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Synagoge in Libeň (Libeňská synagoga)

Das dreischiffige Gebäude mit rechteckigem Grundriss im Neo-Romantik Stil gehört bis heute zu den ausdrucksvollen Dominanten in Prag 8. Die Synagoge wurde im Jahre 1858 feierlich eröffnet, während der Besetzung durch die Nationalsozialisten wurde sie aufgelassen und unter dem kommunistischen Regime diente sie als Lager. In den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie der jüdischen Gemeinde zurückerstattet und erhielt eine gründliche Rekonstruktion. Heute ist sie gelegentlich ein Ort von Theatervorstellungen, Ausstellungen und Konzerten.

Synagoge in Libeň (Libeňská synagoga), Ludmilina 1, Praha 8 - Libeň, 180 00
Web: http://www.sdruzeniserpens.cz, e-mail: serpens@seznam.cz
tel.: +420603818947

Objekt geschichte

Bereits im 16. Jahrhundert entstand in Libeň (auf Deutsch auch Lieben genannt) ein Judenviertel. Dieses dehnte sich in der Hälfte des 18. Jahrhunderts erheblich aus, als Juden hierher übersiedelten, die durch die Kaiserin Maria Theresia aus der Prager Innenstadt ausgewiesen wurden. Das Ghetto mit der zahlreichen jüdischen Bevölkerung hatte auch seinen eigenen Friedhof in der Nähe der Libeň-Brücke und ein Selbstverwaltungsgebäude. Den religiösen Zwecken diente ursprünglich eine kleine Synagoge aus dem Jahr 1592. Sie wurde aber durch häufige Überflutungen gefährdet und abgerissen. Die damalige jüdische Gemeinde kaufte eine Bauparzelle und im Jahre 1846 legte sie den Grundstein zum Aufbau einer neuen Synagoge. Diese wurde im Jahre 1858 fertig gestellt und feierlich eröffnet. Es ist ein Dreischiffbau mit einem rechteckigen Grundriss im neuromantischen Stil. Die ruhige Entwicklung des jüdischen Libeň wurde erst durch die Nazi-Besatzung unterbrochen, als hier die Nazis das konfiszierte jüdische Vermögen lagerten. Während des kommunistischen Regimes wurden der alte jüdische Friedhof sowie das Rabbinat-Gebäude zerstört, nur die Synagoge diente weiter als Lager, diesmal dem ehemaligen S. K. Neumann Theater (heute heißt es Theater Unter der Palme, auf Tschechisch Pod Palmovkou, benannt nach Daniel Klement Palma, der der Eigentümer des hier einst liegenden Dorfes mit einem großen Weinberg und Hopfenfeld war). Erst zu Beginn der 90er Jahre wurde sie der jüdischen Kultusgemeinde zurückgegeben. Nach dem Umbau dient sie Kulturaktivitäten im Bereich der bildenden Kunst, des Theaters und verschiedener Musikarten.

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