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Grömling Palais - (Palác Grömlingovský)

Der Architekt Josef Jäger baute das Palais im Jahre 1786 für den Anwalt Karl von Grämling anstelle von fünf eigenständigen Städthäusern. Das Gebäude ist eines der bedeutendsten Werke der Prager Rokoko-Architektur. Seit dem Jahre 1874 gab es im Erdgeschoss ein berühmtes Kaffeehaus, wo sich zahlreiche Persönlichkeiten des tschechischen Kulturlebens ein Stelldichein gaben. Heute diskutiert man hier mit einer Tasse Kaffee der Kette Starbucks in der Hand.

Grömling Palais - (Palác Grömlingovský), Malostranské náměstí 5, Praha 1 - Malá Strana, 118 00

Objekt geschichte

Unter der Kuppel der St. Nikolaus Kirche liegt eine Gruppe von drei Häusern, von denen der zweigeschossige Rokokobau durch seine Zierlichkeit hervorragt, der in den Kleinseitner Platz mit drei Vorderfronten gewandt ist. Das Originalpalais entstand durch den Umbau von fünf selbstständigen Bürgerhäusern. Durch ihre allmähliche Verknüpfung wurde die Voraussetzung für den Aufbau eines vereinigten Palais-Gebäudes geschaffen. In den Jahren 1764 - 85 war der Eigentümer aller Häuser der Rechtsanwalt Dr. jur. Karl von Grömling, das Palais baute für ihn der Architekt Josef Jäger im Jahre 1786. Das Palais übernahm zuerst den Namen nach einem der hier ursprünglich liegenden Häuser Zum steinernen Tisch, mit der Zeit übernahm es den Namen seines Eigentümers und hieß Grömling-Palais. Das zweigeschossige Haus hat unter dem Dach eine unkomplette Attikaetage. Das Palais ist eines der künstlerisch bedeutendsten Werke der Prager Rokokoarchitektur. Es besitzt ihre charakteristischen Züge, z.B. die Portale mit ausgeschnittenen oberen Ecken, die spezielle Rokokostuckverzierung auf den Fensterbänken sowie die Rokokoschmückung der Suprafenestren (Muschelmotive, Girlanden) und andere. Jeweils zwei Fenster sind immer mit Ober- und Unterfenstergesimsen verbunden und reichlich dekoriert. Die Nordfront ist etwas einfacher als die östliche Hauptfront verziert, die Südfront ist eher klassizistisch. Im Palais sind bis heute Keller- und Wandreste der ursprünglichen Gotik- und Renaissancehäuser bemerkbar (z.B. Gewölbe). Das Palais wurde auf dem Dach der Attikaetage mit Steinvasen und Statuen mit Motiven aus der antiken Mythologie von Ignaz Franz Platzer aus der Zeit um 1787 geschmückt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkam das Objekt, seine Reparatur führte dann der Architekt Jan Bělský durch. Im Jahre 1939 kaufte das Palais seinen damals noch minderjährigen Töchtern der bekannte Unternehmer in der Schuhwerkindustrie Popper, nach der Wende 1948 übernahm das Haus der Staat und passte das Gebäude dem Bedarf des Staatsgesundheitsverlags Avicenum an.


Das Erdgeschoss des Gebäudes diente der Öffentlichkeit bereits seit 1740, als hier Tabak, Zeitungen und Kleinigkeiten zum Essen und Trinken verkauft wurden. Im Jahre 1874 wurde hier dann das Café mit dem Namen Café Radetzky geöffnet, das den Namen eines böhmischen Adeligen und eines bedeutenden österreichischen Feldmarschalls und Heerführers trug. Das Fenster des Cafés führte zum Denkmal des österreichischen Marschalls der tschechischen Herkunft, in Böhmen unter dem Namen Jan Josef Václav Radecký von Radetsch bekannt, dem man im Jahre 1859 ein Denkmal baute. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Denkmal beseitigt und das Café in Kleinseitner Café umbenannt. Anfangs war es nur ein Offiziercafé, aber nach dem Eigentümerwechsel ist es später zum Treffpunkt geworden, wo viele Persönlichkeiten des böhmischen Kulturlebens vorbeikamen. Es reicht für alle nur Jan Neruda, Emma Destinn oder Jan Zrzavý zu nennen. Das Kleinseitner Café gewann also am linken Moldau-Ufer so viel Ruhm und Beliebtheit, wie es am rechten Ufer beim Slavia-Café am Nationaltheater der Fall ist.

 

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