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Štefánik Observatorium (Štefánikova hvězdárna)

Die Štefánik Sternwarte steht in den Gärten des Laurenzibergs seit dem Jahre 1928, ihre heutige Gestalt erhielt sie nach einer weitreichenden Rekonstruktion in der Mitte der 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Interessanteste, das diese Sternwarte anzubieten hat, sind ohne Zweifel die öffentlichen Beobachtungen des Tages- und Nachthimmels, die stronomische Dauerausstellung und die Führung mit Erklärungen über die Geräteausstattung der Sternwarte.

Štefánik Observatorium (Štefánikova hvězdárna), Petřín 205, Praha 1 - Malá Strana, 118 00
Web: http://www.observatory.cz, e-mail: informace@observatory.cz
tel.: +420257320540

Eintrittspreise

Grundpreis

65 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

50 Kč

Eintrittspreis für Familien

140 Kč

Objekt geschichte

Im Jahre 1917 wurde die Tschechische astronomische Gemeinde gegründet, die sich zum Ziel setzte, in Prag ein Observatorium zu errichten, um Ergebnisse der Astronomie für die breite Öffentlichkeit zu popularisieren. Das erste Observatorium der Prager Astronomen war zuerst einer der Türme des Wilson-Hahnhofs, später versuchten sie sogar in der künstlichen Höhle in Grébovka zu arbeiten, aber aufgrund der Beleuchtung der Prager Innenstadt war nicht einmal der Turm des Prager Clementinums zufrieden stellend.


Nach 1926 wurde beschlossen, auf dem Laurenziberg an der Hungerwand ein ganz neues Observatorium aufzubauen. Die Prager Gemeinde stellte damals zu diesem Zweck eine Parzelle zur Verfügung, auf der sich eine Befestigungsbastei mit einem Wärterhäuschen befand. Der Baumeister von Dobrichowitz (Dobřichovice) und das Mitglied der astronomischen Gemeinde J. Veselík baute das kleine Haus um und einen neuen Flügel, der oben eine Terrasse hatte, und die erste sog. Ostkuppel dazu, in der der Kometensucher untergebracht wurde. Es waren hier auch ein Arbeitszimmer, eine Bibliothek, ein Vorlesungszimmer und eine Wohnung für den Verwalter. Nach dem Abschluss dieser ersten Etappe wurde das Observatorium zuerst den Mitgliedern der astronomischen Gemeinde und ab Mai 1929 auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit seiner Gründung trug es den Namen des bedeutenden slowakischen Astronomen, des Generals der französischen Armee, des Piloten, Diplomaten und Mitgründers des tschechoslowakischen Staats, des Militärministers in der ersten Regierung der Tschechoslowakischen Republik Milan Rastislav Štefánik.


Der Aufbau des Observatoriums und der sonstigen Kuppeln wurde fortgesetzt und im Jahre 1930 abgeschlossen. In der neuen Hauptkuppel wurde der große Doppelastrograph von Zeiss, ein Fernglas mit einem Durchmesser des Hauptspiegels von 400 mm, untergebracht, das mit einem erheblichen Nachlass aus der Hinterlassenschaft des Wiener Astronomen Rudolf König gekauft wurde. Für die Realisierung des Projekts spendete damals auch T.G. Masaryk. Sein Transport von Wien sowie seine Installation waren technisch sehr schwierig. Das Fernglas wurde auf einen fünfzehn Meter großen Teller befestigt, der in siebeneinhalb Meter tiefen Fundamenten vermauert wurde. Die Rarität ist, dass im Pfeiler Urnen mit Asche zweier bedeutender Astronomen Ing. Jaroslav Štych und Karel Anděl hinterlegt sind. Im Mai 1945 erlitt das Observatorium erhebliche Schäden, als es von den sich zurückziehenden deutschen Einheiten beschossen wurde. Die Hauptkuppel sowie die Tuben einiger Ferngläser wurden beschädigt, wertvolle Objektive konnten zum Glück rechtzeitig aufbewahrt werden. Anschließend wurde alles repariert.


Einen großen Umbau und Erweiterung machte das Observatorium in den Jahren 1971 - 76 durch. Obwohl das Observatorium heute Ferngläser mit einem größeren Objektivdurchmesser hat, ist das Originalfernglas von Zeiss nach wie vor sein majestätisches Wahrzeichen. Für die Öffentlichkeit sind zwei von vier Beobachtungsständen zugänglich, die West- und die Hauptkuppel. In der Westkuppel ist das moderne Spiegelfernglas vom Typ Maksutov Cassegrain installiert. Seine Optik ermöglicht, bis zu 2600 Mal kleinere Objekte zu beobachten als diejenigen, die man mit bloßem Auge beobachten kann. Die Observatoriumsbesucher können bei klarem Wetter am Tag die Sonne mit Sonnenflecken, gegebenenfalls Protuberanzen, manchmal auch den Planeten Venus beobachten. Abends kann man dann die Mondoberfläche, einige weitere Planeten, Doppelsterne sowie Mehrsterne, kugelige oder offene Sternhaufen, Galaxien sowie Nebelflecke beobachten. Zu allen Beobachtungen bekommen die Besucher eine fachmännische Erklärung. Das Observatorium bietet Programme für Schulen und Jugendliche an, veranstaltet Ausstellungen, widmet sich auch der Publikationstätigkeit. Es werden Karten und Atlasse des Sternhimmels und seit 1933 das Astronomenjahrbuch herausgegeben, das bereits seit 1921 zu erscheinen begann. Im Laufe der Jahre wurde die Benennung des Observatoriums geändert, aber seit 1990 wird wieder der Name Štefánik-Observatorium verwendet.

 

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