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Loreto (Loreta)

Der Marienwallfahrtsort mit einer Kopie der Heiligen Hütte und der Barockkirche Christi Geburt ist von einem Kreuzgang und Kapellen umgeben. Im Turm befindet sich ein Glockenspiel aus 27 Loreto-Glocken, die das Marienlied „Gegrüßt seist du tausendmal, oh Maria“ spielen (jede volle Stunde 9 – 18 h). Wertvoll ist der sogenannte Loreto-Schatz, eine Sammlung an Gottesdienstgegenständen aus dem 16. – 18. Jahrhundert, von denen die Diamant-Monstranz, die mit 6.222 Diamanten verziert ist, am berühmtesten ist.

Loreto (Loreta), Loretánské náměstí 7, Praha 1 - Hradčany, 118 00
Web: http://www.loreta.cz, e-mail: loreta@loreta.cz
tel.: +420220516740

Öffnungszeiten

November – März

ganze Woche
09.30 – 16.00

April – Oktober

ganze Woche
09.00 – 17.00

Eintrittspreise

Grundpreis

150 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

130 Kč

Eintrittspreis für Familien

310 Kč

Loretaner Schatz – Schatzkammer: Gegenstände und Geschenke aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Loretaner Kapelle, Heilige Hütte – nach dem Vorbild der Santa Casa im italienischen Loreto erbaut

Geburt Christi Kirche – eine Barockkirche mit einer imposanten Inneneinrichtung im Rokoko-Stil

Saisonausstellungen - http://www.loreta.cz/domains/loreta.cz/index.php/en/exhibition

Audioguide:  Tschechisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch, Spanisch, Italienisch

Fotografieren gegen eine Gebühr von 100 Kč erlaubt

 

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Programme

Objekt geschichte

Der Name Loreto stammt vom italienischen Wallfahrtsort, wo sich Santa Casa - Heilige Keusche befindet - ursprünglich ein Haus, das von der Jungfrau Maria in Nazareth in Palästina bewohnt wurde, wo ihr Erzangel Gabriel verkündet haben soll, dass sie die Mutter Gottes sein wird. Von dort ging sie mit St. Joseph nach Bethlehem, wo Jesus geboren wurde, und später kehrte sie wieder zurück. Die Heilige Keusche wurde schon bald nach dem Tod der Jungfrau Maria zur vergötterten Reliquie, die allerdings nach dem Einmarsch der Sarazenen (arabischen Muslims) in Sizilien sehr vernichtet wurde. Als 1291 Palästina das Kreuzheer verließ, kam einer Legende nach ein Wunder zustande. Die Engel übertrugen die Heilige Keusche zuerst nach Dalmatien und später in eine Stadt in Norditalien, in ein Lorbeerhain, nach dem die Stadt benannt wurde - lateinisch Laurentum (laurus - Lorbeer). Archäologische Untersuchungen bestätigten später, dass ein Teil des Mauerwerks mit dem betrachteten Haus Marias tatsächlich identisch ist, aber wahrscheinlich ließ es im 13. Jahrhundert von Nazareth der Papst transportieren. Nach dem italienischen Muster des Architekten Donato Bramante wurde Loreto auch in anderen Ländern gebaut, in Tschechien insbesondere nach der Niederlage am Weißen Berg im Jahre 1620. Das Muster für das Prager Loreto war die Heilige Keusche in Mikulov (Nikolsburg), erbaut durch Kardinal Dietrichstein, die bei ihrem Besuch die Gräfin Benigna Katharina von Lobkowicz bewundert wurde. Für den Bau des Prager Loretos widmete sie Lobkowicz-Grundstücke, die geistliche Verwaltung vertraute sie den Kapuzinern an und aus Wien berief sie den Baumeister Giovanni Battista Orsi. Nach seinem Tode machte Andrea Allio weiter. Der Bau wurde im Jahre 1626 aufgenommen, das Heiligtum wurde 1631 vom Kardinal Harrach geweiht, dann wurde er noch viele Jahre nachgebaut.
Die Heilige Keusche, unter der sich die Krypta der Familie Lobkowicz befindet, errichtet durch die Gräfin Lobkowicz liegt inmitten des von sechs Kapellen umgebenen Hofplatzes. Die Keusche ist mit Marmorreliefen von Giovanni Bartolomeo Cometa, der Sansovinos Originale nachahmte. Eines der Reliefe erinnert an die Legende über die Übertragung des Hauses. In der Mitte ist in einer Nische die 110 cm hohe Jungfrau Maria von Loreto mit Christkind aus den 20er Jahren des 17. Jahrhundert untergebracht, geschnitzt aus Lindenholz. Die Skulptur ist mit der Zeit schwarz geworden, wodurch sie dem italienischen Original aus Zederholz noch näher gekommen ist. Ihr Anteil hatte daran auch die frühere Kerzenbeleuchtung. In der Keusche ist ein künstlich hergestellter Riss nach der Keusche im italienischen Loreto, wo ein Blitzschlag die Dorfeinwohner zum Schutz der Keusche zu dem Zeitpunkt zum Schutz aufrütteln sollte, als sie von einem Dieb betreten wurde.

Die lateinische Aufschrift über dem Gitter in der loretanischen Heiligen Keusche:
EN. LOBKOVIZIANOS. TV. PIA. VIRGO. REGE.
Es gibt mehrere Übersetzungsvarianten:
Liebe Jungfrau, verwalte die Lobkowicz Familie!
Du bist für uns die Beste, Heilige Jungfrau, führe die Lobkowiczs!
Du bist für uns die Beste, reine Jungfrau, führe die Lobkowiczs!
Du bist für uns die Beste, heilige Jungfrau, regiere über die Lobkowiczs

Die Bauarbeit am Erdgeschoss der Ambits und des Frontgebäude nahm Orsi nach 1634 auf, 1683 entstand die Schatzkammer. Zwischen den Jahren 1710 und 1717 wurden die Nischenkapellen im Ambit von Christoph Dientzenhofer umgebaut, dasselbe machte er mit dem Frontgebäude, das von seinem Sohn Kilian Ignaz fertig gestellt wurde. Dieser baute auch in den Jahren 1747 - 50 2 Etagen Ambits aus. Die Frontseite wurde 1724 durch die Bestückung des Allianzwappens der Donatoren Philip Lobkowicz und seiner Frau Eleonora Karolina von Johann Friedrich Kohl. Dieser ist ebenfalls der Autor einiger hier untergebrachten Statuen (die Heiligen Felix, Franziskus, Antonius, Johann von Nepomuk).
Aus den Ambitkapellen ist die Kapelle der Jungfrau Maria-Schmerzen am bekanntesten, in der am Hauptaltar die älteste Stationsgruppe des gesamten Geländes angebracht ist - die gotische Pieta aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Am seitlichen Altar ist hier die gekreuzigte Heilige Frau Kümmernis mit Vollbart, über die die Legende sagt, dass sie den Vollbart erbetete, um einem Heiden nicht zu gefallen, dem sie von ihrem Vater als seine Ehefrau bestimmt wurde. Der Vater kreuzigte sie dafür. Hier ist eine Freskenausschmückung von Felix Antonius Scheffler. Er malte im Jahre 1750 auch siebenundvierzig symbolische Bilder auf das Thema der loretanischen Litanei und Fresken in der Kuppel der Heiligen Anna und des Heiligen Kreuzes. In der Kapelle des Hl. Franz Serafinus und des Hl. Antonius gibt es ovale goldweiße Altäre von Matthias Wenzel Jäckel. Im ersten von ihnen ist das Hochbarockgemälde von Peter Brandl Stigmatisierung des Hl. Franziskus. Beide erwähnten Kapellen wurden von Christoph Dientzenhofer umgebaut.
Von beiden Seiten der Heiligen Keusche gibt es am Hofplatz und in den Brunnen die Statuengruppen Mariä Himmelfahrt und Auferstehung Christi, deren Autor der Bildhauer Michael Johann Brüderle ist. Nach seinem Tod wurde die Arbeit von Richard Prachner zu Ende gebracht.
Durch die Erweiterung der mittleren Kapelle des Ostambits entstand die Christi Geburtskirche, deren Altar das gleichnamige Gemälde trägt, ein Geschenk der Gräfin Maria Margarete Waldstein, geboren Czernin von und zu Chudenitz. Sie veranlasste und finanzierte auch die Erweiterung der Kapelle und danach auch den Ausbau einer Kirche, der in den Jahren 1734 - 37 von Johann Georg Eichbauer geleitet wurde. Die Kirche ist ein typischer Barockbau mit einem beträchtlichen Rokokoinnenraum. Die bildhauerische Ausschmückung wurde von Matthias Schönherr (Hauptaltar, Kanzel, Oratorium, vier Skulpturen entlang der Seitenwänden der Kirche und zwei Seitenaltäre) und Michael Johann Brüderle (vier Engelzweier an den Seitenaltären). Auf dem Kirchengewölbe sind Fresken „Geburt des Herrn“ und „Verbeugung der drei Könige“ von Johann Adam Schöpf und insbesondere die Freske von Wenzel Laurentius Reiner „Opferung des Herrn“ aus dem Jahr 1738. Das Gemälde der Hl. Agatha und Apollonia malte für die Kirche Antonius Kern.
Die Terrasse vor der Loreto-Frontseite ist durch eine Balustrade mit Engelchensandsteinskulpturen von Andreas Philipp Quittainer (Meistens Kopien) gerahmt. Das Wahrzeichen der Stirnseite ist der Turm aus dem Jahr 1693, in dem das berühmte Glockenspiel untergebracht ist. Es wurde 1694 vom Uhrmacher Peter Neumann konstruiert, die Glocken wurden vom Amsterdamer Glöckner Claudius Fremy gegossen. Das Glockenspiel wurde vom Kleinseitner Händler Eberhard von Glauchau finanziert und dem Loreto geschenkt. Die Glocken sind fixiert und werden von Hämmern ertönt, die mittels Klaviaturschläge in Bewegung gesetzt werden. Siebenundzwanzig von dreißig Glocken klingen im zwei und einviertel Oktavenbereich (zu den drei kleinsten Glocken ist keine Mechanik eingeführt). Das Glockenspiel ertönte zum ersten Mal am 15. August 1695. Es hat zwei Systeme: das eine System betätigt der Uhrmechanismus und zu jeder vollen Stunde spielt es automatisch das Marienlied „Tausendmal grüße ich Dich“, das andere System wird durch einen Musiker betätigt, der verschiedene Lieder spielen kann, allerdings im begrenzten Oktavenbereich. Die Glocken wurden in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Werkstatt des Meisters Manoušek renoviert, die ihren Standort in Zbraslav hat.
Im Januar 2002 verkündete der Kardinal und Prager Bischof Miloslav Vlk den Kirchenstatus als Christi-Geburt-Kirche mit Loretokapelle in der Kapuzinerprovinz.

Legende über die Entstehung des Glockenspiels
Es lebte einst in der Neuwelt eine arme Witwe, die so viele Kinder hatte, wie viele Glocken es im Loreto gab. Sie bewahrte für sie Silbermünzen auf, ein Geschenk von ihrer Gevatterin, die sie bekommen sollten, wenn sie groß sind. Die Familie wurde aber von Pest betroffen und die Kinder starben eines nach dem anderen. Die Mutter nahm immer eine Münze für die Begräbnisbestellung und es blieb noch für das Totengeläute durch eine der Loretoglocken etwas übrig. Nachdem die Mutter ihr letztes Kind in den Tod begleitet hatte, wurde sie selber krank. Sie beklagte sich nur darüber, dass sie niemanden mehr hat, wer für sie auf dem letzten Weg sorgen würde, und in diesem Moment ertönten alle Glocken und spielten eine wunderschöne Melodie. Die Witwe versank im Hören der Töne, die sie an die Stimmen ihrer Kinder erinnerten, und mit Ruhe und Frieden im Gesicht schlief auch sie für immer ein.

Loretoschatz
Katharina Lobkowicz widmete dem Loreto ein Vermögen, das den Grund des Loretoschatzes bildete. Das ermöglichte, irgendwann um 1683 im Erdgeschoss auch eine Schatzkammer zu bauen, die 1882 vom Architekten Joseph Mocker geregelt wurde. Im Jahre 1962 wurde im ersten Stock eine neue Schatzkammer nach dem Projekt des Architekten Karel Vacek eröffnet. Die in der Schatzkammer untergebrachten Gegenstände des Loretoschatzes stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es sind überwiegend Monstranzen, Kelche, Kleinaltäre, Miniaturen und weitere Votivgeschenke. Der älteste Gegenstand ist der gotische Kelch aus dem Jahr 1510, das Geschenk von Christoph Ferdinand Popel von Lobkowicz. Der bekannteste Gegenstand ist die Diamantmonstranz, genannt Prager Sonne. Die Gräfin Ludmilla von Kolowrat bekam von ihrem dritten um 35 Jahre jüngeren Bräutigam zur Hochzeit sechseinhalb tausend Diamanten und bestimmte in ihrem Testament, dass daraus eine Monstranz für das Loreto hergestellt werden soll. Die Monstranz wurde von Wiener Goldschmieden anhand des Entwurfs von Johann Bernhard Fischer von Erlach 1699 hergestellt. Sie besteht aus vergoldetem Silber, ist mit 6222 Diamanten verziert, den Rest kostete die Arbeit. Die Monstranz ist 12 kg schwer. Die Krone der Monstranz ist als Sonne komponiert. Über der Erdkugel mit Wolken am Halbmond mit einem menschlichen Gesicht ist die Jungfrau Maria Immaculate (d.h. die Unbefleckte) mit zwölf Sternen um den Kopf. In der Sonnenkrone ist der Heilige Geist in Gestalt einer emaillierten weißen Taube. Das zweitreichste Schatzstück ist die Ringmonstranz, geschmückt mit an die Jungfrau von Loreto vermachten Kleinoden (fast 500 Diamanten, zweihundert Rubine, Smaragde, Perlen, usw.) und mit dreizehn dreikantigen Kameen mit Porträten der habsburgischen Herrscher. Das nächste Prachtstück ist z.B. die große Perlenmonstranz mit weiß emaillierten Blümchen und wunderschönen Perlen und weitere wertvolle Gegenstände.

 

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