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Gemeindehaus (Obecní dům)

Das Jugendstil-Gebäude aus den Jahren 1905–1911 ist Beweis für die unvergleichlich künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten sowie die Qualität der damaligen Baukunst. Das Kaffeehaus, das französische und Pilsner Restaurant und die amerikanische Bar, genauso wie der Oberbürgermeister-Salon oder der Smetana-Konzertsaal sind perfekte Jugendstil-Interieurs, die von führenden Malern und Bildhauern, wie zum Beispiel A. Mucha, J. Preisler und L. Šaloun dem Jüngeren, ausgeschmückt worden sind. Für Jugendstil-Liebhaber gibt es kommentierte Führungen des ganzen Gebäudes.

Gemeindehaus (Obecní dům), náměstí Republiky 5, Praha 1 - Staré Město, 111 21
Web: http://www.obecnidum.cz, e-mail: info@obecnidum.cz
tel.: +420222002101, +420222002107

Eintrittspreise

Grundpreis

290 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

240 Kč

Eintrittspreis für Familien

500 Kč

BESICHTIGUNG DES GEMEINDEHAUSES

Besichtigungsrundgang:
Smetana Saal - Zuckerbäckerei – Slawischer Salon - Božena Němcová Salon – Orientalischer Salon - Gregor Saal – Palacký Saal – Oberbürgermeister Saal – Rieger Saal – Sladkovský Saal – amerikanische Bar

Die Besichtigungen des Gemeindehauses mit einem Reiseleiter finden unregelmäßig statt – Informationen erhalten Sie im Informationszentrum.
Der Tag der offenen Tür mit kostenlosem Eintritt findet für gewöhnlich am 28.10. statt.

INFORMATIONSZENTRUM
Im Erdgeschoss links – täglich geöffnet von 10.00 bis 20.00 Uhr.
Hier erhalten Sie Informationen über das Programm im Gemeindehaus, Konzert- und Ausstellungskarten sowie Eintrittskarten zu gesellschaftlichen Programmen/Anlässen, es können Führungen der Repräsentationsräumlichkeiten mit Reiseleiter gebucht werden und es werden Publikationen, Ansichtskarten, Plakate, Grafiken sowie Originale und Repliken künstlerischer Handwerke verkauft.

Im Gemeindehaus befindet sich außerdem:

  • Smetana Saal - Konzertsaal – Konzerte des Symphonischen Orchesters der Hauptstadt Prag FOK
  • Vorverkaufsstelle der Firma Ticketpro: Eintrittskarten – Theater, Konzerte, Kino und weitere Kulturveranstaltungen
  • Restaurant: französisches Restaurant, Pilsner Restaurant, Kaffeehaus, amerikanische Bar
  • Ausstellungsräumlichkeiten im 2. Stock – Besuchszeit und Eintrittspreise variieren je nach Ausstellung
    Ausstellungssaal Nr. 1, Ausstellungssaal Nr.. 2, Hollar Saal, Salon 1, 2, Speiseraum 1, 2, 3
    Billard- und Karten-Spielräume
  • Geschäfte: Beltissimo (Schuhe), Richard Collection, Coccinelle, Art Decoratif (künstlerische Gegenstände), Boutique Blanka Matragi, Antiquitäten Zum Gemeindehaus (tsch.: U Obecního domu), Buffalo Shoes Praha, Onvi Onavi, Gift Shop Modernista, Terza, Zlaté mince (dt. Goldene Münze) - Numismatik

VERMIETUNG VON RÄUMLICHKEITEN
Säle, Salons (Kapazität je nach Art der Bestuhlung) für Hochzeiten, Festessen, Konferenzen, Firmenveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, Messen, Modevorführungen, Bälle, Tanzkurse

KAPAZITÄT DER SÄLE
Smetana Saal (bis zu 1.100), Sladkovský Saal (bis zu 280), Grégor Saal (bis zu 200), Rieger Saal (bis zu 40), Palacký Saal (bis zu 50), Orientalischer Salon (bis zu 20), Slawischer Saal (15), B. Němcová Saal (2), Zuckerbäckerei (60 - 80), Weinstube (140 - 200), Hollar Saal (30), Salon des Dirigenten (6 - 8), Oberbürgermeister Salon (30), Speiseräume (10 - 50 - 80), Salons 1 und 2 (40 - 30), Ausstellungssäle (250 - 350)

Eine vollständige Preisliste der Eintrittsgelder, Bestellungen, ausgeschriebene Termine für Führungen finden Sie hier.

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Programme

Objekt geschichte

Das Gemeindehaus steht an der Stelle des Königshofes, der ehemaligen Residenz der böhmischen Könige. Dieses Gebäude entstand zur Zeit des Königs Wenzel IV. etwa im Jahr 1383, König Sigismund von Luxemburg diente es als provisorische Unterkunft, Ladislaus Postumus starb hier, der Krönungszug des Königs Georg von Podiebrad brach von hier auf. An seinen Aufenthalt erinnert eine Bronzetafel. Nach dem Jahr 1490 verlegten die Jagiellonen jedoch ihren Sitz nach Ofen/Buda und im Jahr 1515 verpfändeten sie den Königshof. Im Jahr 1631 erkaufte es Kardinal Ernst Adalbert von Harrach und ließ hier ein erzbischöfliches Seminar einrichten (seit 1636). Das Seminar siedelte nach der Aufhebung des Jesuitenordens nach Clementinum über und seine Gebäude erwarb Militär-Ärar. Die Königshöfliche Kaserne blieb hier bis zum Jahr 1869, danach wurde es als Kadettenschule genutzt. Der Königshof wurde in den Jahren 1902 – 1903 abgerissen.

Die Absicht des Prager Rathauses ein Repräsentationshaus zu erbauen und die Sehnsucht des bedeutendsten tschechischen Bürgervereins Měšťanská beseda seine Räume für das Satdtgeld zu erweitern standen am Anfang eines neuen Objekts, das die Hauptstadt des Königreichs repräsentieren und das tschechische Gesellschaftsleben unterstützen würde. Der Stadtrat genehmigte im Jahr 1902 den Bau, im Jahr 1903 den Kauf des Grundstücks neben dem Pulverturm, 1904 das Projekt und im Jahr 1905 begann der Bau. Das Objekt wurde zwischen den Jahren 1905 – 1911 nach dem Projekt von den Architekten Antonín Balšánek und Osvald Polívka als Mittelpunkt des tschechischen Kulturlebens und Gegengewicht zum unweit stehenden Deutschen Haus und Kasino und deutschen Korso Am Graben erbaut. Den Bau begannen am 9. 8. 1905 die Baumeister František Schlaffer und Josef Šebek. Im November 1911 fand hier eine Ausstellung drei führender tschechischer Kunstvereine statt - Jednota výtvarných umění, Spolek výtvarných umělců Mánes a Skupina výtvarných umělců. Die endgültige Bauabnahme fand am 22. 11. 1912 statt. Das Gebäude wurde der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und Ort bedeutender geschichtlicher Ereignisse. Darüber zeugt eine Bronzetafel von Ladislav Šaloun, die an der Fassade in der Nähe vom Pulverturm befestigt ist. Am 6. 1. 1918 wurde hier so genannte Dreikönigs-Deklaration angenommen. Sie forderte den eigenständigen tschechoslowakischen Staat. Im April wurde im Smetana-Saal der Volkseid abgelegt und im Juni wurde der Tschechoslowakische Nationalausschuss im Grégr-Saal konstituiert, daraus entstanden später das Parlament und die Regierung. Vom Balkon vor dem Primator-Saal (Oberbürgermeister-Saal) wurde am 28. Oktober 1918 die Tschechoslowakische Republik proklamiert. Gleichzeitig wurde das erste Gesetz der neuen Republik verabschiedet und vom 28. 10. bis 13. 11. tagte hier der Nationalausschuss als das erste Parlament und Regierung des Staates. Eine von den zwei Tafeln im Tschechischen Klub kommentiert die Ereignisse folgend: „…Hier gingen Comenius´ Worte in Erfüllung: die Regierung deiner Angelegenheiten wieder in deine Hände zurückkehrt, o tschechisches Volk.“ In den 20er und 30er Jahren war die Zeit des größten Ruhms des Prager Repräsentationshauses, wie das Objekt zu jener Zeit hieß. Hier fanden Bälle, Feste, Tagungen von Berufsgruppen und Ausstellungen führender Künstler, Verbände und Vereine statt. Im November 1989 schlossen sich im Smetana-Saal dem Studentenstreik Künstler an und hier trafen sich zum ersten Mal Václav Havel und der ehemalige Regierungsvorsitzende Ladislav Adamec.

Das Gemeindehaus steht auf 14 000 m2 großer Parzelle, die bebaute Fläche nimmt 4214 m2 ein, gesamter Rauminhalt des Gebäudes beträgt ca. 14 000 m3. Im Objekt sind etwa 1240 Räume.

Die Fassade ist ein Relikt vom Historismus des 19. Jahrhunderts, eine Mischung von Neorenaissance und Neobarock, allgemein ist es jedoch als ein bedeutendes Beispiel Prager Jugendstils/Sezession betrachtet. Das ganze Objekt ist ein Beweis sowohl für beispiellose Handfertigkeit und künstlerische und handwerkliche Qualität, als auch für Modernität, was die supermodernen technischen Einrichtungen betrifft, in Mitteleuropa damals einzigartig. Es befanden sich hier 28 elektrische und hydraulische Aufzüge, ein Lüftungssystem mit Fernbedienung, Rohrpost, Zentralstaubsauger, eine moderne Telefonzentrale, ein Raum für Eiserzeugung, ein Kühlraum, modernste Küche. Hier befand sich eine der größten elektropneumatischen Orgel in der ganzen Monarchie. Zum ersten Mal wurde hier in einem solchen Ausmaß Linoleum verwendet, damals Neuheit, Messing und andere Materialien. In den Interieuren sind alle bekannten künstlerischen Berufe vertreten, deren Erzeugnisse ein Gefühl für Schönheit und Zweckdienlichkeit beweisen: Bleiglasfenster, Uhren, Holz- und Keramikfliesen, natürlicher und künstlicher Marmor, freistehende Möbel-Kombinationen, Spiegel, Draperien, Heizungs- und Lüftungsverdeckungen und vor allem Leuchter aus Buntmetall und Glas (meistens nach den Entwürfen von František Anýž von Firma Křižík angefertigt). Das Gemeindehaus war Ausdruck des Selbstbewusstseins des tschechischen Volkes, es wurde konzipiert als seine Anpreisung. Dem entsprach auch die prunkhafte Ausschmückung und die Benennung der Säle, die politisch motiviert war.

Über dem massiven im Jugendstil dekorierten Haupteingang ist ein halbkreisförmiges Mosaik von Karel Špillar, das die Vergöttlichung Prags darstellt. Auf dem Sims ist eine Inschrift, ein Zitat von Svatopluk Čech: „Heil dir Prag! Biete der Zeit der Bosheit die Stirn, wie du über die Jahrhunderte allen Stürmen standgehalten hast!“ und das Stadtwappen Prags. Zu beiden Seiten stehen die Figurengruppen Demütigung des Volkes und Auferstehung des Volkes von Ladislav Šaloun. Unter dem Mosaik ist auf Säulen mit Markise ein vom Primator-Saal zugänglicher Balkon, auf den Säulen sind Leuchtenträger aus Bronze mit elektrischen Leuchten von Karel Novák. Zwischen den Fenstern im 1. Stock sind Pfeiler mit Relief-Medaillons in Stuck, in denen die Bildhauer Josef Pekárek, Gustav Zoula, E. Pickardt und Antonín Štrunc verschiedene Typen von tschechischen Trachten darstellten. An der Ecke am Pulverturm befindet sich eine Statue seines Baumeisters Matěj Rejsek von Čeněk Vosmík, auf der Attika die Plastik Geist der Geschichte von František Rous. Auf dem Niveau des 1. Stocks ist die Hausecke und der Pulverturm mit einem gedeckten Korridor verbunden. Die Ecke des rechten Flügels ist mit Halbfiguren von Anotnín Štrunc besetz – Allegorien des Schrifttums, der Baukunst, der Bildhauerei und der Malerei. Den großen Giebel gegenüber der Straße U Prašné brány zieren die Halbfiguren Sämann und Schnitterin von Antonín Mára, die Seitenfront im 1. Stock Dudelsackpfeifer und Nixe von František Úprka und über dem Hauptsims Musik und Drama von Josef Mařatka.

Das mit Kuppel gewölbte Eingangsvestibül zieren zwei Fauna- und Florafiguren von Bohumil Kafka. Links ist der Eingang ins Café, dessen Wände mit Mahagoniholz getäfelt sind. Gegenüber dem Eingang ist ein Podium und eine Nische mit Fontäne von Osvald Polívka mit der Plastik Nymphe von Josef Pekárek. Die Klimaanlage ist als Original erhalten geblieben. Rechts vom Vestibül ist das Französische Restaurant entworfen von Osvald Polívka. Hier blieb das Wandgemälde Prag empfängt seine Gäste von Josef Wenig und Hopfenbau und Weinbau als Junge und Mädchen erhalten. Der mit Wappen und Messinguhren mit Glaslinsen gezierte Bogen führt zum Salon (Podium). Hier blieben die Originaltapete und das Gemälde Hradschin und Neue Welt von A. Zahel erhalten. Im Souterrain unter dem Café befindet sich eine Weinstube (322 m2), ein gewölbter Raum mit künstlerischen Keramikfliesen. Über dem Bareingang ist ein Keramikrelief von Affen um ein Fass. Die Bleiglasfenster haben Weinblätter- und Traubenmotive. Die Weinstube ist nicht frei zugänglich, aber man kann sie mieten. Unter dem Vestibül ist die Amerikanische Bar (73 m2) mit schwarzen Keramikfliesen und mit Kollektion von Wandzeichnungen und Bildern in den Nischen von Mikoláš Aleš (Bäuerin mit Gänsen, Zutreiber mit Hase, Junge mit Schwein, Faschingsdienstag, Kirmes in der Gaststätte, Aufs Pferd, Durchfahrt eines erlauchten Mannes zur Gaststätte). Die Bilder sind Kopien, teilweise aus dem Jahr 1921 von A. Naumann, teilweise aus späteren Jahren. Die Marmortheke wurde in den 90er Jahren neu nach dem Original hergestellt. Die Kuppel ziert sg. goldener Regen. Unter dem Französischen Restaurant ist eine Bierstube das Pilsner Restaurant – den gewölbten Raum zieren zwölf Keramikwappen böhmischer und mährischer Städte und Keramikreliefs. Am Bareingang ist Bursche und Mädel von Jakub Obrovský und das Mosaik böhmische Ernte von demselben Künstler. Die Bleiglasfenster mit Ähren- und Hopfenmotiven sind Originale. Die Möbel stammen aus den 30er Jahren. Im Mezzanin ist sg. Herrentrakt – Billard- und Kartenkasino (Frauen durften früher nur zu den Kartentischen) und Zentralgarderobe.
Oberbürgermeister- und Präsidentenaufzug vor der Zentralgarderobe entworfen von O. Polívka und J. Prokopec sind einzigartig erhalten, während der letzten Rekonstruktion in Betrieb wiederaufgenommen. Er dient nur höchst gestellten Gästen.

Der Smetana-Saal (897 m2) ist der Zentralraum des 1. Stockwerks und des ganzen Gemeindehauses, vom Architekten Antonín Balšánek. Figurales Deckengemälde vollführte František Ženíšek, Stuckverzierung Karel Novák. Den Bogen der Vorbühne zieren zu beiden Seiten die Figurengruppen Slawische Tänze und Wyschehrad von Ladislav Šaloun, an den Balkons sind Portraitmedaillons von Komponisten von Antonín Štrunc, Antonín Mára und Karel Novák (links František Škroup, Vilém Blodek, rechts Karel Bendl, Zdeněk Fibich, über dem Haupteingang Jan z Holešova, Bohuslav z Čechtic, Kryštof Harant z Polžic, Václav Jan Tomášek). Balkonnischen mit Musik-, Tanz-, Poesie- und Dramamotiven malte Karel Špillar. Zu den Originalteilen zählen die Spiegel, die Bleiglasfenster an der Decke und die Textilien im Jugendstil. Die Sessel wurden bei der letzten Rekonstruktion neu in Italien als freie Repliken der Originalsessel hergestellt. Die Orgel ziert ein Medaillon mit Bedřich Smetana von František Hergesel, sie hat 4 Manuale und 89 Register. Restauriert wurde sie von einer deutschen Firma. Im Smetana-Saal konzertierte am Anfang vor allem die Tschechische Philharmonie und seit 1942 war der Saal die primäre Wirkungsstätte der Prager Symphoniker, die bis heute hier konzertieren. Im Smetana-Saal finden regelmäßig die bedeutendsten Konzerte des Prager Frühlings statt, und das seit seinem Anfang im Jahr 1946. Die Kapazität beträgt bei den Konzerten 1259 Plätze.

Weitere Räume im ersten Stock entwarf der Architekt Osvald Polívka. Es handelt sich um den Dirigenten-Salon – die ehemalige Vorbereitungsküche für die Konditorei, die Konditorei (108 m2) mit Stukkatur von Karel Novák und dem Gemälde Blick auf die Stadt Tábor von Václav Jansa. Der Mährisch-Slowakische Salon (54 m2) schöpft aus der Volkskunst: Glasperlen, Ornamente, Broderien. Das einzigartige Aquarium wurde bei der letzten Rekonstruktion erneuert. Der Božena-Němcová-Salon (54 m2) hat eine funktionsfähige Keramikfontäne mit einer Božena-Němcová-Statuette (nur Kopie, Original ging in den 70er Jahren verloren). Der Orientalische-Salon (55 m2) ist mit Holz getäfelt, hat Textiltapete, farbige Ornamente und farbigen Deckenstuck. Hinter ihm ist der Korridor, der das Gemeindehaus mit dem Pulverturm verbindet. Die Wand des Pulverturms ist Teil des Interieurs. Im Grégr-Saal (180 m2) ist eine Julius-Grégr-Büste von Emanuel Hallmann. An der Decke ist das Triptychon Leben, Poesie und Tod von František Ženíšek und an der Wand gegenüber den Fenstern das Triptychon Liebeslied, Kriegs- und Trauerlied. Auf dem niedrigen Balkon spielte ein Orchester zum Tanzen. Im Palacký-Saal (86 m2) sind Bilder von Jan Preisler. An den Wänden sind Szenen aus Sagen, an der Decke ist ein Symbolbild eines Mädchens und Jungen mit fliegenden Vögeln. Zwischen den Fenstern ist eine František-Palacký-Büste von Myslbek. Der Primator-Saal (95 m2) mit Kreisgrundriss schmückte Alfons Mucha aus. Er bemühte sich sehr um diesen Auftrag, so ermäßigte er seinen Preis, was den Kollegen nicht gefiel. Er malte das Deckengemälde mit dem Thema Slawische Einigkeit und an den Wänden zwischen den Lünetten acht Figuren – Kampfkraft (Jan Žižka), Treue (Johann Amos Comenius), Kraft (Vojtěch z Pernštejna), Wachsamkeit (Repräsentant der Choden), Widerspenstigkeit (Jan Roháč z Dubé), Selbstständigkeit (Georg von Podiebrad), Gerechtigkeit (Jan Hus) und mütterliche Weisheit (heilige Ludmilla). Drei Bilder in den Lünetten sind von folgenden Inschriften motiviert: Demütigt und gefoltert – du wirst auferstanden sein, weite Heimat; Heilige Mutter des Volkes nehme Liebe und Begeisterung deines Sohnes an und über dem Eingang Mit Kraft zur Freiheit, mit Liebe zur Treue. Im Saal befinden sich Lederbänke mit Lehnen nach Muchas Entwürfen (Motive: die Tschechische Krone und Weinen über Vernichtung der Heimat), weiter Muchas Dekorationsstoffe mit korallen und goldener Broderie und mit Fransen, Bleiglasfenster mit Schlangen- und Taubenmotiven und Dekorationsgitter aus Messing unter den Spiegeln. Über den Saal kann man das Balkon mit den Leuchtenträgern betreten.Es folgt der Rieger-Saal (83 m2) mit einer František-Ladislav-Rieger-Büste von Myslbek und mit Bildern von Max Švabinský mit Figuren tschechischer Titanen zum Thema Frühling der tschechischen Literatur (Čech, Zeyer, Němcová, Neruda und Vrchlický) und Frühling der tschechischen Kunst (Smetana, Dvořák, Aleš, Myslbek, Mánes). Im Saal befindet sich eine Tafel mit einem Redeabschnitt von František Ladislav Rieger von der Versammlung des Tschechischen Königreichs im Jahr 1867. Im Sladkovský-Saal (208 m2) ist eine Karel-Sladkovský-Büste von Ladislav Kofránek und Landschaftsmalerei von Josef Ullmann.

Im zweiten Stock kann man die Balkons im Smetana-Saal betreten. Hier befinden sich ebenfalls Ausstellungssäle, vor allem der kreisförmige Hollar-Saal und zwei längliche Säle mit Glasdecken. Bei der letzten Rekonstruktion wurde das Dirigenten-Appartement neu gestaltet, es ist für bedeutende Besucher Prags bestimmt und hat einen einzigartigen Ausblick auf das Hradschin-Panorama. Im Jahr 1998 wurde noch nachträglich der sg. Tschechische Klub renoviert. Er diente im 1. Weltkrieg den Abgeordneten und den Parteien und er hatte einzigartige frühkubistische Ausstattung von Josef Chochol. In einem Raum sind Kopien der wertvollen Originalmöbelstücke, die hinsichtlich des astronomischen Preises Museumsexponate sind. Im Tschechischen Klub bereitete Alois Rašín den Entwurf der ersten tschechoslowakischen Verfassung vor. Im Jahr 1999 wurden vor den Tschechischen Klub wieder gefundene und restaurierte Lünetten mit den Namen Prag aus dem Rieger-Park von Jaroslav Panuška, Prag von Podbaba von Roman Havelka, Prag von Libeň von Václav Jansa und Die Abenddämmerung über Hradschin von Jindřich Tomec platziert. Ursprünglich waren sie an den Wänden im Pilsner Restaurant, gefunden wurden sie im Keller des Schlosses Troja.
 
Das Café, die Restaurants, die Bar und die Bierstube sind offene Gaststätten, einzelne Säle und Salons und weitere Räume kann man im Rahmen einer bezahlten Besichtigung mit Begleiter besuchen.

Das Objekt wurde einigemal rekonstruiert. Die letzte umfangreiche Rekonstruktion verlief in den Jahren 1994 – 97 nach dem Projekt des Vereins der Architekten für die Rekonstruktion des Gemeindehauses (Architekten Martin Němec, Alexandr Gjurič, Karel Frankl). Sie erneuerten den Zustand aus dem Jahr 1912. Die Kosten betrugen 1,75 Milliarden CZK. Es wurde nicht nur das eigene Gebäude rekonstruiert, die Fassade und z. B. die Dächer, die es insgesamt 12 auf dem Objekt gibt, aber auch wurden die Verzierung und die Kunstwerke restauriert oder ersetzt. Es wurden vernichtete Gegenstände, Leuchter, Verkleidungen, Gardienen, Möbel und technische Ausstattung renoviert oder neu angefertigt. Am 1. 1. 2008 wurde ein Billard-Kasino im Jugendstil über dem Café mit einem Ausblick auf den Pulverturm geöffnet.

Im Jahr 1989 wurde das Gemeindehaus zum Nationaldenkmal erklärt.

 

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