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Kirche der St. Maria unter der Kette (Kostel Panny Marie pod řetězem)

In den Jahren 1156 - 1159 erhielten die Johanniter vom Erzbischöflichen Hof den Grund vor der damaligen Judita Brücke. Zum Zentrum des Ordens wurde die Kirche der Heiligen Mutter Gottes unter der Kette, deren Bezeichnung auf die Tatsache verweist, dass mit einer Kette entweder das Tor verschlossen wurde oder dass hiermit der Fluss gestaut wurde, um die Schiffe und Flosse zum Halten zu bewegen und somit das Einheben von Zoll zu erleichtern.

Kirche der St. Maria unter der Kette (Kostel Panny Marie pod řetězem), Velkopřevorské náměstí/ul. Lázeňská, Praha 1 - Malá Strana, 118 00
Web: http://maltezskyrad.cz, e-mail: gpb@smom.cz
tel.: +420257530876, +420257530824

Programme

Objekt geschichte

Geschichte des Gebäudes
Die Kirche wurde zwischen den Jahren 1158 (Gründung des Klosters) und 1182 erbaut, in diesem Jahr ist ihre Weihe beurkundet und ihr Eigentum bestätigte schriftlich den Johannitern der Papst. Um den Bau machte sich aus eigenen Mitteln Kanzler und Propst in Vyšehrad Gervasius und sein Enkel Unterkanzler Martin verdient. Es handelte sich um eine romanische dreischiffige Basilika mit dem ältesten Teil im Osten, im Westen führte sie bis zum heutigen Hof und sie wurde mit einer Front mit Türmen abgeschlossen. Aus diesem Zeitabschnitt blieben schwarze Fragmente des Gemäuers im Süden erhalten.
Der gotische Umbau begann vermutlich im Jahr 1314, als die Johanniter finanzielle Mittel nach Verkauf des Besitzes des aufgelösten Templerordens gewannen. Die romanische Basilika wurde größtenteils abgerissen und es begann der Bau des gotischen Schiffes, den höchstwahrscheinlich die Parler-Bauhütte durchführte, aber der nie zu Ende geführt wurde. Zur Seite des Presbyteriums im Norden wurde die Sakristei zugebaut, derer Kellergeschoß als Krypta diente (bis heute erhalten geblieben). Im Flur vor der Sakristei befinden sich Reste gotischer Wandmalereien. Auf der Nordseite entstanden Fundamente der Arkadenpfeiler des Nebenschiffes, teilweise wurden die Türme im Westen und der Giebel zwischen denen erbaut – an diesem Punkt wurde der Tempelbau wegen dem Einfall der Hussiten. Der Vorhof diente als Friedhof.
Im Jahr 1378 wurde der Leichnam des Kaisers Karl IV. in der Kirche ausgestellt.
In der Regierungszeit seines Nachfolgers Wenzel IV. lebte der heilige Johannes Nepomuk, über den man erzählt, dass er im Jahr 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen wurde und ertrank. Das stimmt nur teilweise, weil er schon vorher während einer Folterung starb
und von der Brücke am Abend sein Leichnam geworfen wurde. Verhaftet wurde er in der Kirche zur Jungfrau Maria unter der Kette während eines Friedenstreffen, an dem auch der König, der Erzbischof Johann von Jenstein und andere teilnahmen.
Die heutige Kirche ist eigentlich das Presbyterium des geplanten Gebäudes, erweitert nur bei einem Renaissanceumbau in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts um das letzte, westliche Teil des Chores. Die Kirchenfront mit dem Portal ist aus der Spätrenaissance – der Giebel ist aus dem Frühbarock.
Während des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche barockisiert, die Arbeiten führte überwiegend Carlo Lurago mit dem Steinmetz Giovanni Battista Spinetti durch, in diesem Zustand blieb die Kirche bis heute.
Beim Barockumbau wurde von außen zum Presbyterium ein Pferdestall angebaut.
Die heutige Klosterkirche war bis 2004 eine Pfarrkirche.

Interieur der Kirche
Auf dem Hauptaltar ist in einem massiven Rahmen das barocke Bild von Karel Škréta Madonna segnet den Malteserrittern in der Schlacht bei Lepanto (um das Jahr 1651). Im Rahmenansatz ist die Plastik Madonna sitzend in Strahlen, zu beiden Seiten des Altars sind frei an den Wänden zwei Engelstatuen aufgehängt.
Ein weiteres Bild von Škréta Die Enthauptung der heiligen Barbara ist auf einem Altar am Ende des südlichen Nebenschiffes (1674). In diesem Schiff sind noch zwei weitere Altäre – ein Maria- und Elisabethaltar und ein Mariahilfaltar, auf dem die Kopie des Bildes Jungfrau Maria von Tschenstochau ist. An der Südmauer unter dem Chor ist ein Heilig-Kreuz-Altar. Am Ende des Nebenschiffes im Norden ist eine mit einem Gitter abgetrennte Nepomuk-Kapelle, mit einem Bild von dem heiligen Nepomuk mit einer Gruppe tschechischer Schutzpatronen. Daneben ist eine Kapelle Johannes dem Täufer geweiht, Schutzpatronen des Malteserordens, im oberen Teil des Altars in dieser Kapelle ist das Bild Taufe Jesu von Antonín Stevens aus Steinfels. Hier befindet sich auch ein Taufbecken aus Holz.
Die nächste ist eine Maria-Schmerz-Kapelle, wo früher auf der Altarmense eine Pieta war. Später wurde sie durch einen gläsernen Kästchen mit einer Kopie des Prager Jesuleins ersetzt. Es erinnert an die Zeit als der Malteserorden die Kirche Maria vom Siege verwaltete. Hinter der Stirnwand der Mensa, die man zur Seite schieben kann, befindet sich symbolisch Heiliges Grab. Unter dem Chor ist ein Maria-Altar, auf dem sich ein Glasschrank mit einer Madonna-Statue aus Holz befindet, wahrscheinlich eine barocke Kopie des spätgotischen Originals. Weiter hängt hier auch das Bild Stigmatisierung des heiligen Franziskus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Kanzel ist aus dem Hochbarock, ihre Tür ziert das Relief Johanniter nehmen Jerusalem ein. Die bildhauerische Ausschmückung der Kirche sind meistens die Werke von Jan Petr Wenda. Interessant ist eine Statue in einer Arkade zwischen dem Haupt- und Nebenschiff, die aus Marmor Emanuel Max im Jahr 1850 schuf. Es handelt sich um Rudolf Grafen von Colloredo-Waldsee, Großprior, der durch seine Verteidigung Prags vor Schweden im Jahr 1648 berühmt wurde. Das Interessante ist, dass die Statue, obwohl sie in einer katholischen Kirche steht, auf dem Kopf einen Hut trägt. Ursprünglich sollte sie nämlich außerhalb der Kirche stehen, erst nach ihrer Vollendung wurde entschieden, dass sie genau hier aufgestellt wird.

Herkunft des Namens der Kirche
Es existieren mehrere Varianten – nach einer hängt der Name mit einer Maria-Statue, die ums Hals eine Kette hatte. Eine andere verweist auf den Zusammenhang mit der einstigen Judithbrücke, derer Turm ein Tor mit Kette hatte. Die wahrscheinlichste Version scheint zu sein, dass es mit der Kette zusammenhängt, die von dieser Stelle der Kleinseite über die Moldau zur Altstadt (deshalb auch die Straße Řetězová – Kettenstraße) gespannt wurde, damit Schiffe, ohne den Zoll bezahlt zu haben, nicht weiter durch Prag schiffen konnten.

Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta - Johanniter
(
Ordo Melitensium, Ordo Joanitarum)
Der Orden ging aus einem Pilgerspital hervor, das von Kaufleuten aus Amalfi 1048 gestiftet worden und Johannes dem Täufer geweiht war, um die Pilger, die zum Heilen Grab gepilgert waren zu betreuen.
Im Jahr 1113 bestätigte ihn der Papst, der erste Großmeister, d. h. der Ordensobere, wurde der selige Gerhard, der auch für den Gründer des Ordens gehalten wird. Zu den bedeutsamen Großmeistern zählt Jean Parisot de la Vallette, gewählt 1557, der sich im Kampf mit Türken auszeichnete und aus Malta eine uneinnehmbare Festung machte. Zu seiner Ehre wurde die Hauptstadt von Malta Valletta benannt.
Nach dem Fall Jerusalems (1187) ließen sich die Johanniter vorübergehend auf Zypern nieder, seit 1522 auf Rhodos und im Jahr 1534 erhielten sie vom Kaiser Karel V. Malta als Lehen, wo sie bis zu ihrer Einnahme von Napoleon blieben. Seit 1834 hat der Großmeister seinen Sitz in Rom auf dem Aventin.
Der Orden ist von Anbeginn in Priesterstand (Mönche) mit dem Prior an der Spitze und Militärstand (Ritter) mit dem Großprior an der Spitze geteilt. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen, was auch der Wahlspruch ausdrückt Bezeugung des Glaubens und
Hilfe den Bedürftigen.

Das Ordenswappen ist ein silbernes Kreuz auf rotem Grund, hinter ihm ist das achtspitzige Malteserkreuz, das acht Tugenden des Ritters symbolisiert. Die Ordenskleidung ist ein schwarzer Ordensmantel mit dem Malteserkreuz auf der Brust.
In Böhmen siedelten sie sich ziemlich früh nieder (1156 – 1159), was einen regen Kontakt der Böhmen mit der Welt beweist.

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