldřich Mayer. Seit 1828 fuhr von hier die Pferdeeisenbahn nach Lana (Lány) und seit 1843 die erste Dampfeisenbahn nach Olmütz und später auch nach Dresden.


In den Jahren 2000 - 2002 machte das Tor die erste Umbauetappe durch, zum Betreiber wurde die Architektengemeinde. Es wurden hier eine Galerie, ein Café und ein Büro der Architektengemeinde errichtet. Der Hauptarchitekt des Umbaus war Petr Fuchs. Das Pisek-Tor wurde durch die Ausstellung der Tschechoslowakischen Legion 1914 - 1920 im Jahre 2003 feierlich eröffnet.

 

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