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Havlíček Park (Grébovka - Havlíčkovy sady)

Der Park, der mit seinem Springbrunnen und seiner Wasserkaskade, seinen Seen, Pavillons, Säulen und seiner bezaubernden künstlichen Höhle von der italienischen Renaissance inspiriert worden ist, bietet neben einem einzigartigen Ausblick auf Prag auch Sitzgelegenheiten in einer reizenden Weinstube, einem Weingartenhäuschen inmitten weitläufiger Weinberge, oder im Gartenkaffeehaus, dem Pavillon Grébovka, mit einer einzigartigen Replik der ursprünglich historischen Kegelbahn aus den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts, an.

Havlíček Park (Grébovka - Havlíčkovy sady), Praha 2 - Vinohrady, 120 00
Web: http://www.praha2.cz
tel.: +420236044111, +420236044160

Öffnungszeiten

November – März

ganze Woche
06.00 – 22.00

April – Oktober

ganze Woche
06.00 – 24.00

Was können Sie im Havlíček Park, der sogenannten Grébovka, sehen:

Gröbe Villa: Eine Neo-Renaissance Sehenswürdigkeit im Havlíček Park. Seit dem Jahre 2003 dient die Villa als Schulungszentrum für Juristen. Die Villa ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Gelegentlich finden hier Konzerte und Ausstellungen statt.

Weinpavillon (tsch.: Viniční altán): Weinstube → www.vinicni-altan.cz

Café Pavillon Grébovka: Der Pavillon im oberen Teil, der in den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist und der ursprünglich als Schießstand und Kegelbahn gedient hat, wurde neu rekonstruiert. Die feierliche Eröffnung des Pavillons und der Replik der ursprünglich historischen Kegelbahn fand im September 2009 während eines Weinfestes statt. Heute dient der Pavillon als Kaffeehaus → www.pavilongrebovka.cz

Die künstliche Grotte und ihre nähere Umgebung, der sogenannte romantische Teil mit einem Springbrunnen, wurden feierlich am 17.9.2011 eröffnet. Die Grotte fungiert heute als alternative Kulturbühne. Der Stadtteil Prag 2 bietet hier kommentierte Führungen an.

Ebenso wurden der nordwestliche Hang mit seinem Wasserfall, ein künstlich angelegter See (im See leben Ringelnattern) und die Klotilda Aussichtswarte zugänglich gemacht.

Spielplatz für Senioren: Sitzbänke, Turngeräte für Dehnungsübungen und zur Kräftigung.

Die Revitalisierung im südlichen (unteren) Teil des Parks im Zeitraum von Februar bis Oktober 2012 brachte eine rekonstruierte Wand beim Unteren Landhaus, einen Kinderspielplatz, einen Lagerraum für das Mobiliar des Parks und WC, eine Baustelle für ein Pétanque-Spielfeld und eine Aussichtsplattform beim Flüsschen Botič hervor. Die 4. Revitalisierungsetappe wurde im August 2013 beendet.

Hunde dürfen in der Parkanlage nicht frei herum laufen.

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Objekt geschichte

Der Garten Grébovka befindet sich in einem Areal, welcher zwischen den Straßen U Havlíčkových sadů, Rybalkova und dem Botitzbach (Botič) liegt. Er wurde als origineller Bestandteil der Residenz des Fabrikanten Moritz Gröbe angelegt.

Gröbovka (Villa Gröbe)
Im Abhang zwischen Botitsch (Botič) und Vinohrady lagen zwei Anwesen mit Weinbergen Unter und Ober Landhauska. Im Jahre 1870 kaufte beide samt Grundstücken der Unternehmer Moritz Gröbe, Ober Landhauska ließ er abreißen, an seinem Stelle ließ er seine Sommerresidenz bauen und in ihrer Umgebung einen wunderschönen englischen Park auspflanzen. Die zweigeschossige Villa im Stil eines pompösen Sitzes der italienischen Renaissance projektierte Anton Barvitius, den eigentlichen Bau führte in den Jahren 1871 - 88 František Havel aus. Die Innenräume projektierte Josef Schulz. Auf der Fassade unter dem Dach schmückt das Gebäude ein Freskenband mit Kindermotiven vom Maler Kugler. Die plastische Ausschmückung der Innenräume stammt vom Bildhauer Detem. Die Villa hat im Erdgeschoss eine riesige Terrasse, verknüpft mit einer zweiarmigen Treppenanlage mit dem Weinberg der Hl. Klara, der vor kurzem im Hang unter dem Gebäude wiederhergestellt wurde. Von der Parterreterrasse gibt es eine wunderschöne Aussicht auf den Südteil der Stadt. Nach Gröbes Tod vermieteten seine Erben die Villa. Es zog hier die Enkelin des Kaisers Franz Joseph I. mit ihrem Mann dem Fürsten Windischgrätz ein. Als der Fürst nach Wien umkommandiert wurde, verließen sie die Villa. Im Jahre 1905 kaufte alles die Gemeinde Vinohrady. Das Gebäude diente ein paar Jahrzehnten der Forstwirtschaftshochschule und im Jahre 1937 wurde hier auf Kosten der Stadt das Baxa-Heim der Kinderausflüge für die vorübergehende Unterkunft der außerhalb von Prag wohnenden Jugendlichen bei ihren Besuchen der Hauptstadt Prag errichtet. Es wurde nach dem Oberbürgermeister Baxa benannt. Während der Besetzung nahm die Villa die deutsche Nazijugendorganisation Hitlerjugend ein und am 14. Februar 1945 erlitt es auch mit einem Gartenteil beim Bombardieren und anschließenden Brand erhebliche Schäden. Nach dem Krieg wurde es im Jahre 1953 repariert und diente als Pionier- und Jugendhaus. Zu diesen Zeiten wurden verschiedene gefühllose Baueingriffe durchgeführt und auch die Verzierung blieb davor nicht verschont. Gegenwärtig verwaltet die Objekte der Stadtteil Prag 2. Der Umbau wurde im Jahre 2007 abgeschlossen.

Das Wohnobjekt Untere Landhauska blieb bestehen, wurde aber im Renaissance-Stil umgestaltet.

Die Gestaltung der umliegenden Raums wurde auch von der italienischen Renaissance inspiriert - die Terrasse und die Weinbergtreppe, die Grotte, das „Teatron“ mit einer Fontäne und einer Wasserkaskade, ein See und Springbrunnen sowie Pavillons und Statuen von Bohuslav Schnirch. Die Grotte mit ihren Zierfelsen entwarf Josef Vorlíček.

Moritz Gröbe starb im Jahre 1891 und für die Erben war es schwierig und kostspielig, die Residenz weiterhin aufrechtzuerhalten. Nach dem Tod von Gröbes Ehefrau vermieteten sie das Gelände und im Jahre 1905 verkauften sie es an die damaligen Stadt Královské Vinohrady (dt.: Königliche Weinberge), die es nach unerlässlichen Instandhaltungsarbeiten am 16. Mai 1906 der Öffentlichkeit als Havlíček-Park zugänglich machte.

Bereits bei der Anlegung des Gartens wurde die natürliche Vielfalt des Geländes genutzt. Die Parkgestaltung wurden von Anfang an im Sinne eines über das ganze Jahr anziehenden Orts mit malerischen Winkeln und einem gelungen, geformten Gelände realisiert.

Bis zum zweiten Weltkrieg wurde der Garten erhalten und in den Abendstunden abgesperrt. Beim Luftangriff auf Prag am 14. Februar 1945 wurde die Villa und das Eingangstor beschädigt, das Vivarium (ein kleiner Zoo) und der Garten wurden ohne Einschränkung frei zugänglich. Nach dem Verwischen der Kriegsspuren wurde der historische Wert der Parkanlage schrittweise zerstört, und zwar nicht nur dank dem Mangel an Mitteln, sondern insbesondere auf Grund von Vandalismus.

Im Jahre 1964 wurde das Gelände zum immobilen Kulturdenkmal erklärt.

Im Garten ist ein reichhaltiges Gehölzsortiment vertreten - bis zu 120 Arten (Ginkgo-Baum, gemeine Esche, Amerikanischer Zürgelbaum, Rotbuche, Balsam-Pappel, Blasenesche und weitere).

Weinberg

Der Weinberg wurde an der Stelle des ehemaligen Geländebruchs gegründet, auf den während des Baus des Vinohrady-Tunnels 60.000 Pferdefuhrwerke Erdmasse geführt worden sind. In der Zwischenkriegszeit wurde er Bürgermeisterweinberg genannt. Es wurden hier die Weinsorten Blaufränkisch, Burgunder, St. Laurent, Portugieser, Riesling, Traminer und Silvaner angebaut. Gegen Ende des Kriegs wurde der Weinberg beschädigt und verkam bis 1993. In diesem Jahr erwarb der Stadtteil Prag 2 das Areal und seit 1997 findet hier jedes Jahr die Vinohrady-Weinlese statt. Der Weinberg erzeugt seinen eigenen Wein, der das Zertifikat der Expertenkommission (tsch.: certifikát komise znalců) erhalten hat. Zu den Weinsorten, die hier am Weinberg angebaut werden, gehören auch Müller-Thurgau sowie Grau- und Blauburgunder.

Der Weinberg erstreckt sich auf einer Fläche von 1,7 Hektar, die jährliche Weinproduktion beträgt 4.000 Liter.

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