Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Karlsplatz (Karlovo náměstí)

Der größte historische Platz Prags wurde im Jahre 1348 von Karl IV im Zusammenhang mit der Entstehung der Prager Neustadt gegründet. Zu den ältesten Gebäuden gehört das Neustädter Rathaus, auch unter Karl IV errichtet, und das Mladotovský Palais (Faust Haus). Weitere Dominanten sind die frühbarocke Kirche des Heiligen Ignaz oder das Neu-Renaissance Gebäude der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT). Den größten Teil des Platzes bildet ein Park mit sieben Plastiken und einem barocken Springbrunnen.

Karlsplatz (Karlovo náměstí), Karlovo náměstí, Praha 2 - Nové Město, 120 00

Objekt geschichte

Nach der Gründung der Neustadt durch Karl IV. wurde der Platz „Großer Marktplatz“ (Forum Magnum) Neustadtring (Circus Novae Civitas) oder Oberstadtring genannt. Die Bedeutung des Marktplatzes wurde auch durch die Anordnung des Neustadtrathauses in dessen Nordteil unterstützt. Im 15. Jahrhundert wird schon der Name Viehmarkt genutzt. In der Platzmitte lag früher vom Jahr 1393 bis zum Jahr 1791 die Kapelle Zum Leib Christi mit einem kleinen Friedhof, wo Johann Campanus von Wodnian beerdigt wurde. Im Jahre 1784 unter Joseph II. wurde sie geschlossen und niedergerissen. Vor der Kapelle stand hier ein Turm, in dem jeweils am zweiten Freitag nach Ostern die Präsentierung der Sakramente und der Reichskrönungskleinodien stattfand, was Besucher aus dem ganzen Land sowie dem Ausland lockte. Auf dem Marktplatz waren (im Südteil) das Gefängnisspital und dreizehn alte Häuser. An einem von ihnen lag einer Sage nach ein großer Marmorstein mit einem ausgemeißelten Kreuz, einem Totenkopf und der Jahreszahl 1627. Der Stein soll einen Henkersplatz bezeichnet haben, wo nachts verurteilte Personen des Geistes- und Edelstandes heimlich hingerichtet worden seien. Die erste Hinrichtung soll im erwähnten Jahre an mehreren evangelischen Pastoren vollzogen worden sein, die gegen den Kaiser eine Verschwörung schmiedeten. Im Nordteil des Marktplatzes lag einmal die sog. Salzheringbaude, wo getrocknete Fische, Salzheringe und Salz verkauft wurden. Vor dem Abriss wurde sie dann bis 1862 unter dem Namen Salle romaine an verschiedene artistische Gruppen, Zirkusse, Dilettantengesellschaften vermietet.


In der Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Marktplatz in Karlsplatz umbenannt. Um die Verbesserung des Aussehens des schlammigen Raums, die Aufrechterhaltung seiner Kompaktheit und die erste Anpflanzung von Bäumen machte sich der Graf Karl Chotek verdient. Im Jahre 1876 wurden Arbeiten an der Parkgestaltung des Platzes im englischen Stil nach dem Plan vom Architekten Friedrich Wünscher zu Ende gebracht. Die Arbeiten führte der führende tschechische Gärtner Josef Fiala. In den Jahren 1884 - 1885 wurde der Plan des neuen Direktors der Prager Gärten und Parkanlagen František Thomayer, der beide Marktplatzteile architektonisch vereinigte und die Umfangsallee anpflanzte, realisiert. Er verwendete beständige japanische Schnurbäume, Silberahorne, Bur-Eichen, ahornblättrige Platane. Die monumentale Platane im mittleren Teil des Parks ist der älteste Baum und soll aus der vorangehenden Parkgestaltung des Architekten Wünscher stammen. Im Zentrum der zwei größeren Parkteile sind zwei Wasserbecken. Bis heute bildet der Park eine Gesamtheit, obwohl ihn zwei hoch frequentierte Verkehrswege trennen (die Straßen Ječná und Žitná). Im Nordteil des Parks vor dem Gerichtsgebäude wurde das Denkmal des Schriftstellers Vítězslav Hálek mit einer Fontäne von Bohuslav Schnirch aus dem Jahr 1881 gesetzt. Unweit vor dem Neustädter Rathaus befindet sich ein Barockbrunnen mit der St. Joseph Statue von Matthias Jäckel aus dem Jahr 1698. In den beiden Ecken der größeren Parkteile an der Resslova-Straße gibt es die Metro-Ausstiege. Unweit vor dem Gebäude der Tschechischen technischen Hochschule gibt es die Eliška Krásnohorská Statue (Autorin: Karla Vobišová, 1931), gegenüber hinter der Straße das Denkmal der Schriftstellerin Karolina Světlá (Gustav Zoula, 1910). Vor der St. Ignaz Kirche gibt es das Denkmal von Jan Evangelista Purkyně (Oskar Kozák, Vladimír Štrunc, 1961), gegenüber dem Faust-Haus dann das Denkmal des Botanikers Benedikt Roesel (Čeněk Vosmík, Gustav Zoula, 1898).



Der Karlsplatz wird für den größten Platz Prags mit den meisten Plastiken gehalten. Seine Ausdehnung führt z.B. Emanuel Poche als 80.500 m2 (8,05 ha) an. Die Fläche des eigentlichen Parks beträgt nach der Publikation Prager Gärten und Parkanlagen (Erscheinungsjahr 2000) 3,85 ha, mit den Außengehsteigen und Parkplatzflächen dann 4,63 ha.

Geschichte des Objekts zeigen

zusammenhängende Objekte