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Palais Lažanský (Palác Lažanských) – Kaffeehaus Slavia (Kavárna Slavia)

Das monumentale Neorenaissance-Palais entstand für Prokop Graf Lažanský in den Jahre 1861 – 1863. Es handelt sich hierbei um eines der letzten Prager Palais-Gebäude, das als Kombination eines repräsentativen Adelssitzes, eines Zinshauses und einer administrativer Räumlichkeiten konzipiert ist. Das Gebäude gelangte vor allem auf Grund des Kaffeehauses Slavia zu Ruhm, das bald nach seinem Entstehen zu einem traditionellen Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle wurde. Bei einer Tasse Kaffee genießen Besucher den wunderschönen Ausblick auf die Moldau und die Prager Burg.

Palais Lažanský (Palác Lažanských) – Kaffeehaus Slavia (Kavárna Slavia), Smetanovo nábřeží 2 / Národní 1, Praha 1 - Staré Město, 110 00

Objekt geschichte

Das Lažanský Palais liegt an der Ecke der heutigen Nationalstraße (Národní třída) und des Smetana-Ufers (Smetanovo nábřeží).
Im 14. Jahrhundert war hier das so genannte Gemaltes Heilbad, später kaufte es der Ritterorden der Kreuzherren mit dem roten Stern und dieser stiftete hier das Spital der Hl. Anastasia für arme und kranke Frauen, das Joseph II. im Jahre 1784 auflöste. Beim Aufbau der Kettenbrücke in den Jahren 1839 - 1841 wurde hier eine gewaltige Ufermauer erbaut, die das Niveau der damaligen breiten Neuen Allee, der heutigen nach der Beseitigung des Festungswerks entstandenen Nationalstraße, erreicht. Der freie Raum forderte zur Verbauung auf. Der Architekt Adalbert Ignaz Ullmann baute hier unmittelbar aufeinander folgend das Objekt der Sparkasse Česká spořitelna (heute heißt es Gebäude der tschechischen Wissenschaftsakademie) und davor in Richtung zur Moldau das Lažanský Palais.
Das monumentale im Renaissancestil für Prokop den Grafen Lažanský gebaute Palais entstand in den Jahren 1861 - 1863. Das Vorbild zu diesem Stil sind Wiener Neurenaissancebauten. Es war einer der letzten Prager Palaisbauten, bereits im Projekt wurde er als Kombination eines repräsentativen Adelswohnsitzes, eines Zinshauses und administrativer Räume konzipiert. Das vierflügelige dreigeschossige Gebäude mit zwei Höfen erbaute der Prager Baumeister František Havel. Die Hauptfrontseite ist auf das Ufer orientiert, über dem Portal ist eine Kartusche mit dem Wappen des Grafengeschlechts Lažanský. Auf dem Balkon über dem Portal ist eine Gedenktafel aus Rosamarmor angebracht, die daran erinnert, dass hier in den Jahren 1863 - 1869 Bedřich Smetana lebte und schuf. Die Tafel von František Kysela wurde am Haus im Jahre 1924 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums Smetanas Geburt befestigt. Im Jahre 1881 gewann der bekannte Prager Gewerbetreibende Václav Zoufalý die Erlaubnis zum Café-Betrieb in den Erdgeschoßräumen des Palais und führte hier erforderliche Bauumgestaltungen durch. Er errichtete hier zwei verknüpfte Café-Räume mit einem neu durchbrochenen Eingang in der Frontachse. Das Café Namens Große Slavie erreichte dank den Persönlichkeiten, die es besuchten, insbesondere den Schauspielern aus dem gegenüberliegenden Nationaltheater, eine außergewöhnliche Berühmtheit.
Im Jahre 1907 führte dann der Baumeister Jan E. Deport ein neues Portal des Cafés mit einer Sezessionsmarkise aus. Der größte Eingriff ins Lažanský Palais war allerdings der Café-Umbau in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, als das Café unter anderem mit großen Fensterscheiben bestückt wurde. Die Innenraumregelungen führte damals Josef Hukal durch. Den Innenraum verziert die Kopie des berühmten Gemäldes Absinthtrinker (Autor Viktor Oliva).
In den Jahren 1932 - 1933 entstand nach dem Projekt des Architekten Oldřich Stefan auch das heutige Restaurant Parnas, früher ein berühmtes Jazz-Café.
Im Jahre 1982 - 1983 machte das Café Slavia nach dem Projekt der Architekten Jan Fišer und Ivo Los einen Gesamtumbau durch. Danach wurde es an demselben Tag wie das umgebaute Nationaltheater eröffnet. Das legendäre Café lockt seine Gäste durch seine Theater-, Literatur- und Bohemientraditionen bis heute, obwohl es in den 90er Pause ein paar Jährchen Pause gab.
Das Lažanský Palais wird heutzutage zum Großteil durch die Film- und Fernsehfakultät der Akademie musikalischer Künste genutzt. Im Jahre 1982 kam es zu einem ausgedehnten Unfall der Ufermauer und das Gebäude bekam dadurch Statikprobleme, deshalb musste es in den 90er Jahren mit 250 Mikropiloten mittels der Düseneinspritzung 11 - 14 m tief geankert werden. In den Jahren 2001 - 2003 fand der Umbau des Fakultätsgebäudes statt, wo es heute optimale Studiums- und Arbeitsbedingungen gibt. Das Lažanský-Geschlecht hatte in Prag noch ein Palais auf der Kleinseite in der Parlamentstraße (Sněmovní) Nr. 5 und auch in der Altstadt an der Ecke der Huss-Straße (Husova) und der Gold-Straße (Zlatá) gab es noch eins.

 

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