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Wenzelsplatz (Václavské náměstí)

Geschäfts- und Administrationszentrum der Stadt, Ort bedeutender gesellschaftlicher und historischer Begebenheiten. Hier befinden sich Kinos, Theater, Bankhäuser, Hotels, Restaurants, zahlreiche kleine und größere Geschäfte sowie administrative Gebäude. Der Platz entstand bei der Gründung der Neustadt durch Karl IV. im Jahre 1348. Die Dominante des Platzes bildet heute das Gebäude des Nationalmuseums (1885–1891) und das Denkmal des Heiligen Wenzel aus dem Jahre 1912, einem Werk von J. V. Myslbek.

Wenzelsplatz (Václavské náměstí), Václavské náměstí, Praha 1 - Nové Město, 110 00

Programme

Objekt geschichte

Geschichte

Der großartig konzipierte Platz entstand im Zusammenhang mit der Gründung der Neustadt durch Karl IV. im Jahr 1348. Der Platz ist 750 m lang und 63 m breit in seiner oberen Hälfte und 48 m im unteren Teil. Innerhalb von mehreren Jahren wurden um den gemessenen Raum der Platzanlage Häuser und handwerkliche Werkstätten, Malzfabriken und Brauereien gebaut. Zu diesem Zeitpunkt hieß der Platz Pferdemarkt (tschechisch: Koňský trh), denn hier erfolgte der Pferdehandel und darüber hinaus wurden hier verschiedene Landwirtschaftsprodukte verkauft. Später wurden im unteren Teil Buchten für den Verkauf von Sattel- und Gürtelwaren, Stoffen und Gewürzen errichtet. Die Organisierung der Märkte wurde hier im Jahr 1877 beendet. Der Marktplatz wurde auch zum Schauplatz der Hinrichtungen, sowohl im unteren als auch im oberen Teil des Platzes gab es je einen Galgen. Im unteren Teil des Platzes namens Na Můstku (deutsch: Auf der Brücke) gab es einen Teich mit einer Mühle, inmitten einen öffentlichen Brunnen und später wurden in der Achse des Platzes drei Springbrunnen errichtet. Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Pferdetor oder das St. Prokop-Tor als Bestandteil des Festungswerks gebaut. Es befand sich auf dem Ort des heutigen Nationalmuseums und wurde im Jahr 1875 niedergerissen. 1680 wurde bei der Mündung in die Jindřišská Straße die Barockstatue von St. Wenzel aufgestellt. Sie wurde von Jan Jiří Bendl geschaffen und heute befindet sie sich in Vyšehrad. Später wurde gegenüber der heutigen Opletalova Straße eine Statuengruppe - Johannes Nepomuk mit Engeln - von einem unbekannten Bildhauer gebaut. Das Werk stammt aus dem Jahr 1727. Beide Plastiken wurden im Jahr 1879 beseitigt. Der Ort mit der Statue des Patrons der Böhmischen Länder wurde zu einem Ort, auf dem sich die Prager Bürger in außerordentlichen Momenten versammelten. Nach einer solchen denkwürdigen Volksversammlung im Jahr 1848 wurde von Karel Havlíček Borovský vorgeschlagen, dass der Pferdemarkt auf den St. Wenzel-Markt umbenannt wird. 1786 eröffneten die tschechischen Patrioten das erste tschechische Theater namens Baude (tschechisch: Bouda). Das Theater wurde in der Nähe des mittleren Springbrunnens situiert und es war das erste Theater, in dem auf Tschechisch gespielt wurde. Das Theatergebäude wurde im Jahr 1789 niedergerissen, denn es stand im Wege dem Verkehr. Bald darauf wurde der ganze Platz mit Rundsteinen aus Kies, den sogenannten „Ochseneiern“ gepflastert. Im Jahr 1865 wurde hier die Gasbeleuchtung installiert. An den Gehsteigen standen in Reihen Gaslampen und ab 1868 wurden in der Mitte in der Achse des Wenzelsplatzes massive Gusskandelaber mit Lampen installiert. Sie wurden vom Architekten Aleš Linsbauer und dem Bildhauer Eduard Wessely entworfen. Die elektrische Beleuchtung wurde auf dem Wenzelsplatz dauerhaft im Jahr 1895 eingeführt.


1890 wurde im oberen Teil des Wenzelsplatzes das geräumige Gebäude des Nationalmuseums (siehe das selbständige Dokument) gebaut, das dem Wenzelsplatz bis in die heutige Zeit dominiert. Auf dem Wenzelsplatz gab es zunächst weder Grünanlagen noch Bäume. Im Jahr 1876 wurde der untere Teil des Wenzelsplatzes bepflanzt, im unteren Teil entstanden 4 Baumreihen und im oberen 6 Baumreihen (Platanen u.a.). Viele von den Bäumen gingen bald ein und deshalb wurde vom Direktor der Prager Grünanlagen František Thomayer in der Hälfte der 90er Jahre der Entschluss gefasst sie durch Grünlinden zu ersetzen. Die Grünlinden wurden an den Gehsteigen gepflanzt. Heute findet man auf dem Wenzelsplatz Silberlinden oder filzblättrige Linden, die beständiger sind. Es gibt dort von über 150 Linden.


Im Jahr 1884 wurde hier die erste Straßenbahn in Betrieb genommen, die damals jedoch noch von Pferden gezogen wurde. Die Straßenbahnstrecke führte von der Haltestelle Můstek über den Wenzelsplatz zu Vinohrady und dann zur Haltestelle Nuselské schody. Die erste elektrische Straßenbahn wurde im Jahr 1900 in Gang gesetzt und bewegte sich auf dem Gleis, das neben den Gehsteigen verlegt wurde. Der Straßenbahnverkehr funktionierte auf dem Wenzelsplatz bis 13. 12. 1980. Die letzte Straßenbahn, die den Wenzelsplatz passierte, war die Nachtstraßenbahn Nr. 22. Nachdem die Gleise abgebaut worden waren, wurden hier zahlreiche Ziersträucher, Kräuter und Blumen eingepflanzt. In den 80er Jahren entstand im unteren Teil des Wenzelsplatzes eine geräumige Fußgängerzone. In der Umgebung des St. Wenzelsdenkmals wurde eine Promenade errichtet.


In den Jahren 1912 - 1913 wurde im oberen Teil des Wenzelsplatzes das St. Wenzelsdenkmal von Josef Václav Myslbek gebaut (siehe das selbständige Dokument Denkmäler und Statuen). Der Patron der Böhmischen Länder, St. Wenzel, wurde zum Zeugen zahlreicher feierlicher und tragischer Ereignisse in der neuzeitigen Geschichte der Böhmischen Länder und der Prager Bürger. Auch der Wenzelsplatz war seit Menschengedenken ein natürliches Zentrum der Einwohner der Prager Neustadt und der Prager Bürger überhaupt. Nach dem 1. Weltkrieg herrschte hier reger Bauverkehr und insbesondere nach der Gründung des Großen Prags im Jahr 1922 entstanden auf dem Wenzelsplatz außerordentlich luxuriöse Häuser, Banken, Geschäfte, Hotels und Restaurants. Und ähnlich war es auch in den größten Straßen, die den Wenzelsplatz kreuzen - in der 28. října Straße, der darauf folgenden Národní Straße und in der Na Příkopě Straße (deutsch: Am Graben). Aus diesem Grunde wurde das dortige Gesellschafts- und Geschäftszentrum Goldenes Kreuz (tschechisch: Zlatý kříž) genannt.


Nach dem 2. Weltkrieg wurden drei Baulücken bebaut, die durch die Bombardierung der Prager Häuser im Jahr 1945 entstanden. An ihrer Stelle wurden das Lebensmittelhaus, das Hotel Jalta und das Modehaus gebaut. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden im Zusammenhang mit dem Bau der Prager U-Bahn drei Unterführungen auf dem Wenzelsplatz gebaut. Die Qualität der ersten Unterführung, die sich seit 1968 inmitten des Wenzelsplatzes befindet, wurde kurz vor ihrer Eröffnung bei der sowjetischen Okkupation Prags durch die russischen Tanke getestet. Das Projekt der Unterführung wurde von Ing. Jaroslav Strašil und Kollektiv erarbeitet. Im August 1978 wurde die Unterführung mit der U-Bahn-Station Můstek durch eine Rolltreppe verbunden. Die Unterführung vor dem Nationalmuseum und die Unterführung an der U-Bahn-Station Na Můstku wurden zugleich mit der Inbetriebnahme des Verkehrs auf der U-Bahn-Trasse A im Jahr 1978 eröffnet. Die Unterführung an der U-Bahn-Station Na Můstku hat insgesamt sieben Ausgänge und ist somit die größte Unterführung in Prag. Neben der eigenen Unterführung, die für die Fußgänger vorgesehen ist, gehört dazu auch ein geräumiges Vestibül zu den U-Bahn-Stationen A und B. Dem Bau mussten damals drei Gebäude zurücktreten: ein Eckgebäude - das sogenannte Mäuseloch -, in dem das Ungarische Kulturzentrum seinen Sitz hatte, das Haus Na Můstku und ein Haus in der Provaznická Straße.

Die bedeutendsten historischen Ereignisse auf dem Wenzelsplatz:


1848 - An dem noch ursprünglichen St. Wenzelsdenkmal von Bendl wurde eine Messe für die erfolgreiche Verhandlung der tschechischen Abgeordneten gehalten, die sich unter Begleitung der Prager Bürger nach Wien begaben, um dem Kaiser ihre Anforderungen vorzulegen. Später fand hier eine feierliche Messe anlässlich der Slawischen Versammlung statt. Wenige Tage später wurde hier eine andere Messe von Johann Arnold gehalten, die den Beginn der sogenannten Pfingstunruhen zu Folge hatte. In Prag wurden Barrikaden gebaut und die Stadt wurde aus Kanonen beschossen.


1905 - Es fand hier eine große Demonstration für das Stimmrecht statt.


1914 - Abschied der tschechischen Regimenter vor dem Weggehen in den Krieg. Die Regimenter, die Legionen geschaffen haben, wurden hier wiederum feierlich begrüßt.


1918, 28. Oktober - Der tschechische Schriftsteller Alois Jirásek las vor dem St. Wenzelsdenkmal von Myslbek eine Urkunde, mit der die tschechoslowakische Eigenstaatlichkeit erklärt wurde. Unter dem Denkmal wurden in den in der Erde verlegten Blöcken die Gedenknummern 28. 10. 1918 markiert.


1939 - Erklärung über die die Errichtung des Protektorates Böhmen und Mähren.


1942 - Die hier versammelten Bürger schwuren Treue dem Deutschen Reich.


1945 - Ankündigung des Endes des 2. Weltkrieges, Verstaatlichung der Schwerindustrie und der Banken.


1948, 25. Februar - Eine große Volksversammlung erklärte ihre Unterstützung der kommunistischen Regierung. Den hier versammelten Teilnehmern wurde „der Sieg der Arbeiterklasse“ angekündigt, womit die Etappe des totalitären kommunistischen Regimes begann.


1969 - Im Januar haben sich im oberen Teil des Wenzelsplatzes aus Protest gegen die Invasion der Truppeneinheiten des Warschauer Abkommens in die damalige Tschechoslowakei der Student Jan Palach und später auch der Student Jan Zajíc selbst verbrannt; Die Demonstration, die zum ersten Jahresgedächtnis der sowjetischen Invasion einberufen wurde, wurde im August desselben Jahres zerstreut.


1989 - Im November haben große Volksversammlungen auf dem Wenzelsplatz die sogenannte Samtrevolution begonnen. Die Samtrevolution bedeutete das Ende des totalitären kommunistischen Regimes im Lande. Nach den Einschätzungen sollen ca. 250 000 Menschen an den größten Demonstrationen teilgenommen haben.

 

Bedeutende Gebäude auf der rechten Seite des Wenzelsplatzes vom Nationalmuseum her gesehen:

- Das ehemalige Lebensmittelhaus (Nr. 59) wurde von den Architekten Maxmilián Gronwaldt und Jiří Chvatlin im neuklassizistischen Stil in den Jahren 1954 - 1957 gebaut. Das Gebäude wurde in einer Baulücke, die nach der Bombardierung im Jahr 1945 entstand, gebaut. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde ein selbständiger Eingang ins Warenhaus von der Unterführung der U-Bahn-Station Museum her gebaut.

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- Das Hotel Jalta (Nr. 45) wurde nach dem Projekt des Architekten Antonín Tenzer im neuklassizistischen Stil der 50er Jahre als sechsgeschossiges Gebäude mit einhundert Zimmern, einem Café und einem Restaurant mit einer Terrasse in Richtung Wenzelsplatz in den Jahren 1955 - 58 gebaut. Auch dieses Haus wurde anstelle einer Baulücke, die durch die Bombardierung entstand, gebaut. Das Gebäude ist ein Beispiel der Nachkriegsarchitektur, des sogenannten sozialistischen Realismus.

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- Das Gebäude (Nr. 43) wurde nach dem Projekt von Ing. Bohdan Bečka für das Prager Aktiendruckwerk im Jahr 1928 auf einem tiefen engen Flurstück gebaut. Durch die Mitte des puristischen Portals des achtgeschossigen Gebäudes geht eine Passage durch, von der aus das Kino Apollo zugänglich war. Das Kino wurde im Jahr 1947 errichtet und später wurde es auf Kino Jalta umgenannt.

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- Das Palais Letka (Nr. 41), früher Avion genannt, zu dem die Einkaufspassage Luxor, ein Café, ein Restaurant und das Kino Letka gehören, wurde nach dem Projekt des Architekten Bohumír Kozák im Stil des individuellen Konstruktivismus im Jahr 1926 gebaut. Heute ist das Palais unter dem Namen Buchpalast bekannt. Die Passage dieses Gebäudes wird mit der Passage des Nachbargebäudes Nr. 43 verbunden und mündet in die Opletalova Straße.

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- Hotel Evropa (deutsch: Europa) und Hotel Meran (Nr. 25 und Nr. 27) - siehe das selbständige Dokument.

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- Das Warenhaus Družba (Nr. 21) wurde nach dem Projekt der Architekten Milan Vašek, Vlastibor Klimeš und Vratislav Růžička im internationalen Baustil in den Jahren 1971 - 1975 an der Ecke der Jindřišská Straße gebaut. Früher gab es hier das Zentrum des Tschechischen Vereines der Produktionsgenossenschaften. In den 90er Jahren war es unter dem Namen Warenhaus Krone bekannt, derzeit trägt das Warenhaus den Namen Debenhams. Das markanteste Element des Gebäudes ist das Café im Turm auf dem Dach in Form eines Oktogons.

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- Das Neubarockpalais (Nr. 19) wurde ursprünglich für die Versicherungsanstalt Assecurazioni Generali nach dem Projekt der Architekten Osvald Polívka und Bedřich Ohman im Jahr 1895 gebaut. Auf dem Portal des Hauses sind Stein- und Bronzenstatuen von Stanislav Sucharda, Bohuslav Schnirch, Antonín Procházka, Čeněk Vosmík und František Stránský. Entlang der Jindřišská Straße wurde später eine Passage durchgeschlagen. Für eine lange Zeit hatten im Palais ihren Sitz das Amt für Standardisierung und Messwesen und das Polnische Informations- und Kulturzentrum. Das großräumige Gebäude steht anstelle eines Eckhauses mit einem Turm und gegliederten Giebeln, das im Spätrenaissancestil zu Beginn des 17. Jahrhunderts gebaut wurde. Früher wurde das Haus U Císařských genannt.

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- Das Palais Praha (Nr. 17) ist ein konstruktivistischer Bau mit einem Kinosaal, der denselben Namen trägt. Das Palais wurde nach dem Projekt des Architekten Rudolf Stockaraus in den Jahren 1926 - 1929 gebaut. Durch das Haus, dessen Fassade überwiegend verglast ist, geht eine Passage in die Jindřišská Straße durch.

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- Das frühere Warenhaus Darex (Nr. 11) wurde in den Jahren 1994 - 1996 gebaut. Vor der Aufnahme des Umbaus wurden hier archäologische Untersuchungen durchgeführt, bei denen Fundamente eines Hauses entdeckt wurden, in dem der berühmte Arzt des Kaisers Rudolf II. und des Kaisers Matthias, Matthias Borbonius, lebte und seine Apotheke um die Jahrhundertwende des 16. und des 17. Jahrhunderts hatte. Das Haus trug früher verschiedene Namen, zu den bekanntesten gehört der Name U Tůnských. Der Name Darex geht auf die Zeit zurück, als hier bedeutende Funktionäre des kommunistischen Regimes einkauften, die hier die üblich unverfügbaren Exportwaren zu speziellen Bezugscheinen erwerben konnten. Nach der Rekonstruktion blieb lediglich die Fassade im Neubarockstil aus dem Jahr 1893 erhalten, die auf Beton- und Stahlpfeilern befestigt wird und heute ein denkmalgeschütztes Objekt ist. Die übrigen Objektteile - der moderne Neubau - wurden nach dem Projekt des Architekten Peter Pivko gebaut. Das Haus hat 9 Etagen, Geschäfts- und Büroflächen mit 4 Luxusappartements im Dachgeschoss und 3 Untergeschosse mit einer Kapazität von 62 Parkplätzen. Das Gebäude hat ebenfalls seinen eigenen Aufzug, der vom Gehsteig her zugänglich ist. Im Untergeschoss gibt es ebenfalls eine kleine Exposition der archäologischen Befunde vor Ort. Durch alle Etagen führt ein inneres Atrium mit zwei Panoramaaufzügen. Das neue Dach wird mit einem thermalbehandelten Spezialglas überdacht, inmitten gibt es einen großartigen Balkon mit Aussicht.

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- Das Hotel Zlatá Husa (deutsch: Goldene Gans) (Nr. 7) wurde nach dem Entwurf des Architekten Matěj Blecha im Jahr 1910 gebaut. Es handelt sich um ein Gebäude mit Hofflügeln und einer Passage im Spätrenaissancestil. Die Innenräume wurden vom Architekten Ladislav Machoň im Jahr 1912 modernisiert.

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- Das Hotel Ambassador (Nr. 5) ist ein Objekt mit individueller Ausprägung und orientalischen Elementen, das von den Architekten Richard Klenka aus Vlastimil und František Weyr im Jahr 1912 gebaut wurde. Das Gebäude hat eine Passage und wurde auf einer Stahlbetonkonstruktion gebaut. Bis zum Jahr 1924 wurde das Hotel Passage genannt, es gab hier auch das Kino Passage. Das Hotel war auch durch das Kabarett Alhambra bekannt.

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- Das Palais Koruna (deutsch: Krone) (Nr. 1) - siehe das selbständige Dokument.

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- Das Gebäude des früheren Maschinenbauunternehmens Böhmisch-mährische Kolben-Daněk (tschechisch: ČKD), das den untersten Teil des Wenzelsplatzes optisch abschließt und im Zentrum des Goldenen Kreuzes steht, hat schon die Adresse Na Můstku 9. In der Vergangenheit gab es hier das Gebäude Zum Goldenen Einhorn (tschechisch: U Zlatého jednorožce), seit 1902 hatte hier Efraim Löbl das größte Warenhaus mit Seidenstoffen in Prag. Das neue Gebäude wurde nach dem Projekt von Jan und Alena Šrámek im Stil des Neufunktionalismus bzw. Postmodernismus im Jahr 1983 fertiggestellt. Besonders eindrucksvoll wirkt der asymmetrische Dachaufbau mit einem Kesselraum und einer großen Uhr. Unter dem Dachaufbau gab es früher ein Aussichtscafé und eine Terrasse, die eine einzigartige Aussicht auf die Prager Altstadt und das Prager Stadtpanorama bot. Nach der Rekonstruktion wird es hier im Jahr 2004 lediglich Büros eines ausländischen Unternehmens und Geschäfte in den unteren Etagen geben.

Bedeutende Gebäude auf dem linken Teil des Wenzelsplatzes vom Nationalmuseum her gesehen:

- Das Modehaus (Nr. 58) wurde in den Jahren 1954 - 1956 anstelle eines durch Bombardierung zerstörten Eckhauses gebaut. Das Warenhaus wurde nach dem Projekt des Architekten Josef Hrubý im nüchternen neuklassizistischen Stil der 50er Jahre, der auf die Tradition des Funktionalismus der Vorkriegszeit zurückgeht, entworfen. Das vertikal gegliederte Portal wird mit Travertin belegt, in der ersten Etage über dem Eingang findet man ein Sandsteinrelief als Allegorie der Textilindustrie vom Bildhauer Bartůněk.

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- An der gegenüberliegenden Ecke steht das Versicherungsanstalt-Palais Fénix (Nr. 54 und Nr. 56), ein puristisches Verwaltungsgebäude aus den Jahren 1928 - 1930 und eines der ersten konstruktivistischen Bauten in Prag vom Architekten Bedřich Ehrmann mit einem Portal vom Architekten Josef Gočár. Das Palais umfasst einen ganzen Hausblock zwischen der Krakovská Straße und der Ve Smečkách Straße. Im Erdgeschoss gibt es eine Einkaufspassage in Form der Buchstabe T, von der aus das bekannte Kino Blaník zugänglich ist. Das Vestibül der Passage wird mit dem Mosaik von Rudolf Kremlička dekoriert.

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- Das Mietshaus Na Košíku (deutsch: Auf dem Korb) (Nr. 52) an der gegenüberliegenden Ecke wurde nach dem Entwurf des Architekten Josef Schulz im Neurenaissancestil im Jahr 1880 gebaut.

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- Das geräumige Bankpalais (Nr. 42) an der Ecke der Štěpánská Straße entstand nach dem Entwurf des Architekten František Roith in den Jahren 1920 - 1931. Im Gebäude hatte ihren Sitz die Investitionsbank. Ursprünglich gab es hier die berühmte Brauerei U Primasů.

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- Das Eckgebäude der Bodenbank (Nr. 40), genannt auch Eispalast, wurde zu dem bekannten Komplex des Palais Lucerna aus den Jahren 1913 - 1917 zugebaut. Es hat auch eine ähnliche architektonische Ausprägung und zusammen mit dem Palais Lucerna bildet es einen Komplex, der mit Passagen verbunden ist. Das Gebäude wurde im späten Jugendstil gebaut und weist kubistische Elemente auf. Es hat eine fünfgeschossige Straßenfassade mit einer Mansardenetage. An der Ecke gibt es einen Kuppelturm, der den Eindruck einer großen Laterne weckt. Das Gebäude wurde vom Architekten Matěj Blecha anstelle des Palais Aehrenthal in den Jahren 1913 - 15 gebaut. Von der Passage vom Wenzelsplatz her ist das Theater Rokoko zugänglich, das im Jahr 1915 als eine Kabarettszene eröffnet wurde. Das Theatergebäude wurde in den Jahren 1969 - 1970 modernisiert.

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- Das Melantrich Gebäude (Nr. 36) wurde nach dem Entwurf des Projekts des Architekten Bedřich Bendelmayer als Palais Hvězda (deutsch: Stern) in spätem Jugendstil in den Jahren 1911 - 1912 gebaut. Die Fassade wird mit den Gemälden von Vratislav Mayer dekoriert. Noch etwas früher wurde das Gebäude des von Josef Vaňha entworfenen Druckwerks gebaut. Im Gebäude wurde das Kino Čas (deutsch: Zeit) situiert, in dem Filme rund um die Uhr projiziert wurden. Später wurde das Kino Čas auf Kino Hvězda umgenannt, das auch von der Passage des Theaters Rokoko her zugänglich war. Auf dem Balkon des Melantrich Gebäudes traten Sprecher und Sänger bei den Demonstrationen gegen das kommunistische Regime im November 1989 auf.

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- Wiehl-Haus (Nr. 34) - siehe das selbständige Dokument

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- Das Palais der ehemaligen Tschechischen Bank (Nr. 32) an der gegenüberliegenden Ecke, das später auch unter dem Namen Palais Ligna bekannt war, ist ein geräumiges fünfgeschossiges Gebäude im neuklassizistischen Stil aus den Jahren 1914 - 1916. Das Gebäude wurde nach dem Projekt von Josef Sakař und Osvald Polívka gebaut. Vorher gab es hier das Haus U Lhotků, das im Renaissancestil gebaut wurde. Das Haus hatte einen Eckturm und seine Innenräume wurden mit den Gemälden von Josef Navrátil dekoriert. Die Gemälde wurden kurz vor der Hauszerstörung teilweise abgelegt und im Museum der Hauptstadt Prag aufbewahrt. Die Sandsteinplastiken auf dem Portal und das Relief mit Merkur im Palaisgiebel sind ein Werk von Bohumil Kafka. Das Gebäude erstreckt sich bis zur Passage Světozor in der Vodičkova Straße, die mit der Passage des Palais Alfa im Jahr 1929 verbunden wurde. 1947 wurde das Objekt von den Architekten Karel und Jaroslav Fišer umgebaut. Nach ihrem Entwurf wurde auch ein Kino gebaut, das von der Passage Světozor zugänglich ist.

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- Palais Alfa (Nr. 28) - siehe das selbständige Dokument

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- Das Hotel Adria (Nr. 26), das früher auch Zum Blauen Schuh (tschechisch: U Modré boty) genannt wurde, zählt zu den ältesten Häusern auf dem Wenzelsplatz. Es wurde anstelle von zwei gotischen Bürgerhäusern gebaut, deren Keller erhalten blieben. Vor dem Jahr 1789 wurde das Hotel nach dem Projekt des Architekten Josef Zika im klassizistischen Stil umgebaut und im Jahr 1911 wurde das Haus vom Architekten Matěj Blecha zum Hotel Adria umgebaut. Sein dreigeschossiges Portal mit einem Dachraum im Mansardendach wurde im neubarocken Stil gebaut. Im Haus wurde ein Theater situiert, in dem der Schauspieler und Regisseur Emil Artur Longen tätig war. Die Weinstube im Keller wurde als eine Tropfsteinhöhle eingerichtet. Die Statuen stellen die Unterwelt mit dem Unterweltfluss Styx des griechischen Totengottes Hades, den Fährmann Charon und weitere Gestalten der griechischen Mythologie dar.

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- Das Hotel Juliš (Nr. 22) wurde nach dem Projekt des Architekten Pavel Janák gebaut. Der Hofflügel wurde im spätkubistischen Stil in den Jahren 1922 - 1925 gebaut, das funktionalistische Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1932. Im Portal findet man eine Kombination aus Glas- und Stahlelementen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Hotel unter dem Namen Tatran bekannt - denselben Namen trugen auch das Café, die Bar und die Konditorei, die es hier früher gab. Die im Gebäude situierte Passage führte in das ehemalige Kino Paris. Das hintere Portal des Gebäudes führt in den Franziskaner Garten.

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- Das frühere Hotel Družba (Nr. 16) war vor dem Jahr 1989 insbesondere durch seine Imbissbar im Erdgeschoss und die Weinstube Tabarin bekannt. Das fünfgeschossige Gebäude wurde nach dem Projekt des Architekten J. Jerolím in den Jahren 1926 - 1927 gebaut. In den 90er Jahren wurde das Haus rekonstruiert, heute gibt es dort eine Exposition der Bank Česká spořitelna. Auf dem Portal findet man zwei Sandstein-Frauengestalten von Břetislav Benda.

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- Das Peterka Haus (Nr. 12) zählt zu den frühen Bauten des Architekten Jan Kotěra, es wurde im Jahr 1899 gebaut. Das enge Portal wurde im Stil des frühen Jugendstils gebaut und wird mit der Stuckdekoration von Josef Pekárek und Pflanzenmotiven und Statuen von Stanislav Sucharda dekoriert. Die Geschäfts- und Wohnräume sind dagegen schon modern.

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- Die Adams Apotheke (Nr. 8) ist grundsätzlich ein Wohnungshaus. Man findet hier sowohl historische architektonische Elemente in den unteren Etagen als auch Spuren des Jugendstils und sogar der Moderne und des Kubismus, die hier miteinander kombiniert werden. Die ursprüngliche Form hat auch die Konstruktion des Dachraums und der Kuppel. Das Gebäude wurde nach dem Entwurf der Architekten Matěj Blecha und Emil Králíček in den Jahren 1911 - 1912 gebaut. Auch heute gibt es im Erdgeschoss eine Apotheke, die Tradition wird also nach wie vor fortgesetzt.

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- Das Baťa Warenhaus (Nr. 6) zählt zu den bedeutendsten Bauten des tschechischen Funktionalismus. Es wurde nach dem Entwurf von Ludvík Kysela in Mitwirkung mit dem Projektbüro der Baťa Werke in Zlín in den Jahren 1928 - 29 gebaut. Das siebengeschossige Gebäude greift mit seinem hinteren Portal in den Platz Jungmannovo náměstí (deutsch: Jungmann Platz) ein und ist durchgängig. In seiner Zeit galt es als das höchstentwickelte Warenhaus Europas und zählt zu den bedeutendsten Bauten des tschechischen Funktionalismus.

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- Das Lindt-Haus (Nr. 4), das auch unter dem Namen Palais Astra bekannt war, wurde für den Händler und Fabrikbesitzer Lindt als ein Waren- und Bürohaus in den Jahren 1925 - 27 gebaut. Der Autor des Entwurfs war Ludvík Kysela und es handelte sich um den ersten funktionalistischen Bau in Prag. Das Gebäude wurde durch eine leichte Fassade mit engen Fensterbrettern und riesigen Bandfenstern geprägt. In der ersten Etage war das Café Astra. Im Untergeschoss entstand in den 30er Jahren die Weinstube Carioca, die mit der historisierenden Pseudorokoko-Stuckdekoration vom Berliner Architekten Paul Sydow dekoriert wurde. Durch die Mitte des Erdgeschosses geht eine Passage durch, die den Wenzelsplatz mit dem Platz Jungmannovo náměstí verbindet. Das Gebäude ist an die Unterführung der Prager U-Bahn angeschlossen. Das Palais Astra war sehr lange ein Eckhaus.

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- Das Palais Euro (Nr. 2) wurde im Jahr 2002 eröffnet und schloss den linken unteren Teil des Wenzelsplatzes optisch ab. Nach vielen Jahren ersetzte es das ursprüngliche Eckgebäude neben dem Palais Astra, das im Jahr 1973 niedergerissen wurde. Das Waren- und Bürohaus mit neun Etagen ist auch unter dem Namen Astra II bekannt, damit man es vom Lindt-Haus oder dem Palais Astra I unterscheiden kann. Das ganze Haus ist mit einer Glasummantelung versehen. Die achte und neunte Etage werden turmartig abgeschlossen. Die Autoren des Projektes sind Richard Doležal, Petr Malinský, Petr Burian, Michal Pokorný und Martin Kotík. Der Bau wurde mit dem Preis des berühmten Architekten Mies van der Rohe ausgezeichnet, der von der Europäischen Union verliehen wird.

 

 

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