Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Strahov Bücherei (Strahovská knihovna)

Die Klosterbücherei der Prämonstratenser am Strahov ist eine der wertvollsten und besterhaltenen, historischen Büchereien – die Sammlungen zählen an die 200.000 Bände. Der älteste Teil der heutigen Bücherei, der barocke Theologiesaal, entstand in den Jahre 1671 – 1674, das klassizistische Hauptgewölbe des Philosophischen Saals stammt aus dem Jahre 1794 und mit seiner Höhe umfasst es zwei Stockwerke des Gebäudes. Der Saal wird von den Deckenfresken von Siard Nosecký und Anton Maulbertsch dominiert.

Strahov Bücherei (Strahovská knihovna), Strahovské nádvoří 1/132, Praha 6 - Hradčany, 118 00
Web: http://www.strahovskyklaster.cz, e-mail: ukstrahov@volny.cz
tel.: +420233107718, +420233107710

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

ganze Woche
09.00 – 17.00

Eintrittspreise

Grundpreis

100 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

50 Kč

AUSSTELLUNG
historische Strahov Bibliothek - zwei Säle: der barocke Theologiesaal und der klassizistische philosophische Saal
Mobiliar
Die Strahov Büchersammlungen umfassen an die 200.000 Bände (z. B. das Strahov Evangelium aus dem 9.-10. Jahrhundert). Die Bücher werden nicht nur in den zwei Sälen gelagert, aber auch in den angrenzenden Depositorien. Einen beträchtlichen Anteil des Fonds machen alte Drucke aus den Jahren 1501-1800 aus. Wertvoll ist auch der Fond an Erstdrucken (über 1.500 Bände) und Handschriften (etwa 3.000 Bände), die in speziellen Tresorräumen aufbewahrt werden.
Kuriositätenkabinett – Kuriositäten und  Natur-Ausstellungsstücke (Elefanten-Stoßzähne, eine Sammlung an Muscheln u.ä.).

Die Besichtigung erfolgt ohne Guide.
Es stehen fremdsprachige Texte zur Verfügung..

STUDIERSAAL 
- Katalog des Studiersaals für die Öffentlichkeit: Di, Do 9.00 - 16.00, Fr 13.00 - 16.00, in der Ferienzeit geschlossen.
Theologie, Geschichte, Philosophie

Besitzer: Die Königliche Kanonie der Prämanstratenser am Strahov

Komplette Liste der Eintrittspreise

detaillierte Informationen zeigen

Objekt geschichte


Der barocke Theologische Saal entstand in den Jahren 1671 - 1679 nach dem Entwurf des Architekten Giovanni Domenico Orsi, von dem auch die Stuckverzierung der Decke stammt. In den Barockbibliotheken gibt es gut 18 000 Bücher mit der theologischen Thematik, geschnitzte Holzkartuschen mit den die Literaturart in der jeweiligen Abteilung kennzeichnenden Bildern und Aufschriften über den Regalen. Es handelt sich hier um das erste Bibliothekarhilfsmittel. Die Deckenfresken von Franz Siard von Nossek aus dem 18. Jahrhundert stellen die Beziehung der Menschen zum Buch dar, die lateinischen Aufschriften sind Bibelzitate. Zu interessanten Exponaten des Theologischen Saals gehört das sog. Kompilationsrad, ein Pult zum Zusammensetzen der Texte. In den Regalen des Rades waren Bücher, der Sondermechanismus ließ es nicht zu, dass die Bücher runterstürzen, sondern sie blieben auf ihren Plätzen.


Auf beiden Saalseiten gibt es Landes- und Astronomieglobusse.


In den Jahren 1993 - 1994 wurde der Innenraum restauriert.

Philosophischer Saal


Die großartige Krönung der Bauentwicklung des Strahov-Geländes war der Aufbau der neuen Bücherei mit einem Philosophischen klassizistischen Saal unter dem Abt Wenzel Mayer. Durch den Aufbau der Bücherei, die er der Öffentlichkeit zugänglich machte, vermied der Abt die Auflösung der Bibliothek in der josephinischen Ära. Der Abt stand zudem Joseph II. sehr nahe und den Giebel der Frontseite der Strahov-Bücherei ließ er mit einem Medaillon von Joseph II. - dem aufgeklärten Herrscher, der die Büchereiwerte schätzen kann - verzieren. Die Bücherei entstand durch den Umbau eines ehemaligen Getreidespeichers unter der Bauleitung von Ignaz Palliardi. Anschließend wurde die Bücherei umgestaltet und an die Maße des Bibliothekinterieurs des aufgelösten
Prämonstratenserklosters in Louka bei Znaim (Znojmo) angepasst, denn dem Strahov-Abt gelang es, die Bücher von dort zu gewinnen. Die Bücherei aus dem Nussbaum wurde in Prag in den Jahren 1794 - 1797 durch den Originalautor Johannes Lahofer von Tassowitz gebaut. Die obersten Bücherreihen sind nur von der Galerie zugänglich, auf die in den Ecken der Bücherei durch unechte Bücherrücken maskierte Wendeltreppen führen.


Im Jahre 1794 malte dann die Decke der Bücherei Anton Maulbertsch auf das Thema „Der Weg der Menschheit zur Weisheit“ nach einem Gemälde der Bücherei in Louka. Die Bibliothek ist bei weitem nicht nur religiös orientiert, sondern es gibt hier medizinische, pharmazeutische, mathematische, juristische, philosophische, geographische, astronomische Bücher und andere. Der Saal ist 32 m lang, 10 m breit und 14 m hoch.

Beim Philosophischen Saal ist das Kuriositätenkabinett mit naturwissenschaftlichen Sammlungen merkwürdig, wo verschiedene Lebewesen, Minerale, Obstfrüchteattrappen zu sehen sind. Im Verbindungsgang gibt es medizinische, juristische oder alchimistische Bücher. Sehr interessant ist am Ende des Gangs die dendrologische Bibliothek, die sog. Holzbibliothek bzw. Xylothek. Die Deckmappen der Bücher sind aus dem Holz des jeweiligen Baums. Hier gibt es auch das Faksimile des Strahov-Evangeliariums aus dem 9. Jahrhundert mit einer außergewöhnlichen Illuminationsverzierung. Zu Kuriositäten gehören auch z.B. das Modell eines Kriegsschiffs, Kanonenkugeln, Militärschuhe usw.

Das erste Besucherbuch stammt aus dem Jahr 1800. Wegen der Riesenmenge der gegenwärtigen Besucher kann man nicht zulassen, dass man in die Säle hinein gehen kann.


Die Bücherei hatte ihren tatsächlich bedeutenden Platz in der Ausbildungsentwicklung in der Zeit der nationalen Wiedergeburt. Das war einer der Gründe, warum sie nach der Vertreibung der
Prämonstratenser durch die Kommunisten im Jahre 1950 ins neu entstehende Nationalliteraturgedenkstätte eingegliedert wurde, die im Jahre 1955 zugänglich gemacht wurde. Kurz nach 1989, nach der Rückübertragung des Prämonstratenservermögens wurde auch die Strahov-Bücherei den ursprünglichen Eigentümern - der Königlichen Kanonie der Prämonstratenser von Strahov - zurückgegeben.


Die Sammlungen der Strahov-Bücherei enthalten etwa 200 000 Bücher, Altdrücke, Erstdrücke, Handschriften.

Lateinische Aufschrift an der Frontseite der Strahov-Bücherei:


RELIGIONI PATRIAE SIONEORVM PROFECTVI A MDCCLXXXIII


Zum Nutzen der Religion, des Vaterlands und der Zioner (Ordenskanoniker von Strahov) im Jahre 1783

 

 

Geschichte des Objekts zeigen

zusammenhängende Objekte