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Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große am Karlshof (Kostel Nanebevzetí Panny Marie a sv. Karla Velikého na Karlově)

Ein bewunderungswürdiges Bauwerk ist das Sternengewölbe der Kirche, die von Karl IV in einer malerischen Ecke über dem Nusle-Tal genau gegenüber vom Vyšehrad gegründet worden ist. Das Gewölbe umspannt im Durchschnitt 24 Meter, dabei ist das Gewölbe nur 20 Zentimeter dick und ruht auf Wänden, die nicht stärker als einen Meter sind. Eine weitere Besonderheit der Kirche ist die Kopie der heiligen Stiegen oder die Bethlehemshöhle mit der Heiligen Familie. Es handelt sich hierbei um die älteste Krippe in einer Prager Kirche.

Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große am Karlshof (Kostel Nanebevzetí Panny Marie a sv. Karla Velikého na Karlově), Ke Karlovu, Praha 2 - Nové Město, 120 00
Web: http://kostelnakarlove.com/
tel.: +420224922178, +420603372207

Objekt geschichte

Die Kirche wurde von Kaiser Karl IV. im Jahr 1350 als Bestandteil des Klosters der Augustiner-Chorherren in der neu gegründeten Prager Neustadt erbaut. Vorbild für den Bau war die Begräbniskirche Karls des Großen in Aachen. Aus der gotischen Periode sind lediglich die Außenmauern erhalten. Die Bauarbeiten dauerten bis in die Zeit der Spätrenaissance.

Das Besondere an dieser Kirche ist ihr spätgotisches Sternrippengewölbe, das wahrscheinlich vom Hofbaumeister Kaiser Ferdinands I., Bonifaz Wohlmut, stammt. Die Inschrift des Schlusssteins des Deckengewölbes lässt darauf schließen, dass der Bau 1575 fertiggestellt wurde.

Der Legende nach schloss der Architekt einen Bund mit dem Teufel, um ein solches Gewölbe bauen zu können. Nach der Fertigstellung fand sich jedoch niemand, der bereit gewesen wäre, das Gerüst abzubauen. Der Baumeister steckte das Gerüst daher in Brand, und als die brennenden Balken krachend herunterfielen, meinte er, das Gewölbe habe nicht gehalten und stürzte sich verzweifelt in die Moldau. Nachdem Staub und Rauch sich gelegt hatten, zeigte sich ein wunderschönes stabiles Gewölbe.

Anfang des 18. Jahrhunderts errichtete der Architekt J. A. Santini an der Südseite die Heilige Treppe, unter der sich eine als Bethlehem-Kapelle bezeichnete Höhle befindet. An den Wänden und in der Deckenwölbung befinden sich illusionistische kolorierte Stuckverzierungen und Malereien, die den Eindruck einer halb verfallenen Einsiedelei hervorrufen.

Die Kirche ist ein achtseitiger Bau mit typischen drei Kuppeln, die 1756 im barocken Stil erbaut wurden. Jede der drei Kuppeln hat einen Turm mit Laterne, Haube und Turmknopf.

Der gotische Innenraum ist im Bereich des Presbyteriums und an den Kirchenfenstern erhalten, ansonsten überwiegt die reichhaltige barocke Verzierung nach Plänen des Architekten František Maximilian Kaňka. Zu den Besonderheiten gehört die älteste erhaltene Krippe in Prag. Die drei polychromierten lebensgroßen Figuren, das so gen. Christkind in der Krippe, die hl. Maria und der hl. Josef, stammen aus dem Jahr 1738 und sind von J. Schlansowský.

Das Kirchengebäude ist im Besitz der römisch-katholischen Kirche.

 

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