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Strahov Kloster (Strahovský klášter)

Das Prämonstratenser-Kloster wurde im Jahre 1140 gegründet. Im Areal befindet sich die Kirche Mariä Himmelfahrt, die wertvolle Strahov-Bibliothek mit einer Vielzahl an mittelalterlichen Handschriften, Landkarten und Globen, der barocke Theologiesaal, der klassizistische Philosophensaal geschmückt mit Fresken und die Strahov-Gemäldegalerie, eine der bedeutendsten mitteleuropäischen Sammlungen gotischer Malerei, der Rudolfinischen Kunst sowie Barock- und Rokoko-Malereien.

Strahov Kloster (Strahovský klášter), Strahovské nádvoří 1/132, Praha 1 - Hradčany, 118 00
Web: http://www.strahovskyklaster.cz, e-mail: ukstrahov@volny.cz
tel.: +420233107704

Programme

Objekt geschichte

Das Strahov-Kloster ist das älteste Prämonstratenserkloster in Böhmen und eines der bedeutendsten architektonischen Denkmäler in Tschechien. Es wurde im Jahr 1143 auf Betreiben des Olmützer Bischofs Jindřich Zdík mit Unterstützung des böhmischen Königs Vladislav II. gegründet und am Wege zur damaligen Fürstenburg erbaut; da sich an dieser Stelle ein Wachtposten befand, bürgerte sich bald der Name Strahov (von „strahovati“ - Wache halten) ein. Die Klostergemeinschaft bildeten Prämonstratenser-Brüder aus dem rheinischen Steinfeld, die sich hier niederließen.

Sehr bald war ein ausgedehnter romanischer Gebäudekomplex entstanden, größer noch als die Residenz der böhmischen Könige - die Prager Burg. Den Annalen ist zu entnehmen, dass bereits im Jahr 1182 die zweite Kirchenweihung stattfand. Nachdem das Kloster durch einen Brand stark beschädigt worden war, wurde im Jahr 1258 im frühgotischen Stil erneuert. Das Hussitentum drängte die Bedeutung des Klosters zurück, und erst Ende des 16. / Anfang des 17. Jahrhunderts kehrte sich dieser Prozess wieder um. In den Jahren 1603 - 1612 entstand die im Stil der Gotik und der Renaissance erbaute, heute ungeweihte Votivkirche des hl. Rochus. Im Jahr 1627 wurden in der Klosterkirche die sterblichen Überreste des hl. Norbert, des Ordensgründers der Prämonstratenser, beigesetzt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Klosterareal nach und nach im Stil des Barock um- und ausgebaut, woran u. a. Giovanni Domenico Orsi, Jean Baptiste Mathey, Kilian Ignaz Dientzenhofer und Anselmo Lurago beteiligt waren. Im Jahr 1671 entstand der ältere Repräsentationssaal der Strahov-Bibliothek, der sog. Theologensaal. In den Barockschränken lagern theologische Texte und Bibeln, darunter eine ganze Reihe von Handschriften und Erstdrucken. Das älteste Buch der Sammlung ist ein Pergament-Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert. Im Saal befinden sich auch niederländische astrologische und erdkundliche Globen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der eigentliche Konvent umgebaut, und die bauliche Entwicklung des Areals wurde durch den Bau der neuen klassizistischen Bibliothek mit ihrem großen, mit Fresken von Franz Anton Maulbertsch verzierten, Philosophensaal (Länge 32 m, Breite 10 und Höhe 14 m) gekrönt.  Das bedeutendste Wirtschaftsgebäude des Areals ist die Strahov-Brauerei, in der bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bier gebraut wurde. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts begann der Aufbau der Strahov-Galerie mit ihrer bemerkenswerten Sammlung mitteleuropäischer Kunst. Die Entwicklung des Klosters wurde 1950 mit der gewaltsamen Besetzung durch die kommunistischen Machthaber unterbrochen. Nach 1989 erfolgte die Rückgabe des Klostereigentums und die Klostergemeinde kam zurück. Heute gehört das Kloster mit seinen derzeit 75 Mitgliedern wieder dem Prämonstratenserorden, der sich der Seelsorge widmet.

Den Grundriss des Klosters bildet ein unregelmäßiges Viereck, in dessen Mitte die Abteikirche Mariä Himmelfahrt, eine ursprünglich romanische dreischiffige Basilika, steht. Ihre heutige barocke Gestalt erhielt sie in den Jahren 1742 - 1758 im Zuge eines von Anselmo Lurago geleiteten Umbaus. Der überwiegend barocke Innenraum der Kirche ist mit Deckenfresken und Wandgemälden verziert, die Motive aus dem Leben des hl. Norbert zeigen. In dieser römisch-katholischen Kirche sind an einer unbekannten Stelle die Gründer des Klosters, Fürst Vladislav II. und Bischof Jindřich Zdík, beigesetzt.

 

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