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Königlicher Wildpark – Stromovka

Die große, grüne Oase inmitten der Stadt mit hochgewachsenen Bäumen, Wasser- und Grasflächen mit Picknick- Möglichkeiten, ein Platz für Spaziergänge und Entspannung für alle ohne Rücksicht auf das Alter, entstand bereits in der Hälfte des 13. Jahrhunderts als Jagd- und Wildpark. Das ganze Areal, in gewisser Weise ein Central Park Prags, ist von Spielplätzen und Wegen durchwoben, die Erholungszwecken dienen.

Königlicher Wildpark – Stromovka, Praha 7 - Bubeneč, 170 00

Objekt geschichte

ENTSTEHUNG UND GESCHICHTE

Das königliche Wildgehege liegt in der Nachbarschaft des Messegeländes Holešovice zwischen den Straßen Za Elektrárnou, Nad Královskou oborou und dem blinden Arm der Moldau, der Kleines Flüsschen genannt wird. Seine Ausdehnung änderte sich in verschiedenen Epochen, gegenwärtig erstreckt es sich auf 95 ha. Es entstand während der Regierung von Přemysl Ottokar II., der es 1266 als Jägergehege einzäumen ließ und ein Lustschloss baute. Während der Hussitenkriege wurde es beschädigt, unter Vladislaus Jagiello erneut wiederhergestellt. Ab den Hussitenzeiten wurde das Gehege am Namenstag des Hl. Gotthard der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus dem Jahr 1536 gibt es eine belegte Vermessung des Geheges - ca. 86 ha (1500 x 1000 Schritte) waren es damals. Ferdinand I. ließ es in den Jahren 1536 - 1548 erweitern und mit einem direkten Weg zur Prager Burg verbinden. Es wurde ein Teich gegründet, von Šárka geholte Bäume wurden angepflanzt und schrittweise entstanden zwei Teile: das Ostgehege mit dem Lustschloss wurde von der westlichen Fasanerie mit einem Forsthaus, später dem Obstgarten, durch eine Wand getrennt. Den größten Aufschwung trat allerdings unter Rudolph II. ein. Das Lustschloss auf dem Abhang wurde im Renaissancestil umgebaut, das Gehege wurde erweitert, der große (heutzutage nicht mehr bestehende) Teich wurde auf 21 ha erweitert und in seiner Mitte wurde durch Aufschüttungen eine Insel gemacht. Sein bedeutendster bis heute erhaltener Überrest ist der sog. Eichenhügel - die erhabene Insel des ehemaligen Teichs, auf der gewaltige erhaltene Eichen wachsen. In den Jahren 1582 - 1593 entstand für die Wasserversorgung von der Moldau ein technisches Unikumwerk - der Rudolph-Stollen. Obwohl der große Teil später verschüttet wurde, der 1102 m lange Rudolph-Stollen führt das Wasser vom Pichl-Haus an der Štefánik-Brücke durch einen Tunnel unter Letná bis nach Stromovka, wo der Stolleneingang mit einem Renaissanceportal bestückt ist, das mit dem Datum 1583 und dem Monogramm von Rudolph II. versehen ist. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war das Gehege mehrere Male militärisch belagert, und zwar mit katastrophalen Folgen. Es wurde so vernichtet, dass man seine Auflösung erwog. Dank der Pflege des Grafen Kinsky wurde es doch noch wiederhergestellt, also es konnten hier Volksfeste zur Krönung von Franz I. stattfinden. Sein Dekret aus dem Jahr 1804 bestätigte dann die endgültige Zugänglichmachung für die Öffentlichkeit, und seitdem bemüht man sich, das Gehege in einen großen englischen landschaftlichen Garten umzuwandeln Nach dem Jahr 1850 wurde der Baumgarten gegründet und durch die freie Übersetzung entstand offenbar auch der tschechische Name Stromovka. Die Jagdwildzucht wurde nicht mehr wiederhergestellt, es entstanden Pflanzenparterres und Zierbeete, Becken, Fontänen und der Garten wurde mit einer bildhauerischen Verzierung bestückt. Die Trennwand zwischen dem Obstgarten und dem Wildgehege wurde beseitigt.

ŠLECHTOVKA

In der Nähe der Teiche liegt das so genannte Altes (Šlechtas) Gasthaus, ursprünglich das königliche Vestibül, erbaut vielleicht nach dem Antrag von Jean Baptista Mathey, mit Fresken von Johann Jakob Steinfels, in den Jahren 1689 - 1691 und umgebaut im Jahre 1791 durch Franz Anton Leonard Herget und noch einmal zu einem Biergarten durch Bernhard Grueber. 1882 pachtete die Gaststätte Václav Šlechta. Im Jahre 1979 brannte das Objekt nieder und befindet sich bis heute im desolaten Zustand, obwohl Schritte zu seiner Rettung unternommen werden.

STATTHALTERLUSTSCHLOSS

Die Geschichte des Lustschlosses reicht weit in die Vergangenheit zurück. Bereits im 13. Jahrhundert wurde anstelle des heutigen Lustschlosses wahrscheinlich ein Jägerschlösschen erbaut. Unter der Regierung von Vladislaus II. Jagiello erfolgte der Aufbau (möglicherweise allerdings nur der Umbau) des Lustschlosses im spätgotischen Stil (1495 - 1502). Anschließend folgte der Renaissanceumbau, der im Jahre 1580 begann und 1594 endete. 1744 wurde das Lustschloss durch die preußische Armee niedergebrannt. Im neunzehnten Jahrhundert wurde es im Geiste der romantisierenden Neugotik (in den Jahren 1805 - 1811) von Antonio Palliardi nach de Projekt von Georg Fischer umgebaut. Gegenwärtig ist hier die Zeitschrift- und Zeitungsabteilung des Nationalmuseums ansässig.

GARTENREGELUNGEN

Nach dem Jahr 1880 wurde der Garten anhand des Plans des damaligen Chefgärtners des königlichen Geheges Karel Rozínek geregelt. Vor der Gaststätte wurde eine Promenade geschaffen, es wurden hier dendrologisch wertvolle Gehölze konzentriert, ein kleinerer Teich wurde wieder errichtet, die Zierschulen wurden vergrößert und ein geometrisch gelöster Rosengarten wurde aufgebaut. Probleme mit dem Wasserregime in den tiefer gelegenen Gehegeteilen erzwangen sich die Erweiterung der Teichfläche. Im Jahre 2001 wurden die Teiche von Prager Kindern folgendermaßen benannt: Rudolphteich, Sechser, Grünteich und Rozínek.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Garten etwas verkleinert und durch den Ausbau der Bahnen Podmokelská (1845) und Buštěhradská (1867) und weiter durch die Akademie der bildenden Künste und den Aufbau des Schiffkanals sowie des Planetariums entwertet, nicht zuletzt wurde er auch um den Raum des heutigen Messegeländes verkleinert.

HOCHWASSER

Stromovka wurde 2002 durch das August-Hochwasser beschädigt, etwa ein Drittel des gesamten Geheges wurde vernichtet.

Zu den größten Verlusten kam es auf der Fläche des ehemaligen Rudolph-Teichs. Das Hochwasser beschädigte eine große Baummenge, ca. 200 Bäume wurden praktisch sofort vernichtet, 300 starben infolge des Sauerstoffmangels im Boden später und weitere 200 Bäume vertrockneten. Der Öffentlichkeit wurde Stromovka nach dem Hochwasser wieder am 1. April 2003 zugänglich gemacht.

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