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Altstädter Ring (Staroměstské náměstí)

Der wichtigste, historische Platz Prags entstand im 12. Jahrhundert und war Zeuge zahlreicher historischer Begebenheiten. Neben dem Altstädter Rathaus und der Kirche St. Maria vor dem Teyn sind die Dominanten des Platzes die Barockkirche des Hl. Nikolaus, das Rokoko-Kinsky-Palais, das gotische Stadtpalais „Haus zur steinernen Glocke“ und das monumentale Denkmal von Meister Jan Hus. Im Pflaster des Platzes ist der Hinrichtungsort von 27 tschechischen Herren (1621) markiert sowie der Prager Meridian.

Altstädter Ring (Staroměstské náměstí), Staroměstské náměstí, Praha 1 - Staré Město, 110 00

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Objekt geschichte

Geschichte

Der älteste und bedeutendste Platz des historischen Prags, der Altstädter Ring, formierte sich als ein Marktplatz auf der Kreuzung der Handelswege Europas bereits seit dem 10. Jahrhundert. Unweit des Marktplatzes gab es eine Zollstätte (sog. Ungelt), in der die von fremden Käufern eingeführte Ware seither verzollt wurde. Insbesondere für die Käufer wurden bereits im 10. Jahrhundert ein Spital mit der Marienkirche, Gaststätten und Ställe errichtet. Hier fanden regelmäßige Märkte und Jahresmärkte statt, in denen verschiedene Waren verkauft wurden. Auf dem Platz gab es sowohl ortsständige als auch mobile Verkaufsbuden. Um den Fuß des Rathausturmes gab es dreizehn steinerne Buchten, in denen meistens teure Tücher aus dem Ausland verkauft wurden. Auch das Rathausgebäude wurde von Verkaufsbuden der Markthändler umgeben. In den mobilen Ständen verkauften ihre Waren Bäcker, Töpfer, Produzenten der Holzwaren, Gewürzhändler, Pfefferküchler und viele andere. Auf der südlichen Seite hatten ihre Marktbuden Händler, die hier Pilzen, Erdbeeren und andere Waldfrüchte, Wildbrett, Gemüse, Butter, Quarkkäse, Fett, Kränze, Röcke u.a. verkauften. Im nordwestlichen Teil des Platzes in der Nähe des Rathauses gab es den Fischmarkt. Da der Altstädter Ring eine lange Zeit Monopol für den Fischhandel hatte, gab es die meisten Fischhändler gerade hier.


Der Altstädter Ring trug im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Namen: Der älteste bekannte Name war Großer Platz (im Gegensatz zu dem kleineren Havelplatz). Im 13. Jahrhundert erscheint der Name Alter Marktplatz, ab dem 14. Jahrhundert Ring oder Altstädter Ring, im 18. Jahrhundert Altstädter Platz, Großer Altstädter Platz oder nur Großer Platz und seit 1895 wird die heutige Bezeichnung, d.h. der Altstädter Ring verwendet. Im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts wurden um den Platz herum zahlreiche Häuser gebaut, in denen ursprünglich romanische und frühgotische Fundamente, Keller und manchmal auch Teile des Erdgeschosses erhalten blieben. In der Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das Gelände im Rahmen einer Hochwasserschutzaktion ziemlich hoch mit Erdreich beliefert und damals gerieten die ursprünglich romanischen Erdgeschosse und ausnahmsweise auch ein Teil der ersten Etage unter die Straßenebene.


Im 14. Jahrhundert wurden auf dem Platz das Rathaus und etwas später die zentrale Altstädter Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn (Teynkirche) gebaut. Diese Bauten trugen zur Bedeutung des Platzes bei, der sowohl zum ökonomischen als auch zum politischen Zentrum der Prager Altstadt wurde. Mit großem Ruhm pflegten königliche Krönungsumzüge hier entlang zur Prager Burg zu fahren. Diese Tradition wurde vom König Johann von Luxemburg mit seiner Ehegattin Elisabeth von Přemysliden eingeführt (1311). Der Altstädter Ring wurde auch zum Schauplatz tragischer Ereignisse, es fanden hier zum Beispiel Hinrichtungen statt, aber auch zum Schauplatz verschiedener Feier und Volksversammlungen. Im Jahr 1422 wurde der Platz zum Zeugen der Unruhen, die die Hinrichtung von
Johann von Seelau mit sich brachte. Johann von Seelau war der Führer armer Leute in Prag und wurde am Brunnen auf dem Rathaushof enthauptet. Im Jahr 1437 fand hier die Hinrichtung des letzten Hussitenhauptmanns Johann Roháč von Dauba und von Sion und seiner Genossen statt. Nach dem Besiegen der Hussitenrevolution wurde hier im Jahr 1458 Georg von Podiebrad zum böhmischen König gewählt. Eines der größten tragischen Ereignisse fand vor dem Rathaus am 21. Juni 1621 statt. Es wurden hier 27 führende Teilnehmer des böhmischen Ständeaufstandes gegen die Habsburger Monarchie hingerichtet. Bei der Hinrichtung wurden die folgenden Herren enthauptet: Joachim Andreas von Schlick, Wenzel von Budovec, Christoph Harant von Polschitz und Weseritz, Kaspar Cappleri de Sulewicz, Prokop Dvořecký von Olbramovice, Friedrich von Bílá, Otto von Los, Diwisch Czernin von Chudenitz, Vilím von Konetzchlum, Boleslaw der Ältere von Michalovice, Walentin Kochan von Prachová, Tobias Štefek von Koloděje, Johannes Jessen, Christoph Kobr, Jan Šultys, Maximilián Hošťálek, Georg Haunschild, Leandr Ryppel, Wenzel Maštěřovský, Heinrich Kozel, Ondřej Kocour, Jiří Řečický, Michal Wittman und Šimon Kováč. Johann Kutnauer, Šimon Sušický und Nathanael Vodňanský wurden gehenkt. Johann Sixt von Ottersdorf, der auch enthauptet werden sollte, wurde schließlich begnadigt. Zum Andenken der böhmischen Rebellen sind im Gehsteig am Altstädter Ring 27 Kreuze als Symbole der Schwerter und der Dornkrone markiert. Der Hinrichtungsort wurde zum ersten Mal im Jahr 1904 anlässlich des Wechsels der Pflasterung auf dem ganzen Platz hier im Pflaster gekennzeichnet.

Ab dem Jahr 1591 stand im nördlichen Teil des Platzes der berühmte Krocín Springbrunnen (siehe das Dokument Springbrunnen). Im Jahr 1650 wurde hier als Dank für die Befreiung der Stadt Prag von den schwedischen Truppen eine Mariensäule zur Ehre Maria Immaculata aufgestellt. Die Säule wurde von Jan Jiří Bendl geschaffen. Nach München war es die zweite älteste Mariensäule Europas und sie stand hier bis 1918, danach wurde sie niedergerissen (siehe das Dokument Denkmäler und Statuen). An ihrer Stelle findet man heute eine Gedenktafel aus Messing. In der Pflasterung findet man auch den sogenannten Prager Meridian - einen Ort, an den der Schatten fiel, der von der Mariensäule bei sonnigem Wetter zu Mittag geworfen wurde. Der Ort liegt 14 Grad 25 Minuten östlich von Greenwich. Der tschechischen und lateinischen Aufschrift ist der folgende Wortlaut zu entnehmen: Der Meridian, nach dem einst die Zeit in Prag gesteuert wurde. Meridianus quo olim tempus pragense dirigebatur.


Ab dem Jahr 1849 stand auf dem Platz unter dem Rathausbalkon in Richtung Teynkirche die sogenannte Hauptwache, also die zentrale Militärwache mit zwei Kanonen. Die Besatzung bewachte die Ärarkasse und die Stadtkasse. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Aussehen des Altstädter Rings durch den Bau des neuen neugotischen Rathauses mit dem sogenannten Sprenger Flügel geändert.


Eine große Auswirkung brachte ebenfalls die Rekonstruktion in den 90er Jahren im 19. Jahrhundert mit sich. Zu dieser Zeit wurden die Häuser im nördlichen Teil des Altstädter Rings niedergerissen und es entstand eine völlig neue Straße - die St. Nikolaus Straße (tschechisch: Mikulášská) mit dem Durchblick auf Letná, die seit 1926 unter dem Namen Pariser Straße (tschechisch: Pařížská) bekannt ist. Vor der Rekonstruktion wurde der Ort mit Häusern verbaut. Auch vor der St.-Nikolaus-Kirche stand bereits seit Mittelalter das Krenn Haus (Křen Haus oder Chřenovský Haus), das die Aussicht auf die Kirche verdeckte. Die Kirche wurde erst im Jahr 1901 im Rahmen der Rekonstruktionsarbeiten niedergerissen.


Das Magister Johannes-Huss-Denkmal von Ladislav Šaloun wurde auf dem Altstädter Ring im Jahr 1915 anlässlich des 500. Jahresgedächtnisses des Feuertodes von Johannes Huss in Konstanz enthüllt (siehe das Dokument Denkmäler und Statuen).


Im Jahr 1902 fand hier eine Manifestation für das allgemeine Stimmrecht statt und am 14. Oktober 1918 verlangte hier das Volk die Errichtung der freien sozialistischen Republik. Im Februar 1948 kündigte der Vorsitzende der damaligen Regierung Klement Gottwald dem versammelten Volk in seiner Rede, die er vom Balkon des Kinsky Palais hielt, das radikale Programm des Aufbaus des Sozialismus in der Tschechoslowakei an und eröffnete so einen langen Zeitraum der Totalität. Die Prager Bürger versammeln sich auf dem Altstädter Ring bei bedeutenden Ereignissen auch noch heute. In den letzten Jahren wurde die Tradition der Weihnachts- und Ostermärkte wieder belebt.


Seit April 2007 erfolgen Restaurierungsarbeiten und das Denkmal ist verdeckt. Die Beendigung der Restaurierungsarbeiten ist für den Beginn der Touristensaison 2009 vorgesehen.
Das Straßenbahngleis, das hier von der Celetná Straße und der Pařížská Straße führte, wurde schon im Jahr 1960 entfernt. Auf den Busverkehr wurde hier sieben Jahre später (1967) verzichtet. Im Jahr 1979 wurde auch der öffentliche Parkplatz vom Altstädter Ring verlegt. Es wurde der Entschluss gefasst, dass der ganze Platz in eine Fußgängerzone - ähnlich wie die anliegende Celetná Straße - umgewandelt wird und sämtlicher Verkehr wurde vom Altstädter Ring ausgeschlossen. Der Automobilverkehr blieb lediglich zwischen der Pařížská Straße und der Dlouhá Straße aufrechterhalten. Heute stehen auf dem Platz entlang der Baumallee hinter dem Rathaus lediglich Pferdefuhrwerke mit Kutschen für Touristen.
Im Jahr 1987 wurde die Rekonstruktion des Altstädter Rings beendet. Der Pietätsort des Hinrichtungsplatzes, auf dem 27 Führer des böhmischen Ständeaufstandes gegen die Habsburger Monarchie im Jahr 1621 hingerichtet wurden, wurde erneuert. Der ganze Platz wurde gepflastert, insgesamt wurden hier 23 000 m2 neue Pflasterung gelegt. Das gesamte unterirdische Versorgungsnetz unter dem Altstädter Ring wurde komplett erneuert. Der Platz wurde mit 29 neuen Lampen mit zwei hundert Lichtern beleuchtet. Auf dem Ort des ursprünglich nördlichen Rathausflügels, der bei den Kämpfen im Frühling 1945 zerstört wurde, wurde zunächst eine Parkanlage errichtet. Im Jahr 1998 wurde dieser Erholungsplatz mit einer Fläche von beinahe 2000 m2 mit 51 Ahornen bepflanzt und mit Bänken und neuer Pflasterung in blauer, roter und weißer Farbe ausgestattet. Die Fläche des Altstädter Rings beträgt knapp von über 9000 m2. Wegen seiner Bedeutung wurde der Altstädter Ring im Jahr 1962 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Bedeutende Gebäude auf dem Altstädter Ring:

- Altstädter Rathaus (Nr. 1) - siehe das selbständige Dokument. Von dem Rathaus gehen wir zu dem gegenüberliegenden Gebäude.


- Das Haus Zum goldenen Engel (tschechisch: Dům U Zlatého anděla) (Nr. 29) wurde manchmal auch Zum Schwarzen Engel genannt. Es handelt sich um ein Barockhaus. Es wurde an der St.-Michal-Kirche gebaut, mit der es auch einst zu einem Komplex verbunden war. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts gab es hier eine Kapelle mit gotischem Netzgewölbe. In oberem Teil der Kapelle wurde ein Wandgemälde mit den Gestalten St. Prokops, St. Adalberts und St. Veits aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts entdeckt. Das Gemälde wurde abgetragen und von František Sequens restauriert und nun wird es im Museum der Hauptstadt Prag aufbewahrt. Aus dem Jahr 1594 gibt es schon Nachrichten über ein größeres Haus, das ab dem Jahr 1684 den Namen Zum Engel (tschechisch: U Anděla) und ab 1726 den Namen Zum Schwarzen Engel (tschechisch: U Černého anděla) trug. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte ein radikaler Barockumbau. 1887 wurde das zweigeschossige Haus um die dritte Etage im Dachraum erweitert. Auf der linken Seite des Hauses führte eine Gasse zur St.-Michal-Kirche. Unter der Regierung des Kaisers Josef II. wurde die Kirche aufgehoben und die Gasse wurde verbaut. Über dem Eingangsportal gibt es einen Erker, in seiner Achse findet man eine Kartusche mit dem Gemälde eines Engels. Die St.-Florian Statue aus Sandstein an der Hausecke wurde von Ignaz Franz Platzer nach dem Jahr 1760 geschaffen. Das Haus ist durch das Restaurant Zum Prinzen (tschechisch: U Prince) bekannt.


- Das Vilímkovský Haus (Nr. 28), das bereits im Jahr 1462 als Haus Zum Christoph (tschechisch: U Kryštofa) erwähnt wurde, ist der ursprünglich hintere Flügel des ehemaligen St.-Michal-Servitenklosters. In den Jahren 1472 - 1514 erfolgte hier ein großer gotischer Umbau, später wurde das Haus im Renaissancestil und in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut. Es handelt sich um ein Gebäude des Palasttyps mit einem spätbarocken Portal, dessen Autor wahrscheinlich Franz Ignaz Prée ist. Im Erdgeschoss findet man ein Portal im Spätrenaissancestil aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.


- Das anliegende Haus Zum Ochsen (tschechisch: U Vola) (Nr. 27) steht bereits an der Ecke des Altstädter Rings und der Melantrichova Straße. Das Haus wurde im frühmittelalterlichen, gotischen und spätgotischen Stil (bis 1540) umgebaut. Der Name Zum Ochsen geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als sich das Haus im Besitzer der Familie Ochs befand. Es wurde aber auch U Smertošů oder Zum weißen Löwen (tschechisch: U Bílého lva) genannt. Die Renaissanceumbauten wurden von seinem neuen Besitzer Martin Smertoš Jr. nach dem Jahr 1609 durchgeführt. Um das Jahr 1740 wurde ein deutlicher Barockumbau durchgeführt. Aus dieser Zeit stammt der Barockgiebel auf der Fassade. Ursprünglich wurde auch das gotische Portal aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Beim Umbau in den Jahren 1935 - 36, der vom Architekten Karel Roštík für den damaligen Besitzer Kyncl, einen Händler mit Stoffen, durchgeführt wurde, wurde das Portal in ein Schaufenster umgewandelt. An der Ecke des Gebäudes gibt es in der Fensternische im ersten Stock eine Kopie der St. Josef-Statue aus Sandstein von Lazarus Widmann, die nach 1750 geschaffen wurde. Das Original wurde nicht erhalten. Das Haus wird mit dem gegenüberliegenden Štěpánovský Haus mit zwei Bögen über die Melantrichova Straße verbunden und gestützt.


- Das Eckhaus Štěpánovský Haus (Nr. 26) trägt seinen Namen nach seinem Besitzer Steffan von Kladsko, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts lebte. Vorher wurde das Haus Zum Stein (tschechisch: Na Kamenci) genannt. Das ursprünglich romanische Haus aus den Jahren 1170 - 1200 wurde im frühgotischen Stil im dritten Quartal des 14. Jahrhunderts umgebaut und später um das Jahr 1550 im Renaissancestil erweitert. Die heutige frühbarocke Fassade stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde mit Renaissancegiebeln versehen. In der gotischen Laube aus dem 14. Jahrhundert gibt es ein Portal aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Das Haus wird auf einem tiefen Flurstück situiert, das bis zur Kožená Straße reicht.


- Das Haus Zur blauen Gans (tschechisch: Dům U Modré husy) (Nr. 25) diente seither als eine alte Gaststätte. Schon seit dem 16. Jahrhundert gab es hier geräumige Weinlager. Das Haus war lange Zeit auch unter dem Namen U Bindrů nach der Weinstube Bindr bzw. unter dem Namen Zum Persönchen (tschechisch: U Človíčků) oder Zum blauen Stern (tschechisch: U Modré hvězdy) bekannt. Auf dem Ort des ursprünglich romanischen Hauses aus dem 12. Jahrhundert, dessen Reste im Untergeschoss erhalten blieben, wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts ein zweigeschossiges gotisches Haus gebaut. Aus dieser Zeit stammen der Eingangssaal, die hintere Kammer und der Durchgang in den Hof. Von großer Bedeutung war auch der Umbau im Frührenaissancestil aus den Jahren 1546 - 1571, zu dieser Zeit wurde auch das Gewölbe der Laube gebaut. In der Hälfte des 17. Jahrhunderts befand sich das Haus im Eigentum von Daniel Voříkovský von Kunratice. Dieser wurde im Jahr 1699 zum Prager Oberbürgermeister gewählt und sorgte wahrscheinlich für einen repräsentativen Umbau des Portals. Die heutige Fassade wurde im spätbarocken Stil umgebaut. Nach dem Jahr 1926 wurde das Haus mit dem Štěpánovský Haus durch einen Verkehrsweg verbunden.

- Das Haus Zum roten Fuchs (tschechisch: Dům U Červené lišky) (Nr. 24) wurde ursprünglich als ein romanisches Gebäude gebaut und mehrmals im gotischen Stil umgebaut. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Haus im Frühbarockstil umgebaut, der mit mehreren Aspekten an die Bauten von Jean Baptist Mathey erinnert. Aus dieser Zeit stammen auch die heutige Fassade und die Hausdispositionen. Die Innenräume wurden mit interessanten Stuckdekorationen und Gemälden geziert. Das ursprüngliche Hauszeichen auf der Fassade fehlt, nun gibt es dort ein vergoldetes Marienrelief.


- Das Haus Zu Störchen (tschechisch: Dům U Čápů) (Nr. 23) trägt seinen Namen bereits seit dem 14. Jahrhundert, denn damals wurden dort Störche gemalt. Das Haus wurde als ein gotisches Gebäude gebaut und Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil erweitert. Der Umbau im Frühbarockstil wurde vor dem Jahr 1689 durchgeführt. Aus dieser Zeit stammt die Disposition des heutigen Portals mit zweigeschossigem Giebel. Ähnlich wie auch die Häuser in der Nachbarschaft hat das Haus eine Laube und wird auf einem engen und tiefen Flurstück situiert, das bis zur Kožená Straße reicht. Während der Kämpfe gegen die Nazis im Jahr 1945 wurden seine Innenräume vom Brand beschädigt. Bei späteren Rekonstruktionen wurde das Haus mit dem anliegenden Haus Nr. 22, das ebenfalls von den Nazis beschädigt wurde, verbunden.


- Das Haus (Nr. 22) entstand im 18. Jahrhundert durch die Verbindung von zwei selbständigen mittelalterlichen Häusern: Zur Goldkrone (tschechisch: U Zlaté koruny) und Zum Goldenen Pferd (tschechisch: U Zlatého koníka). Das Haus auf der rechten Seite, zu dem heute eine Laube gehört, befand sich ab dem Jahr 1605 im Besitztum des bekannten Antiquars Ottavio Strada von Rossberg, der eine goldene Krone als Hauszeichen an das Haus aufbringen ließ. Vor dem Jahr 1690 wurden beide Häuser im Frühbarockstil umgebaut. Im Jahr 1767 gingen sie in den Besitz eines einzigen Besitzers über. Bis 1770 wurden beide Häuser miteinander verbunden, im Spätbarockstil umgebaut und beim rechten Teil des Hauses wurde eine Laube gebaut. Die Rekonstruktion nach dem Brand im Jahr 1945 erfolgte in den Jahren 1949 - 1952. Das Hauszeichen fehlt heute.


- Das Haus Zum goldenen Kamel (tschechisch: U Zlatého velblouda) (Nr. 21) ist das letzte Haus und daher auch ein Eckhaus in diesem Hausblock. Seine längere Fassade wird schon in die Železná Straße gerichtet. Auch dieses Haus entstand auf einem Flurstück, auf dem ursprünglich zwei Gebäude situiert wurden, von denen das Eckgebäude im Rahmen eines wesentlichen Umbaus im Jahr 1858 niedergerissen wurde und so die Erweiterung der Mündung der Železná Straße ermöglichte. Der Umbau des Hauses im romantischen Stil erfolgte nach den Plänen von Jan Bělský. Unter einem Teil des Hauses blieb ein großer gotischer Keller erhalten. Ab der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte hier seinen Sitz von über 100 Jahren das bekannte Uhrwerk, dessen Besitzer, die Familie Hainz, die astronomische Turmuhr am Altstädter Ring verwaltete.


- Das Haus Zum Einhorn (tschechisch: U jednorožce) (Nr. 20) wurde auch Zum Goldenen Einhorn oder Zum Weißen Pferd genannt - siehe das selbständige Dokument.


- Das Haus Zum Lazarus (tschechisch: U Lazara) (Nr. 19) ist ein gotisches Haus, dessen Kernteil im romanischen Stil aus dem Ende des 12. Jahrhunderts stammt. Im letzten Quartal des 17. Jahrhunderts, als das Haus ins Eigentum des Priors des Kartäuserordens in Valdice überging, wurde das Haus umgebaut und dieser Umbau war maßgebend für das heutige Aussehen des Gebäudes. Im Jahr 1803 wurde über dem zweigeschossigen Portal ein Balkon im klassizistischen Stil gebaut. Auf dem Haus gibt es ein in einen goldenen Rahmen eingesetztes Marienbild mit Jesuskind.

- Das Haus Zum steinernen Tisch (tschechisch: U Kamenného stolu) (Nr. 18) wird auch Zur Währung (tschechisch: U Měny) genannt. Im 14. Jahrhundert wurde das alte Gebäude im gotischen Stil umgebaut und gewann ungefähr sein heutiges Aussehen. Vor dem Jahr 1472 wurde es von Georg von Podiebrad gekauft, der hier für eine kurze Zeit eine Geldwechselstelle errichtete - deshalb wird das Haus auch Zur Währung genannt. Nach dem Jahr 1724 wurde das Objekt im Hochbarockstil umgebaut und um zwei Etagen erhöht, teilweise neu gewölbt und mit neuer Fassade versehen. Auf der Fassade inmitten der ersten Etage findet man im Stuckrahmen ein Gemälde mit St. Johann Almosenpfleger. Nach dem Jahr 1907 gab es im Haus einen literarischen Salon, der von Berta Fantová geleitet und zum Beispiel auch von Franz Kafka besucht wurde.


- Das Haus Zum steinernen Lamm (tschechisch: Dům U Kamenného beránka) (Nr. 17) hat im Untergeschoss ursprünglich romanische Wände und gotische Keller. Im 14. Jahrhundert wurde das ursprünglich ältere Gebäude im gotischen Stil und später im Frührenaissancestil (um 1530) umgebaut. Zu dieser Zeit entstand das bedeutende Eingangsportal, wahrscheinlich handelt es sich um ein Werk der Kunstschule Benedikt Rieds. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Haus um eine Etage erhöht und darüber wurde ein hoher gespaltener Giebel im Spätrenaissancestil gebaut. Ab 1725 befand sich das Haus mehrere Jahre im Eigentum des Architekten František Maxmilián Kaňka. Ab dem letzten Quartal des 18. Jahrhunderts bis 1945 gab es im Haus die Apotheke Zum weißen Einhorn, die ihren Namen nach dem Hauszeichen aus der Zeit um das Jahr 1530 gewann. Auf der Steinplatte auf dem Haus wird ein Lamm mit einem Horn und einer menschlichen Gestalt abgebildet. Die Gedenktafel am Eingang erinnert an Albert Einstein, der hier in den Jahren 1910 - 11 Vorträge hielt. Im Haus hatte ihren Gesellschaftssalon Berta Fantová, in dem sich deutsch schreibende Schriftsteller und Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Max Brod, Franz Werfel, Egon Ervin Kisch trafen. Das Haus brannte während der Kämpfe im Mai 1945 aus, seine Innenräume wurden dann neu gebaut.


- Štorch Haus (Nr. 16) - siehe das selbständige Dokument.


- Das Haus Zum weißen Einhorn (tschechisch: U Bílého jednorožce), auch Trčkovský Haus genannt (Nr. 15), zu dem eine Laube gehört, steht schon an der Ecke der Celetná Straße. Es wurde auf Fundamenten zweier Häuser in romanischem Stil gebaut, die im 14. Jahrhundert einem aufwendigen Umbau unterzogen wurden. Die Laube stammt aus der Zeit nach dem Jahr 1330. Der wesentliche Renaissanceumbau wurde von den Besitzern, der Familie Trčka durchgeführt, nach der das Haus auch Trčkovský genannt wird. 1703 wurde hier die Apotheke Zum weißen Einhorn errichtet, die unter demselben Namen zu Ende des 18. Jahrhunderts ins Haus Nr. 17 übertragen wurde. 1754 wurde im Haus Josefina Hambacherová, später Dušková geboren, eine bekannte Sängerin und Ehefrau des Komponisten Franz Xaver Dušek, der mit Wolfgang Amadeus Mozart befreundet war. Im Jahr 1770 wurde das Haus mit einer Fassade im Spätbarockstil versehen. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der neue Besitzer Šmolka das Gebäude erwarb, wurde das Haus nach den Plänen von Jan Bělský im spätklassizistischen Stil umgebaut. Die schönen Giebel im Spätrenaissancestil wurden damals abgetragen und durch eine weitere Etage abgelöst. Unlängst wurden die Giebel wiederum nach dem früheren Aussehen renoviert.


- Die Teynschule (Nr. 14) steht an der Ecke des Altstädter Rings und der Týnská Gasse. Ursprünglich gab es hier zwei gotische Bürgerhäuser, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts verbunden und später im Renaissancestil angepasst wurden. Auf den Hoffassaden des Hauptgebäudes wurden Reste der Renaissancesgraffiti entdeckt. In der mittleren Achse gab es ein Barockfresko aus dem 18. Jahrhundert mit dem Motiv Maria Himmelfahrt, die derzeit abgetragen wurde. Am Gipfel der Fassade gibt es bogig steigende Gipfel im venezianischen Renaissancestil aus der Hälfte des 16. Jahrhunderts, als das Haus weiter ausgebaut wurde. Ab Ende des 14. Jahrhunderts bis in die Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein gab es bei der Teynkirche eine Pfarrschule, in der auch der Baumeister Mathias Rejsek Ende des 15. Jahrhunderts tätig war. Nach der Auflösung der Schule wurden die Räumlichkeiten für Wohnungszwecke angepasst. Man findet hier die älteste gotische Laube in Prag.


- Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn - siehe das selbständige Dokument.


- Haus Zur steinernen Glocke (tschechisch: U Kamenného zvonu) (Nr. 13) siehe das selbständige Dokument.


- Kinsky Palais (Golz - Kinsky Palais) (Nr. 12) - siehe das selbständige Dokument.


- Das Haus Goldenes Kreuz (im tschechischen: Zlatý kříž) (Nr. 10) wurde anstelle eines alten Hauses, das während der Rekonstruktion niedergerissen wurde, vom Baumeister V. Romováček im Jahr 1906 gebaut. Das Magistrat der Stadt Prag beauftragte mit dem Projekt des Portals einen bewährten Künstler, den Architekten Richard Klenek aus Vlastimil, der das Werk im manieristischen Stil durchführte: Über dem Hauptsims gibt es einen Giebel mit einem Dreiecktympanon und darin findet man ein vergoldetes Sonnenrelief mit einem Kreuz in der Mitte, nach den Seiten des Tympanon stehen Vasen, in der Spitze ist eine Windrosette aus Metall. Die Fenster wurden mit reicher Stuckdekoration geziert, man findet hier Motive wie Weinrebe und weitere Pflanzmotive. In der ersten Etage zwischen den Fahnenstangen ist das Wappen der Stadt Prag. 1939 wurde das Haus zum Bestattungsinstitut der Hauptstadt Prag umgebaut.


- Das Haus Zum Elefanten (tschechisch: U Slona) (Nr. 9) wurde auch Zum Goldenen Elefant oder Cukrovský Haus genannt. Bereits im Mittelalter gab es hier eine Gaststätte. In der Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde hier ein frühbarocker Umbau durchgeführt. Nach der Hälfte des 18. Jahrhunderts, als sich das Haus im Eigentum des Grafen Cukr von Tamfeld befand, wurden hier Rokokoanpassungen durchgeführt. Zu dieser Zeit wurde das Portal mit dem Wappen der Familie Cukrovský versehen, nach der das Haus auch genannt wurde. Auch trotz der Proteste des Klubs für das Alte Prag wurde das Haus bei den Rekonstruktionsarbeiten in den Jahren 1904 - 1905 niedergerissen. In den Jahren 1905 - 1906 wurde ein neues Haus nach dem Entwurf von František Schlaffer mit einer Neubarockfassade mit reichen Stuckdekorationen in der ersten Etage gebaut. Das Portal in Richtung Dlouhá Straße wurde mit gemalten Szenen dekoriert. An der Ecke des Hauses, das eine Laube hat, gibt es einen Eckerker, der mit einer Atlantengestalt gestützt wird.

- Das ehemalige Paulanerkloster (Nr. 7) befindet sich auf der nördlichen Seite des Altstädter Ringes quer gegenüber dem Haus Zum Elefanten. Es ist das einzige Haus auf dieser Straße des Altstädter Ringes, das von der ursprünglichen Bebauung erhalten blieb. Es wurde vom Paulanerorden gebaut. Der Paulanerorden hat die St.-Salvator-Kirche (siehe das selbständige Dokument), die sich in der Nähe befindet und die nach der Schlacht auf dem Weißberg den deutschen Lutheranern konfisziert wurde, als Spende im Jahr 1626 bekommen. Das nebenstehende Haus wurde dann vom Paulanerorden zum einem provisorischen Kloster umgebaut. Später kauften die Paulaner dazu noch ein Haus und in den Jahren 1688 - 1696 wurden beide Häuser miteinander baulich verbunden. Es wurde hier ein geräumiger Konvent mit neuer Hauptfassade in Richtung Altstädter Ring nach dem Plan von Paul Ignaz Bayer und dem Baumeister Giovanni Domenico Canevalle gebaut.

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Das neue Portal des Konvents wurde mit den Statuen von Mathias Wenzel Jäckl aus dem Jahr 1696 dekoriert, die es dort bis heute gibt. Es handelt sich um die folgenden Statuen: St. Casparus de Bono, Erzengel Rafael, Schutzengel und die Selige Grazia von Valencia. In der mittleren Fensternische werden die Statue des Gründers des Paulanerordens, St. Franziskus von Paula, und die Statue von St. Salvator auf dem Giebel situiert. 1784 wurde das Kloster von Josef II. aufgehoben und die Mönche mussten das Kloster verlassen. Danach wurde hier das Wachhaus der berittenen Wache unterbracht und später wurde das Objekt dem Münzamt zugeteilt, das hier seinen Sitz bis 1857 hatte. Nachdem das Kloster von der Prager Gemeinde gekauft wurde, ließ sie die anliegenden Hofobjekte niederreißen. Im 14. Jahrhundert gab es hier das Jost-Palais, in dem auch Sophia, die zweite Gattin von Wenzel IV. lebte.

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Im Untergeschoss blieben zwei Räume im romanischen Stil erhalten.

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- Das Palais der früheren Stadtversicherungsanstalt (Nr. 6) ist ein Gebäudekomplex, der nach dem Entwurf des Architekten Osvald Polívka im Jugendstil und im Neubarockstil in den Jahren 1899 - 1901 gebaut wurde. Der linke und engere Teil des Palais soll an das Aussehen des früher zerstörten Barockhauses Zum goldenen Stern erinnern. Das Marmorportal wird mit kleinen allegorischen Gestalten der Universitätsfakultäten von Ladislav Šaloun versehen. Das Portal über den Fenstern wird mit Muscheln, Putten und Masken dekoriert, bei dem Giebel über der vierten Etage sind Plastiken zweier sitzender Löwen mit Krone. Der rechte und breitere Teil des Gebäudes wird mit den Feuer- und Wasserallegorien von František Procházka und Ladislav Šaloun dekoriert. In den Bogengiebeln über der vierten Etage gibt es Statuen „Alarmruf“ und „Brandlöschen“ von Bohuslav Schnirch. Im Bogen des großen Giebels gibt es ein Mosaik offensichtlich mit der Fürstin Libussa und einer knienden Gestalt vor dem Stadtpanorama von František Urban. Über dem Bogen des Haupteingangs befindet sich das Reliefwappen der Stadt Prag, unter den Balkons der zweiten Etage findet man Masken und Drachen, über den Fenstern wiederum Reliefs mit Putten und über der dritten Etage das Stadtwappen mit Putten und einer Krone. Die ornamentale Stuckdekoration auf dem Portal ist ein Werk von František Kraumann. Im Flur gegenüber dem Eingang gibt es eine Fontane mit einer Mädchengestalt im Schilf aus Metall, die die Allegorie des Wassers darstellt. Das Werk wurde von Ladislav Šaloun geschaffen. Am Hofgelände steht das Gebäude der neuen Halle mit einer geräumigen Gusskonstruktion aus dem Jahr 1909. Zur Versicherungsanstalt gehörte auch das in den Jahren 1909 - 1910 in der Salvátorská Straße gebaute Wohnungshaus.

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- Das Haus Nr. 5 an der Ecke der Pařížská Straße ersetzte zwei ursprüngliche wertvolle Bauten, die im Rahmen der Rekonstruktion des Altstädter Rings im Jahr 1895 niedergerissen wurden. An ihrer Stelle wurde in den Jahren 1896 - 1897 ein Mietshaus im Neubarockstil mit einem Restaurant und Geschäften nach dem Projekt von Otakar Materna und dem Professor an der Tschechischen Technischen Hochschule Rudolf Kříženecký gebaut. Auf Wunsch der Stadt wurde das Haus mit zierlichen Barockdetails aus dem ursprünglichen Haus und dem Paulanerkloster dekoriert. Bei den Kämpfen um das Altstädter Rathaus im Mai 1945 wurde das Haus beschädigt und nach dem Krieg von den Architekten Jaroslav Stránský und Karel Storch rekonstruiert. An der windschiefen Ecke hat das Haus in der zweiten und dritten Etage einen Erker, der von den Atlanten in Überlebensgröße gestützt wird. Die Atlanten sind ein Werk von Vilém Amort. Auf dem Portal in die Pařížská Straße gibt es in der Nische eine Bacchus-Statue von Jindřich Říha. Der Eingang ins Haus vom Altstädter Ring wird mit ionischen Säulen und allegorischen Plastiken von Vilém Amort umrahmt, die einen Kampf der alten Architektur mit der neuen darstellen. Im zweiten Stock über dem Eingang findet man ein Relief mit Engeln und einem Medaillon, dessen Autor wahrscheinlich Jindřich Říha war.

 

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