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Rotunde des Hl. Longinus (Rotunda sv. Longina)

Die Rotunde des Heiligen Longinus wurde Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut. Sie ist die kleinste und zweit älteste von drei erhaltenen Prager Rotunden. Im 17. Jahrhundert wurde sie um ein barockes Längsschiff erweitert. Heutzutage dient die Rotunde dem Orden des Heiligen Longinus und der griechisch-orthodoxen Kirche und dem entspricht auch die liturgische, zeitgenössische Inneneinrichtung. Besichtigungen sind nur nach vorhergehender Anmeldung möglich.

Rotunde des Hl. Longinus (Rotunda sv. Longina), Na Rybníčku, Praha 2 - Nové Město, 120 00
Web: http://www.oslj.cz, http://trojica.reckokat.cz/
tel.: +420222222172, +420603472532

Objekt geschichte

Die kleinste und zweitälteste von drei noch erhaltenen romanischen Rotunden in Prag. Der Legende nach war sie ursprünglich ein heidnisches Heiligtum, das erst durch das aufkommende Christentum in eine katholische Kirche umgewandelt wurde. Diese diente als Pfarrkirche der Siedlung Rybník, die bereits 993 als Eigentum des Klosters Břevnov erwähnt wurde. Es ist also gut möglich, dass die Rotunde von Benediktinern erbaut wurde. Anfang des 13. Jahrhunderts ging die Rotunde in das Eigentum des Deutschen Ordens über, der das Gebäude an Königin Konstanze, die Gattin Ottokars I. Přemysl, verkaufte. Konstanze gab die Rotunde als Schenkung an die Spitalbruderschaft der Franziskaner, die von der hl. Agnes von Böhmen gegründet worden war und aus der später der einzige Kirchenorden böhmischen Ursprungs hervorging - der Ritterorden der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Die Rotunde wurde im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts erbaut und war bis zum 14. Jahrhundert dem hl. Stephanus geweiht. Als Karl IV. jedoch nach Gründung der Prager Neustadt im Jahr 1351 die neue Pfarrkirche St. Stephanus errichten ließ, wurde die Weihung der Rotunde zu Ehren des hl. Longinus geändert, dessen sterblichen Überreste Karl IV. aus Italien hatte überführen lassen. Der hl. Longinus war jener römische Legionär, der an der Kreuzigung Christi beteiligt war. Danach bereute er jedoch seine Tat, desertierte und lebte jahrzehntelang als Einsiedler, bis er entdeckt und hingerichtet wurde.

Die ursprünglich romanische Kapelle, ein schlanker zylinderförmiger Bau mit Kuppeldach, Turmlaterne und Apsis, wurde im 17. Jahrhundert um ein barockes Längsschiff erweitert. Im Jahr 1783 wurde ihre Kirchenfunktion auf Anordnung Josephs II. abgeschafft, und das Gebäude wurde als Lagerraum für Kirchenbedarf genutzt. Im Jahr 1844 wurde die Rotunde erneuert und in den Jahren 1929 - 1934 generalsaniert. Bei diesen Baumaßnahmen wurden die romanischen Säulen und die Pfeiler der Turmlaterne sowie der Triumphbogen der ursprünglich romanischen Apsis freigelegt. Die Rotunde dient heute dem St.-Lazarus-Orden und der griechisch-katholischen Kirche.

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