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Kampa Museum

Das Museum befindet sich in den einstigen Sova-Mühlen auf der Kleinseite. Es beherbergt die Sammlung von Jan und Meda Mládek, die sowohl eine Kollektion an Werken des abstrakten Bahnbrechers František Kupka und des tschechischen kubistischen Bildhauers Otto Gutfreund beherbergt, als auch Werke bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts aus dem sogenannten Ostblock. Mission des Kampa-Museums ist es, Zeugnis von einer nicht leichten Zeit zu geben, in der erwähnte Kunst entstanden ist und auf die nicht vergessen werden sollte.

Kampa Museum, U Sovových mlýnů 2, Praha 1 - Malá Strana, 118 00
Web: http://www.museumkampa.cz, e-mail: info@museumkampa.cz
tel.: +420257286147

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

ganze Woche
10.00 – 18.00

Eintrittspreise

Grundpreis

240 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

120 Kč

Eintrittspreis für Familien

380 Kč

Programme

Objekt geschichte

Kampa Museum - Sovas Mühlen

Auf diesem Ort gab es vielleicht die erste Mühle in Prag überhaupt. Die älteste Nachricht über die Mühlen auf der Insel Kampa geht auf das Jahr 1393 zurück, aber die Mühlen klappten hier schon viel früher. Der Name der Mühle änderte sich je nach ihrem Besitzer: im 15. Jahrhundert war es die St. Georg Mühle, zu Ende des 15. Jahrhunderts die Sovovský Mühle, dann die Severínovský Mühle und die Kosořský Mühle, ab 1561 wiederum die Sovovský Mühle, ca. ab 1850 die Odkolkovský Mühle. Nach den Hussitenkriegen fiel die Insel Kampa der Prager Altstadt zu, die den einsamen Ort im Jahr 1478 an Václav Sova aus Liboslava, der später zum Ratsherrn der Prager Altstadt wurde, widmete, um hier ein Haus und auch Mühlen zu errichten. Václav Sova baute hier ein Haus und errichtete Mühlen, ein Hammerwerk mit einer Schleiferei, eine Schneidemühle, eine Kalkbrennerei, eine Tuch- und Weißgerberwalche zur Ledergerbung und weitere Werke. Dazu gehörten auch ein Wirtschaftshof und Gärten. Der Besitz wurde auch von seinen Nachfolgern vergrößert, die hier zahlreiche Umbauten durchführten. Im Laufe der Zeit entstand hier ein zweiflügeliges Hauptgebäude mit typischen Giebeln, das es - auch trotz zahlreicher Umbauten - noch heute gibt. In der Zeit des dreißigjährigen Krieges wurde die Prager Altstadt von den schwedischen Militärtruppen von hier aus beschossen. Die Mühlen, die ursprünglich im gotischen Stil gebaut wurden, wurden später im Renaissancestil umgebaut. Weitere Umbauten folgten um das Jahr 1836 unter Beteiligung des Architekten Josef Kranner. Nach 1850 gelangte die Mühle in den Besitz des Unternehmers František Odkolek, der mit dem Architekten Josef Maličký und dem Baumeister František Srnec einen großartigen Umbau aufnahm. Im Jahr 1862 und dann im Jahr 1867 erfolgte der Umbau des Hofes und es wurde ein bewohnbares zweigeschossiges Flügel im neugotischen Stil gebaut. Die Bauanpassungen wurden vom Architekten Josef Schulz und von Josef Zítek durchgeführt. Es waren die Mühlen in Amerika, die František Odkolek inspirierten und dazu bewegten, dass er die Mühle zu einer Dampfmühle umbauen ließ. Im Jahr 1872 war es erforderlich einen hohen Schornstein zu bauen, wodurch allerdings das Panorama der Stadt gestört wurde. Seit Jahrhunderten wurden die Mühlen durch Feuer und Hochwasser gefährdet. 1896 wurde die Odkolkovský Mühle infolge eines großen Brandes beschädigt. Das niedergebrannte Gebäude ging ins Eigentum der Stadt Prag über. Der vordere Teil am Ufer des Moldau Flusses wurde bei der Flussregelung und dem Bau eines Durchlasses im Jahr 1920 niedergerissen, das bewohnbare Gebäude wurde später zum Sitz der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften (ČSAV).
Das Leben sollte ins Objekt ein Hotel wieder bringen, aber diese Idee wurde wegen mangelnder Zugänglichkeit für die Fahrzeuge zurückgewiesen. Die Idee zu einer modernen Galerie wurde bereits in der Zwischenkriegszeit ins Leben gerufen, konnte aber erst in der Gegenwart realisiert werden. Es wurde hier ein Tempel für eine einzigartige Sammlung der modernen Kunst, in der insbesondere das künstlerische Schaffen des tschechischen Malers František Kupka vertreten ist, gebaut. Die Sammlung entstand in den USA und ist der Sammlerin Frau Meda Mládková und ihrem Ehemann zu verdanken. Meda Mládková schenkte die Sammlung als eine Spende der Tschechischen Republik. 2000 wurde die Rekonstruktion des Objektes Sovas Mühlen, in dem diese Sammlung unterbracht werden sollte, nach dem Projekt der Wiener Architektin Helena Bukovanská aufgenommen. Am Projekte kooperierte eine Gruppe von Künstlern in Zusammensetzung Václav Cígler, Miroslav Karel, Michal Motyčka, Dana Zámečníková und Miroslav Špaček. Es gelang kreative und moderne Galerieräume in dem alten und ziemlich verwahrlosten Objekt zu errichten. Ihr Charakter wird nun durch moderne Elemente aus rostfreiem Stahl und Glas geprägt. Sämtliche Räume werden miteinander mit einer Treppenkonstruktion aus Stahl verbunden. Der Laufsteg und das Terrassengeländer wurden aus Sicherheitsglas gefertigt und bieten eine einzigartige Aussicht. Auf dem Hof zieht auf sich die Aufmerksamkeit die Wasserstraße mit strömendem Wasser, die die Galerie mit dem Fluss verbindet. Das Artefakt auf dem Galeriegebäude - der riesige gläserne Kubus im Metallrahmen - wurde mit einem Hubschrauber installiert. Gegen diesen künstlerischen Gegenstand, der die Aussicht auf die Prager Burg verhindert, protestierten die Denkmalämter, das Kulturministerium stimmte jedoch seiner Installation zu. In diesem Zusammenhang wurde auch die Jan und Meda Mládek Stiftung gegründet. Sie hat zur Aufgabe die Galerie Kampa Museum für die nächsten 99 Jahre zu verwalten. Die feierliche Eröffnung des Museums war für September 2000 geplant. Wegen der erheblichen Beschädigung infolge des katastrophalen Hochwassers im August 2000 wurde der Termin um ein Jahr auf den 15. 09. 2003 verschoben. Zum visuellen Symbol des Museums wurde ein vier Meter hohes und von über zwei Tonnen schweres Stuhl aus Holz von der Künstlerin Magdalena Jetelová. Das Artefakt wurde auf der in den Moldau Fluss auslaufenden Landzunge vor dem Museum angebracht. Das tragische Hochwasser 2002 hat den Stuhl jedoch weggenommen. Im Juni 2003 wurden auf demselben Ort ein Stuhl aus Pappelholz von der Künstlerin Magdalena Jetelová und auch weitere Werke der Studenten des Bildhauers Kurt Gebauer aufgebracht. Der Stuhl ist 6 m hoch.

Geschichte der Sammlung
Während ihres Studiums in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in Paris lernte Meda Mládková František Kupka kennen. Bald sah sie seine wesentliche Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung der abstrakten Kunst ein. Im Laufe der Zeit erwarb sie eine umfassende Sammlung seiner Bilder und wichtiger Studien. In den 60er Jahren begann sie in die Tschechoslowakei, nach Polen, Ungarn und das ehemalige Jugoslawien zu fahren. In den vorab genannten Ländern besuchte sie Ateliers und kaufte dort Bilder, Statuen, Zeichnungen und grafische Bilder. Im Laufe der Zeit entstand eine beachtenswerte Sammlung von Werken, deren Autoren insbesondere die Repräsentanten der künstlerischen Generation, die sich Ende der 50er und zu Beginn der 60er Jahre durchzusetzen begann, und auch zahlreiche jüngere Künstler waren. Die erworbenen Werke stellte Meda Mládková in den USA und auch in anderen Ländern aus. Neben den Werken Kupkas sind von großer Bedeutung die umfassende Sammlung von Jiří Kolář und auch die Statuenkollektion von Otto Gutfreund. Meda Mládková stellte die Werke von Kupka, Kolář und Gutfreund auch in zahlreichen bedeutenden Museen und Galerien sowohl in der Tschechischen Republik als auch im Ausland aus. Der größte Teil ihrer Sammlung wurde aus Washington nach Prag und hier in dem neu errichteten Kampa Museum unterbracht. Einen Bestandteil der Sammlung bildet auch die Kollektion der künstlerischen Werke, die im Jahr 1989 für Jindřich Chalupecký versammelt wurde. 2002 widmeten Jiří und Běla Kolář dem Kampa Museum die Sammlung ihres künstlerischen Schaffens, in der insbesondere die Werke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertreten sind.

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