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Altstädter Rathaus mit der astronomischen Aposteluhr (Staroměstská radnice s orlojem)

Das Rathaus wurde im Jahre 1338 als Sitz der Selbstverwaltung der Altstadt errichtet. Den ältesten gotischen Teil des Komplexes bilden ein wunderschöner Turm mit einer Erkerkapelle und die einzigartige Aposteluhr, auf der zu jeder vollen Stunde (9.00–23.00 Uhr) zwölf Apostel erscheinen. Der östliche, neugotische Flügel des Rathauses wurde am 8. 5. 1945 während des Prager Aufstands zerstört und bislang nicht erneuert. Der Besucherrundgang beinhaltet die historischen Säle, den Turm und das Souterrain.

Altstädter Rathaus mit der astronomischen Aposteluhr (Staroměstská radnice s orlojem), Staroměstské náměstí 1/3, Praha 1 - Staré Město, 110 00
Web: http://www.staromestskaradnicepraha.cz, e-mail: staromestskaradnice@prague.eu
tel.: +420775400052, +420236002629

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Montag
11.00 – 18.00
Dienstag
09.00 – 18.00
Mittwoch
09.00 – 18.00
Donnerstag
09.00 – 18.00
Freitag
09.00 – 18.00
Samstag
09.00 – 18.00
Sonntag
09.00 – 18.00

EINTRITTSPREISE
großer Rundgang (Kapelle, historische Säle und Souterrain):

  • Grundpreis: 100 Kč
  • ermäßigter Preis: 70 Kč
  • Familienticket: 210 Kč

Turm des Altstädter Rathauses:

  • Grundpreis: 130 Kč
  • ermäßigter Preis: 80 Kč
  • Familienticket: 280 Kč
  • mEintrittskarte: 110 Kč
    Seit dem 1. Mai 2016 können sich Interessenten für eine Aussicht aus dem Rathausturm neben den klassischen Eintrittskarten auch elektronische Eintrittskarten kaufen. Die sogenannte mEintrittskarte ermöglicht die bevorzugte Abfertigung während dem Zutritt zum Turm, gegenüber der gewöhnlichen Eintrittskarte ist sie billiger und bietet auch Bonusinhalte für das Mobiltelefon. Die elektronische Eintrittskarte kann man durch das Scannen des QR Codes von den Informationstafeln im Altstädter Rathaus oder auf der Seite prague.mobiletickets.cz bekommen. Die mobile Eintrittskarte steht nur für Individualbesucher bis maximal fünf Personen zur Verfügung.

Kombinierte Eintrittskarte (großer Rundgang + Turm):

  • Grundpreis : 180 Kč

AUSSTELLUNG

  • historischen Säle - Brožík, Jiřík (Die Säle verfügen über keinen barrierefreien Zugang.)
  • gotische Kapelle mit  Blick auf die Apostelfiguren (langfristige Ausstellung der Mariensäule)
  • gotischer Turm mit Ausblick – Wendelgang in der Höhe von 41 Metern (barrierefreier Zugang bis zum Turm: Aufzug vom Erdgeschoss bis in den 3. Stock -  Auf diesen schließt ein eigenständiger Aufzug in den Rathausturm an. Kapazität: 10 Personen. Zwischen beiden Aufzügen ist eine bewegliche Fläche angebracht.)
  • romanisch-gotisches Souterrain des Rathauses – angedeutete historische Ausstellung. Bestandteil des Souterrains ist auch ein pietätsvoller Raum, in dem ein Kreuz aus verbrannten Balken an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs erinnert, als das Altstädter Rathaus größtenteils vernichtet worden ist.

ASTROLOGISCHE UHR mit 12 Aposteln und seinem Kalendarium

  • Betrieb ganzjährig zu jeder vollen Stunde 9.00 - 23.00

ABENDLICHE BESICHTIGUNGEN DES ALTSTÄDTER RATHAUSES

  • in tschechischer, englischer, französischer, deutscher und russischer Sprache
  • Beginn immer um 20.00
  • Dauer etwa 90 Minuten
  • Eintritt 180 Kč
  • Nähere Informationen erhalten Sie beim Dispatcher des Altstädter Rathauses, Tel. 775 443 438, 775 443 439
  • Reservierung per E-Mail: staromestskaradnice@prague.eu
  • Termine für abendliche Besichtigungen im Dezember 2016 und Januar 2017:
in Tschechisch Sa 10.12. So 25.12. Sa 14.1. Sa 28.1.
in Englisch Sa 3.12. Sa 17.12. Sa 7.1. Sa 21.1.
in Deutsch        
in Französisch        
in Spanisch        

 

TOURISTISCHES INFORMATIONSZENTRUM - PRAGUE CITY TOURISM im Erdgeschoss des Gebäudes


AUSSTELLUNSGRÄUME

  • Kreuzgang im Erdgeschoss und Rittersaal im 1. Stockwerk - verwaltet MHMP

Besitzer und Verwalter: Hauptstadt Prag
Betreiber: Prague City Tourism

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Programme

Objekt geschichte

Das Altstädter Rathaus wurde zum Selbstverwaltungszentrum der Prager Altstadt im Jahre 1338, als die Bürger die Zustimmung zu dessen Gründung von dem König Johann von Luxemburg (auch Johann von Böhmen genannt) erhielten. Eben hier wählten die böhmischen Stände 1458 zum böhmischen König Georg von Podiebrad. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden hier führende Widerstandteilnehmer gefangen gehalten, von denen siebenundzwanzig am 21.6.1621 auf dem Rathausplatz hingerichtet wurden (im Pflaster eingelassene weiße Kreuze). Erhebliche Regelungen brachte das 18. Jahrhundert, als das Rathaus 1784 nach der Verbindung der vier Prager Städte zum Sitz der einheitlichen Amtsverwaltung der Stadt wurde. An den Regelungen nahmen folgende Architekten teil: Arch. Matthias Hummel, Arch. Peter von Nobile, Arch. Paul Sprenger, Arch. Bernhard Grüber, Jan Bělský und Arch. Friedrich Münzberger. In demselben Jahr wurde das erste Gedenkbuch angelegt, in das seit damals bedeutende Rathausbesucher ihre Unterschriften setzen. Den bedeutendsten werden Schlüsselkopien vom Rathaus in Form eines symbolischen Schlüssels zur Hauptstadt gewidmet. Seit 1871 finden im Rathaus Hochzeiten statt.
Von 1.7.1922 bis Anfang Oktober 1941 wurden im Altstädter Rathaus sterbliche Überreste eines unbekannten tschechoslowakischen Soldaten vom Friedhof bei Zborov aufbewahrt. Auf Befehl von Karl Hermann Frank wurde das Grab des unbekannten Soldaten während der Besatzungszeit beseitigt.
An den letzten Besatzungstagen wurde das Rathaus zum Aufstandszentrum, in seinem Untergeschoss arbeitete der Tschechische Nationalrat. Das Rathaus wurde am 7. Mai 1945 beschossen und in Brand gesteckt. Der Ost- und der Nordflügel gegenüber der Teyn-Kirche waren ganz vernichtet, schwer beschädigt waren auch der Turm mit der Aposteluhr und die Kapelle. Im Erdgeschoss wurden auch das Archiv der Hauptstadt Prag, die Bibliothek und wertvolle Sammlungen vernichtet. Zum 30. Jubiläum der Befreiung wurde der zerstörte Teil des Rathauses repariert, konserviert und das vermauerte Fenster wurde mit einem Gitter und Gedenktafeln versehen. Die Autoren der Reparaturarbeiten waren Ing. Arch. J. Koreček und akademischer Bildhauer J. O. Lankáš. Es wurden mehrere Male Wettbewerbe betreffend den Nachbau des vernichteten Teils ausgeschrieben, niemals wurde er aber zustande gebracht. Der Brand machte den Aufzug im Rathausturm aus dem Jahr 1927, der ein Unikum war und lange diente, erstaunlicherweise nicht kaputt. In seine Sammlungen wurde er vom Nationalen technischen Museum übernommen und im Jahre 2000 wurde endlich im Haupttreppenhaus und im Rathausturm ein neuer barrierenfreier Aufzug in Betrieb gesetzt.

Während der Dauer seines Bestehens ging das Rathaus durch die Entwicklung aller Stilperioden durch. Heutzutage ist es durch einen Gebäudeblock aus verschiedenen Zeiten gebildet, die schrittweise angeschlossen wurden. Grundlegend sind romanische Häuser, deren Überreste sich in den Kellergeschossen befinden. Der überwiegende Stil in den In- sowie Außenräumen ist allerdings Gotik.
Den Kern des Rathauses stellt das gotische Eckhaus des Bürgers Wolflin von Stein aus dem Ende des 13. Jahrhundert dar. Es verfügt über ein reichlich verziertes gotisches Portal und ein Fenster mit dem Altstadt- und Böhmenkönigtumswappen. Daran wurde der 69,5 m hohe mächtige prismatische Turm angebaut, der 1364 fertig gestellt und in dem später die Aposteluhr untergebracht wurde.
In seinen Körper wurde in der ersten Etage eine Kapelle mit einem reichlich geschmückten Erker eingebaut, die 1381 geweiht wurde und bis heute erhalten ist. Die Kapelle wurde früher über die erste Etage des Rathausturms zugänglich, gegenwärtig ist von dieser Stelle die Kammer mit den Aposteln der astronomischen Uhr zu sehen. Den Raum der Kapelle bilden ein quer gelegtes Schiff und ein fünfseitiger Erker. Über dem Eingangsportal in die Kapelle ist ein Emblem angebracht - ein von zwei Eisvögeln getragener Kränzchen mit dem Buchstaben E - das bekannte Motiv von Wenzel IV. E ist offenbar die Initiale der Königin Euphemia und bezieht sich auf ihre Krönung im Jahre 1400. Von außen gibt es im Erkerecke die Kopie einer merkwürdigen gotischen Statue, der sog. Altstädtermadonna, was eine beispielhafte Veranschaulichung der Bildhauerei aus dem Ende des 14. Jahrhunderts darstellt. Der Erker gehört zu den schönsten Denkmälern der böhmischen Gotik der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er ist mit einer Menge der plastischen Dekoration mit Motiven menschlicher Gesichte und Tiere besät. Die Plastiken der böhmischen Schirmherren stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Auf der Frontseite des Rathauskomplexes kommen im Erdgeschoss gebrochene Arkaden der ehemaligen Laubengänge zum Ausdruck. Das nächste sog. Westhaus schmückt ein wunderschönes dreiteiliges Renaissancefenster mit der Aufschrift Praga caput regni (Prag, der Kopf des Königtums). Es wurde nach dem Jahr 1526 geschaffen. Dahinter befindet sich der Trauungssaal. Darüber ist das im Stein gemeißelte vollständige Wappen der Prager Altstadt. Unter dem Hauptgesims zieht sich ein Band mit 19 im Stein gemeißelten Wappen, in der Mitte wiederholt sich erneut das Wappen der Prager Altstadt. Die einzelnen Wappen werden nach der Anzahl auf die Schöffen zurückgeführt. Das nächste Haus mit der Neurenaissancefassade und zwei hohen Fenstern in einen großen Konferenzraum trägt über den Fenstern die Aufschrift: Bemüht Euch um das Beste an die Würde denkend (Übersetzung). In der Mitte der Fassade ist das Altstadtwappen. Die Originalzusammensetzung der Kaufmannhäuser erhielt sich auch in der Innendisposition der Keller und des Erdgeschosses des Rathauses, einschließlich der gotischen Rippengewölbe der Lauben und Durchfahrten aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Im Untergeschoss des Eckhauses „Zum Hahn“ ist das zweiteilige romanische Erdgeschoss aus der Zeit um 1200 originell. Aus der Reihe ragt das Haus „Zur Minute“ mit dem Laubgang empor, es ist originalgotisch, im Renaissancestil umgebaut, mit unter dem Barockputz erst 1905 entdeckten Figuralsgraffiti aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.
Das wertvollste Denkmal des Rathauses und der Mittelpunkt jegliches ehemaligen Geschehens ist der Rathaussaal (auch Rathausstube genannt) aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Den Eingang verschönert das Renaissancemarmorportal mit der Aufschrift „Senatus“. Es erhielt sich hier eine Balkendecke mit einer reichhaltigen Kassettenrenaissancebemalung aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und mit vergoldeten Ketten. Eine wertvolle Arbeit der böhmischen Hochgotik ist die Plastik des leidenden Christi aus dem Jahr 1410 Ecce homo, angebracht an der spätgotischen reichlich geschnitzten Konsole mit einem Engel, der die Aufschrift „Menschensöhne, richtet gerecht“ (Juste iudicate filii hominis) trägt. In die Portale über der Tür sind Stadtwappen eingesetzt und an der Holzverkleidung der Wände sind 46 Eich- und 12 Stadtwappen aufgehängt, teilweise aus dem 15. und 16. Jahrhundert, teilweise wurden sie im 19. Jahrhundert vervollständigt. Es gibt hier einen wunderschönen Barockkachelofen.
Weitere Gedenkzimmer in der 2. Etage sind der Jiřík- und der Brožík-Saal.
Der Jiřík-Saal ist nach der Büste des Königs Georg von Podiebrad benannt, der auf Tschechisch Jiřík genannt wurde (Autor Thomas Seidan, aus dem Jahr 1873). An den Wänden sind wertvolle Wandgemälde aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts. Die Umgestaltung des Saals stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und wurde vom Architekten Pavel Janák durchgeführt. An der Wand hängt das Gemälde Blick von Laurenziberg, der Autor heißt Karl Liebscher und das Schaffungsjahr ist 1902.
Der Brožík-Saal wurde im Jahre 1910 durch den Architekten Josef Chochol geregelt. Er dient als Konferenzraum und nimmt den gesamten Hausgrundriss und die Höhe von zwei Stockwerken ein. Er ist nach dem Autor von zwei dimensionalen Ölgemälden an der Leinwand (8 x 5 m) Václav Brožík benannt: Meister Johannes Huss vor dem Konstanz-Konzil und Georg von Podiebrads Wahl zum böhmischen König. Modell stand ihm für das Huss-Gesicht der Abgeordnete Engel. Auf dem anderen Gemälde sind Figuren mit Gesichten von Rieger, Mäzen Oliva, J.J. Kolár, M. Tyrš, Abgeordneten Mattuš, Professor Stupecký und das eigene Gesicht des Gemäldeautors und seines Vaters. Der Vorsaal ist mit zwei Brožík-Lünetten, ursprünglich Anträge für den Pantheon des Nationalmuseums, verziert: Karl IV. gründet in Prag die Universität (7. 4. 1348) und J.A. Comenius legt im Jahre 1657 im Amsterdamer Rathaus dem Stadtrat sein pädagogisches Schriftwerk vor.
Das Eingangsvestibül mit dem gotischen Gewölbe wurde im Jahre 1909 durch Gemälde nach Kartons von Mikoláš Aleš auf das Thema Prophezeiung der Wahrsagerin Libuše und Hold der Slawen der Stadt Prag geschmückt. Die Gemälde nach den Kartons erarbeitete der Maler Jan Špilar. Im Jahre 1937 wurden sie in der Mosaik vom Maler Stanislav Ulman durchgeführt, die Deckenmosaik wurde vom Architekten Jan Tumpach geschaffen. Hinter dem Eingang im Rathaus ist die Kopie Myslbeks Statuengruppe „Lumír und das Lied“ platziert.
Der Kreuzgang mit seinen gotischen Räumen dient als Ausstellungssaal.

Für die Besucher ist vor allem die Aposteluhr auf der Südseite des Rathausturms merkwürdig. Das Uhrwerk wurde vom Uhrmacher Nikolaus von Kaaden gefertigt und Ende des 15. Jahrhunderts von Hanuš von (der fünfblättrigen) Rose (Aussprache Hanusch) vervollkommnet. Der Jirásek-Sage nach konstruierte die Aposteluhr Meister Hanus. Dann ließen ihn die Prager Ratherren blenden, damit er keine Kopie herstellen kann. Dafür rächte sich Meister Hanus so, dass er die Aposteluhr stoppte. Die Aposteluhr blieb im Jahre 1865 tatsächlich stehen und es sah damals nach seiner Beseitigung aus. Zum Glück konnte der Prager Uhrmacher Ludwig Hainz den Mechanismus reparieren und wurde sein Verwalter. Seine Nachkommen übernahmen dann seine Aufgabe.
Die Aposteluhr hat drei Teile: im obersten Bereich sind mechanische Figuren. Jede volle Stunde von 9 bis 23 Uhr erscheinen in zwei Fenstern unter einem kleinen Dach 12 Apostel, jeder von ihnen hat sein Attribut. Im linken Fenster aus der Sicht des draußen stehenden Zuschauers erscheint als erster St. Petrus mit einem Schlüssel, St. Matthäus mit einem Beil, St. Johann mit einem Kelch, St. Andreas mit einem Kreuz in X-Form, St. Philipp mit einem Kreuz, St. Jakobus mit einer Walke, und im rechten Fenster St. Paulus mit einem Buch, St. Thomas mit einem Speer, St. Simon mit einer Säge, St. Thaddäus mit einer Mappe, St. Bartholomäus mit einem Leder, St. Barnabas mit einem Wickel.
Bei einem Brand im Mai 1945 gingen alle von Eduard Veselý erzeugten Figuren der Aposteluhr kaputt. Die Originalfigürchen aus der frühen Barockzeit sind im Museum der Hauptstadt Prag teilweise erhalten. Sie wurden durch Holzskulpturen der Apostel ersetzt, die im Jahre 1948 der Schnitzer Vojtěch Sucharda schuf. Mit der Bewegung der Apostel werden zugleich auch die seitlichen Figürchen der Aposteluhr belebt. Der Knochenmann zieht einen Strick runter und durch das Geläut leitet er den Apostelmarsch in zwei Fenstern ein. Er winkt auf den Türken - die Volllustallegorie, der kopfschüttelnd ablehnt, Geizhals - die Habgierallegorie - schüttelt den Kopf mit einem Geldbeutel in der Hand und droht mit einem Stock, und der daneben angebrachte Selbstgefällige - Allegorie der Selbstgefälligkeit - schaut sich im Spiegel an. N
achdem die Fenster zugingen, kräht ein flügelschlagender Hahn zum Abschluss die neue Zeit herbei und die Turmuhr schlägt die Stunde.
Auf der Ebene der Kalenderplatte sind unbewegliche Holzskulpturen, die folgende Namen haben - Philosoph - Allegorie der Philosophie - mit einem Kiel, Astronom - Allegorie der Astronomie - mit einem Fernglas, Chronikschreiber - Allegorie der Rätorik - mit einem Buch und Erzengel Michael mit einem feurigen Schwert.
Die Aposteluhr ist in den Kalender mit dem Tierkreis und in die Uhr geteilt. Die Kalenderplatte mit Allegorien wurde 1865 vom Josef Mánes geschaffen. Ihr Original ist im Museum der Hauptstadt Prag untergebracht und am Rathaus ist eine Kopie von Bohumil Číla aus dem Jahr 1946 angebracht. Außer mehreren Uhrzeiten zeigt die Uhr auch astronomische Daten. Die Bewegung der Figürchen entsteht ähnlich wie bei der Kuckucksuhr. Das Uhrwerk ist an der Rathauswand im kleinen Türmchen befestigt, zu dem es zwei Schlüssel gibt: den einen hat der Aposteluhrmeister, der andere ist im Magistrat aufbewahrt. Im Aggregat erhielte sich eine große Zahl von funktionsfähigen Originalkomponenten. Es ist ein einzigartiges technisches Unikumdenkmal. Bis Ende des Weltkriegs wurde die Aposteluhr mittels einer Klinke aufgezogen, dann wurde sie an einen Elektromotor angeschlossen. Auf demselben Prinzip arbeitet noch der Londoner Big Ben.
Die Aposteluhr zeigt vier Zeitarten:
Die mitteleuropäische (altdeutsche) Zeit - diese wird vom Sonnenuhrzeiger gezeigt, sie ist mit den römischen Zahlen am Sphärenumkreis gekennzeichnet. Diese Uhrzeit schlägt die Uhr erst seit dem Umbau im Jahre 1948. Zuvor richtete sie sich nach der altböhmischen Zeit, wo mit dem Sonnenuntergang ein neuer Tag begann (goldene gotische Zahlen am gesondert gesteuerten Ring außerhalb der Sphäre). Die babylonische Zeit (ungleich) - im Sommer sind die Stunden länger als im Winter, weil diese Zeit vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang dauert. Die Prager Aposteluhr ist die einzige Uhr der Welt, die diese Zeit messen kann. Die Sternzeit wird auf den römischen Zahlen gezeigt. Im Unterteil der Fassade ist das Kalenderzifferblatt angebracht. Es zeigt den Tag und dessen Stellung in der Woche, dem Monat und dem Jahr.
Oben im Turm ist seit 1805 eine Uhr. Hier ist ein Besucherumgang mit einer Aussicht auf die Altstadt.
Seit September 2005 wurde die Aposteluhr repariert und restauriert, es wurde der Umbau des Uhraggregats, des astronomischen Zifferblatts und des Mánes-Kalendariums durchgeführt.
Im Jahre 2010 feierte die Aposteluhr ihr 600. Jubiläum. Das Jubiläum bezieht sich auf kein konkretes Tagesdatum.
Das Altstädter Rathaus ist ein Volkskulturdenkmal.

 

 

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