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Palais Langhans

Das Haus zwischen dem pulsierenden Leben der Vodičkova Straße und der grünen Oase des Franziskanergartens ist seit mehr als 130 Jahren mit der Fotografie verbunden. Seinen Namen hat es von Jan Langhans erhalten, einem bedeutenden tschechischen Porträtisten, dessen Atelier zu seiner Zeit zum begehrtesten fotografischen Portraitstudio Böhmens wurde. Auch wenn Neorenaissancehäuser und Jugendstilfassaden keine Seltenheit in Prag sind, der kürzliche Umbau erhob Langhans zu einem architektonischen Werk, das außergewöhnliche Aufmerksamkeit erweckt. Die unteren Stockwerke des Objekts werden als Verkaufsflächen genützt, die anderen Ebenen als Wohnungen und Büros.

Palais Langhans, Vodičkova 37, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.langhans.cz/

Objekt geschichte

Im dreigeschossigen Renaissancehaus, das auf einem schmalen und sehr tiefen Grundstück liegt, gründete im Jahre 1880 Jan F. Langhans ein photographisches Atelier, das zum bedeutendsten Portraitwerk in Tschechien mit vielen Niederlassungen wurde. Jan Langhans schuf hier Photographien der bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Im Jahre 1922 hatte er in seinem Archiv bereits eine halbe Million Negativbilder, nach dem Ersten Weltkrieg mehr als eine Million. Aus den Portraits der Künstler, Politiker, Unternehmer, Adeligen und anderen Prominenten entstand die Persönlichkeitsgalerie. Im April 1919 übernahm die prosperierende Familienfirma Viktor Meisner, der Ehemann der Tochter von Langhans, und erweiterte weiterhin das einzigartige fotografische Porträtarchiv von Persönlichkeiten. Sein gleichnamiger Sohn setzte nach dem Zweiten Weltkrieg die Familientradition fort, diese wurde aber durch die Verstaatlichung im Jahre 1948 abgebrochen. Die Betriebsstätte übernahm dann die Genossenschaft Fotografia. Anfang der 50er Jahre wurde das berühmte etwa zweieinhalb Millionen Negativbilder zählende Archiv auf die Mülldeponie in Kyje gefahren und vernichtet. Erst im Jahre 1991 bekam die Familie ihr Haus in der Restitution zurück.


Die Urenkelin des Werkgründers ließ das Haus nach dem Projekt eines von Ladislav Lábus angeführten Architekten Teams umbauen. Zu Beginn des Umbaus wurden in einem alten Schrank im Anbau auf dem Hof Kisten mit Glasnegativbildern mit Portraits berühmter Persönlichkeiten entdeckt. Etwa 8000 Negativbilder mit Portraits von Schauspielern, Sängern, bildenden Künstlern, Musikern, Schriftstellern, Politikern, Industriellen, Wissenschaftlern und Adeligen konnten gerettet werden. Beim Umbau des Hauptgebäudes gelang es, neben den Originaltüren, -fenstern, -beschlägen und -pflastern auch moderne Elemente aus Metall, Glas und Stein einzukomponieren. Außer den Betriebsflächen und der Galerie wurden auch Wohnungen und Büros geregelt. Der erfolgreiche Umbau wurde zum Bau des Jahres 2003 verkündet und mit dem Großen Preis der Architektengemeinde geehrt. Die Photographische Galerie wurde im Jahre 2011 aufgelöst.

 

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