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Staatsoper (Státní opera)

Die führende europäische Opernbühne befindet sich in einem bezaubernden Neurenaissance-Gebäude mit reich verziertem Interieur. Das Theater wurde im Jahre 1881 mit der Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ als Prager deutsche Bühne eröffnet. Mit seinem geräumigen Zuschauerraum wie auch durch seine Neo-Rokoko-Verzierungen gehört das Opernhaus zu den schönsten Theatergebäuden in Europa. Die Staatsoper ist Teil des Nationaltheaters, auf ihrer Bühne wirken Opern- und Ballett-Ensembles.

Staatsoper (Státní opera), Wilsonova 4, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.narodni-divadlo.cz, e-mail: info@narodni-divadlo.cz
tel.: +420224901448, +420224901111

Öffnungszeiten

Die Staatsoper ist in der Saison 2016/2017 und 2017/2018 aufgrund einer Generalsanierung geschlossen. Ein Teil des Repertoires der Opern- und Ballettensembles wird auf der Bühne des Hudební divadlo Karlín (dt. Musiktheater Karlín) und im Nationaltheater aufgeführt.

Objekt geschichte

Das Neurenaissancetheatergebäude hatte seinen einfachen Vorgänger. Im Jahre 1858 mietete die Führung des Ständetheaters ein etwas höher als das heutige Theater liegende Grundstück und der Architekt Josef Niklas baute dort das Neustädter Theater (Novoměstské divadlo). Es wurde auch umgangssprachlich „Theater Vor dem Pferdetor“ genannt, das hier damals noch war. Hier wurden auch tschechische Vorstellungen regelmäßig gespielt, in denen Schauspieler des Ständetheaters (Stavovské divadlo) und später auch des Interimstheaters (Prozatímní divadlo) mitwirkten. Am 16. Mai 1868, als der Grundstein zum Nationaltheater gelegt wurde, wurde im Neustädter Theater zum ersten Mal Smetanas Dalibor unter dem persönlichen Dirigentenstab des Komponisten präsentiert. Im Neustädter Theater wurde bis 1885 gespielt und dann wurde es niedergerissen.

Im Jahre 1886 begann der Architekt Alfons Wertmüller nach den Plänen der bekannten Wiener Theaterbaufirma Fellner und Helmer ein neues Theater zu bauen. Der deutsche Theaterverband erbaute hier die repräsentative Szene der Prager Bürger der deutschen Nationalität Namens Neues deutsches Theater und eröffnete sie am 5. 1. 1888. Zum Auftakt präsentierte man die Meistersänger von Nürnberg von Richard Wagner. Das Theater diente vor allem der Oper, es sangen hier viele Stars wie z.B. Enrico Caruso, im Jahre 1910 war hier die Elektra-Weltpremiere von Richard Strauss.

Das Gebäude ist auf der Frontseite mit Büsten vom Bildhauer Otto Mentzel (Goethe, Mozart, Schiller) verziert und im Tympanon gibt es 13 Plastiken von Theodor Friedl - Szenen aus der antiken Mythologie (Pegasus, Ikarus, Amor, Athene, Leda und weitere). Im Theaterinnenraum sind Büsten der Naziopfer-Künstler: Josef Čapek, Julius Fučík, Joe Jenčík, Václav Jiříkovský, Rudolf Karel, Anna Letenská, Vít Nejedlý, Josef Skřivan, Oldřich Stibor, Bedřich Václavek,Vladislav Vančura, František Zelenka. In der Mitte ist die Bedřich Smetana Plastik von Karel Lidický. Es gibt hier auch eine Gedenktafel mit Versen von Stanislav Kostka Neumann, dediziert dem Andenken an Theaterliebhaber, die während der Besatzung durch das NS-Regime umkamen. Im Zuschauerraum sind Gemälde von Eduard Veith. Nach dem Antritt der Nazis in Deutschland spielte das Theater eine Fortschrittsrolle darin, dass hier von den Nazis verfolgte deutsche Künstler schauspielerisch aktiv sein könnten. Während der Besatzung war das Theater unter dem Namen Deutsches Theater tätig. Nach 1945 wurde aus dem Theater ein tschechisches Volkstheater Namens 5. Mai Theater. Am 1. Oktober 1945 spielte man die Smetanas Oper Die Brandenburger in Böhmen. Seit 1946 war im Theater nur das Opernensemble Namens „Große Oper des 5. Mai“ tätig. Im Jahre 1948 trat das Ensemble der Großen Oper der Nationaltheatergruppe bei und das Gebäude wurde zu seiner dritten Szene. Am 3. 11. 1949 wurde es in Smetana-Theater umbenannt. Seit 1. April 1992 wurde dem Theater das Statut einer selbstständigen künstlerischen Anstalt unter dem Namen Staatsoper Prag verliehen. In den Jahren 1967 - 1973 fand ein umfangreicher Umbau des Theaters nach dem Projekt des Architekten Jiří Albrecht statt. Seit 1988 erfolgten die Fassadenregelung, der Austausch der Dachziegel und die Restaurierung der bildhauerischen Verzierung der Frontseite.

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