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Petschek Palais (Petschkův palác)

Das monumentale, neoklassizistische Gebäude errichtete der Prager Bankier und Vorsitzende des Finanzrats Dr. Julius Petschek für seine Bank in den Jahren 1923 – 1929. Das Gebäude wurde von der Gestapo sofort nach der Okkupation durch die Nationalsozialisten im Jahre 1939 eingenommen. Hier wurden Tausende tschechische Patrioten verhört und gequält. Im Souterrain des Gebäudes wurde bald nach Ende des Krieges ein Denkmal errichtet.

Petschek Palais (Petschkův palác), Politických vězňů 20, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.zasvobodu.cz, e-mail: csbspraha@volny.cz
tel.: +420224262874

ehemalige Folterkammer der Gestapo

Der Besuch der Gedenkstätte ist für Gruppen von 5 - 20 Personen nur nach Voranmeldung, mindestens sieben Tage im Voraus, mit Erklärungen eines Guides – Mitglied von ČSBS – an Werktagen von 9 bis 15 Uhr möglich.
Reservierungen: Sekretariat ČSBS, Tel. 224 262 874 (Mo-Do 9 - 14) oder per E-Mail.
Der Eintritt und die Begleitung des Guides sind kostenlos.

betrieben von ČSBS - Český svaz bojovníků za svobodu (Tschechischer Verband der Freiheitskämpfer), Legerova 22, 120 49 Praha 2

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Objekt geschichte

 

Das monumentale neuklassizistische Gebäude an der Ecke der Straßen Politických vězňů und Washingtonova baute der Prager Bankier und Oberfinanzrat Dr. jur. Julius Petschek für Bedarf seiner Bank mit dem Namen Bankhaus Petschek & Co. Die Bank gründete er 1920 gemeinsam mit seinem Sohn Walter P., weiter mit Isidor P. und mit seinen vier Söhnen. Insgesamt sieben Männer aus der Familie Petschek standen bei der Entstehung der Firma und vertraten sie. Familie Petschek besaß auch die Mehrheit der nordböhmischen Braunkohleminen. Das Palais wurde in den Jahren 1923 – 1929 nach dem Projekt von Max Spielmann gebaut, die Bauarbeiten führte die Firma des Ingenieurs A. Krofta durch. Das Gebäude hat eine historisierende neubarocke Front. Alle Konstruktionen waren aus Stahlbeton, die Fassade war im unteren Teil mit Granit, im oberen mit Travertin verkleidet. Beim Bau wurden zum ersten Mal im Prag zum Transport von Baumaterialien Fahrzeugkräne verwendet. Das Palais hat zwei Souterrains, ein Mezzanin und vier Stockwerke, das letzte in einem mit Kupfer gedeckten Mansardendach, mit Aufzügen und Paternosteraufzügen. Durch alle Stockwerke führt eine dreiarmige Treppe. Die luxuriöse Originalausstattung der Interieure blieb nicht erhalten. Im ersten und zweiten Stock des Hauptflügels befinden sich Stuckdecken und Täfelung. In den Souterrains befanden sich geräumige Banksafes, die in ein starkes Betonmauerwerk eingebaut waren. Sie waren so gut gesichert, dass sie niemand versuchte in der ganzen Zeit auszurauben. In den 30er Jahren wurde dem Palais ein klassizistisches Eckhaus in der Straße Washingtonova nach dem Projekt vom Ingenieur A. Krofta angebaut. Das Gebäude war gut ausgestattet, Heizung und Klimaanlage jedes Raumes wurde von einem Maschinenraum telefonisch gesteuert, es war hier eine Telefonzentrale, eine Druckerei, Rohrposte, Garagen.
Petscheks Familie verkaufte rechtzeitig ihr Eigentum dem Tschechoslowakischen Staat und vor den Nazis floh sie ins Ausland. Das Gebäude nahm gleich im Jahr 1939 das Gestapo ein, das von hier während der sechs Kriegsjahre seinen Terror gegen die tschechische Nation steuerte. Hier wurden tausende von tschechischen Patrioten verhört und gefoltert, die meisten wurden vom Gefängnis in Pankrác transportiert. In einem Zimmer, das Biograf genannt wurde, mussten sie warten. Nach Antritt des Reichsprotektors Reinhard Heydrich wurde direkt im Gebäude das Standgericht errichtet, das über die Schicksäle der Patrioten entschied und sie ins Konzentrationslager und zur Hinrichtung schickte. Viele unterlagen den physischen Leiden der Folterung. Im Souterrain, wo Gestapo seinen Folterraum hatte, befindet sich heute ein Denkmal des antifaschistischen Widerstands und eine Gedenktafel mit den Worten: Warum kehren wir zur bewegten Geschichte und zu den hartnäckigen Kämpfen der Vergangenheit zurück? Weil wir die Zukunft lieben.
An der Ecke des Palais ist eine Bronzegedenktafel von Jiří Prádler mit einer Männergestalt vom Bildhauer Zdeněk Vodička und mit dem Text: 1939 – 1945. Hier kämpften, litten und starben Kämpfer für die Freiheit unserer Heimat. Wir vergessen nie ihres Andenken und bleiben immer treu ihrem Nachlass. Menschen wacht! Nach dem Krieg wurde das Palais für die Zwecke des Ministeriums für Außenhandel hergerichtet, heute dient ein Teil dem Ministerium für Handel und Industrie.
Nationales Kulturdenkmal seit 1989.

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