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Kirche der Heiligen Alexandrinischen Katharina (Chrám sv. Kateřiny Alexandrijské)

Die Kirche wurde im Jahre 1355 als Bestandteil des Augustinerklosters von Karl IV gegründet. Die heutige Gestalt der Kirche stammt vom barocken Umbau in den Jahren 1737-1741, bei dem von der ursprünglich gotischen Kirche ein hoher, achtseitiger Turm an der Vorderfront, auch Prager Minarett genannt, erhalten geblieben ist. Die Kirche der Heiligen alexandrinischen Katharina im Areal des Allgemeinen Fakultätskrankenhauses steht unter der Verwaltung der Orthodoxen Kirche (Pravoslavná církev).

Kirche der Heiligen Alexandrinischen Katharina (Chrám sv. Kateřiny Alexandrijské), Kateřinská / Viničná 2, Praha 2 - Nové Město, 120 00
Web: http://www.svkaterina.info, e-mail: sv.katerina@pravoslavnacirkev.cz
tel.: +420607813055

Objekt geschichte

Karl IV., der im Jahre 1332 am Namenstag der Hl. Katharina in der Schlacht bei San Felice siegte, ließ in Prag ein Kloster und die einzige Kirche bauen, die der beliebten Heiligen Katharina geweiht wurden. - Einer schönen und gebildeten Christin von königlicher Herkunft, die Eheangebote heidnischer Edelmänner beharrlich ablehnte und durch ihre Redegewandtheit 50 heidnische Philosophen bekehrte. Schließlich wurde sie auf Befehl des römischen Kaisers nach grausamer Folterung enthauptet. Sie ist die Patronin von Philosophen, Studenten, Rednern und Bibliothekaren.

Kirchen wurden zu damaligen Zeiten gestiftet, um der Stadt Segen zu bringen. Deshalb bilden die Standorte der St. Katharina Kirche, der Vyšehrad Kirche, des Emmaus-Klosters und der Kirche der Jungfrau Maria am Rasen die Form eines Kreuzes. Die Kirche und das Kloster wurden in den Jahren 1355 - 67 für den Orden der beschuhten Augustinerinnen gebaut. Im Jahre 1420 wurde das Kloster durch die Hussiten niedergebrannt, die gotische Kirche diente allerdings in ihrer Originalgestalt bis ins 18. Jahrhundert. Das Kloster lag lange in Trümmern, bis im 16. Jahrhundert wegen Mangel an Ordensschwestern der männliche Augustinerorden hierher kam und das Objekt umbaute. Das heutige Dreischiffklostergebäude in seiner Barockgestalt wurde in den Jahren 1718 - 30 von Franz Maximilian Kaňka ausgebaut (einige Quellen geben den Namen von Christoph Dientzenhofer an), etwas später, in den Jahren 1737 – 41, wurde auch eine neue Barockkirche nach dem Projekt von Kilian Ignaz Dientzenhofer errichtet. Es entstand ein einzigartiger Barocksaalbau mit einem Querschiff, im Inneren reich architektonisch gegliedert. Von der gotischen Originalkirche wurde nur der hohe, unten vierkantige und im Oberteil achtseitige schlanke Turm belassen, der „Prager Minarett“ genannt wird. Die Kirche wird als eines der wunderschönsten Werke des Prager Spät- und Gipfelbarocks betrachtet. Der Innenraum der Kirche ragt durch die wunderschönen barocken Deckenfresken hervor, umgeben von einer reichen Stuckatur von Bernardo Spinetti. Die Fresken, die Szenen aus dem Leben der Hl. Katharina, des Hl. Augustinus und des Hl. Nikolaus von Tolentino darstellen, malte Wenzel Laurentius Reiner. Die zentrale Freske erfasst die gelehrte Disputation der Hl. Katharina mit heidnischen Weisen. Die Statuen von Franz Ignaz Weiß verzieren Altäre, den Predigerstuhl und die Orgel. Sie stellen eine außergewöhnlich wertvolle Kollektion der spätbarocken Schnitzerei dar. Durch das Dekret von Joseph II. im Jahre 1784 wurden die Kirche sowie das Kloster aufgelöst und anschließend entweiht. Im Objekt wurde eine militärische Erziehungsanstalt errichtet, die hier bis 1822 funktionierte. In diesem Zeitraum kam es zu erheblichen Verlusten an künstlerischen Denkmälern. Die Kirche wurde dann repariert und im Jahre 1841 erneut geweiht. In den 20er Jahren befand sich im Kloster eine Filiale des Prager Irrenhauses und im Jahre 1826 wurde hier nach der Vorbereitung des Klosters auf die kommenden Aufgaben eine Anstalt für Geisteskranke mit einer Kapazität von bis zu 250 Kranken eröffnet. Hier starb z. B. auch Bedřich Smetana. Im Jahre 1950 wurde die Kirche als Vermögen der Hauptstadt Prag dem Stadtmuseum zur Nutzung übergeben, das hier ein Depositum für Holzschnitzerei errichtete. Zur Zeit ist die Kirche unter der Verwaltung der orthodoxen Kirche.

 

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