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Letná Park (Letenské sady)

Der weitläufige Park mit seinen Grünflächen, hochgewachsenen Bäumen, seiner Baumvielfalt und langen Platanen-Alleen bietet nicht nur angenehme Sitzmöglichkeiten, aber auch einen einzigartigen Ausblick auf Prag, insbesondere vom Hanavský Pavillion – ein Unikat eines gusseisernen Gebäudes mit Restaurant. Im Park kann man seine Freizeit mit Sport, Spaziergängen oder Picknicks verbringen oder einfach nur im sommerlichen Gartenrestaurant verweilen, das beim Letná-Schlösschen in seinem östlichen Teil untergebracht ist.

Letná Park (Letenské sady), Praha 7 - Holešovice, 170 00

Programme

Objekt geschichte

Die Parkanlage zwischen dem Edvard Beneš Kai und der Letná-Ebene ist einer der ersten öffentlichen Parks vom Promenadecharakter. Ihr Ausmaß beträgt 25 ha. Früher hieß sie Letná-Berg, d.h. ein südlich gewandter Berg, denn Letná heißt in der heute üblichen Sprache südlich. Weil die Chotek-Parkanlage mit dem Königlichen Garten bereits verbunden ist, trat die Möglichkeit ein, durch eine grüne Parkanlage vom unteren Teil von Holleschowitz (Holešovice) bis zur Prager Burg und auf die andere Seite über Strahov, den Laurenziberg und weiter bis nach Smíchov zu kommen. Auf dem Letná-Hang waren einst Weinberge, die Letná-Ebene diente oft als Militärlager. Im Jahre 1635 wurde am Fuß des Hangs eine kleine Kapelle der Hl. Maria Magdalena erbaut, die in den 50er Jahren im Zusammenhang mit der Regelung der Straße am Ende der Čech-Brücke auf den heutigen Platz verlagert wurde. Im Jahre 1716 erbaute hier Graf Waldstein ein Schlösschen, das er Belvedere nannte. Die französische Armee sprengte es beim Rückzug im Jahre 1742 in die Luft. Der Name Belvedere wurde dann auf das Lustschloss der Königin Anna auf der Prager Burg unrichtig übertragen. Nachdem der Mehrheitseigentümer der Grundstücke Jakob Wimmer starb, fingen die Letná-Hänge zu veröden. Seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts begann die Grundstücke die Prager Gemeinde zwecks des Ausbaus eines öffentlichen Parks aufzukaufen. Der Park wurde nach dem Projekt des künstlerischen Gärtners Friedrich Wünscher und Georg Breul gegründet. Die Regelungen gipfelten durch den Aufbau eines Renaissancerestaurants nach dem Architekten Adalbert Ullmann im Jahre 1863. Heute trägt das Restaurant den Namen Belcredi nach dem Grafen Richard Belcredi, seit 1862 dem Statthalter in Böhmen. Heutzutage heißt das Boulevard třída Milady Horákové. Das Gebäude wird Letná-Schlösschen genannt. Unweit davon in Richtung zum Nationalen technischen Museum gibt es eine interessante Kuriosität - ein altes Karussell mit hölzernen Rösseln in einem zierlich geschnitzten Holzpavillon. Die Pferde sind mit einem echten Pferdeleder ohne Verbindungen vom Kopf bis zu Hufen bezogen. Auf dem Karussell sind vier Autos und einundzwanzig Pferde. Hierher wurde es von Königlichem Vinohrady und dem dort liegenden Reise- und Ausflugsgasthaus Zum Kuhstall im Jahre 1894 geholt. Es funktionierte ohne größere Reparaturen bis zum Jahr 1995, als es teilweise umgebaut wurde. Im Jahre 2004 kaufte es für seine Sammlungen das Nationale technische Museum und bereitet einen Gesamtumbau vor.

Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde eine weitere gärtnerische Regelung nach dem Projekt von František Thomayer durchgeführt. Gegenüber der heutigen Revolutionsallee (Revoluční třída) wurde anlässlich der Jubiläumsmesse im Jahre 1891 die zweite Prager Seilbahn gebaut, von der man auf dem Hügel in die elektrische Bahn von Křižík umsteigen konnte, die von hier zum Messegelände verkehrte. Die Seilbahn war bis zum 1. Weltkrieg in Betrieb, nach dem Krieg wurde sie in Rolltreppe umgewandelt und diese hörte Ende der 30er Jahre auf zu fahren. Im Jahre 1892 wurde in die Parkanlage Letná vom Messegelände der Zierpavillon übertragen, der die Gießerei und Eisenhütte in Komarau bei Horschowitz (Komárov beim Städtchen Hořovice) propagierte. Den Pavillon widmete der Prager Gemeinde der Fürst Wilhelm von Hanau, der Eigentümer der Gießerei und der umliegenden Herrschaft, deshalb heißt er Hanauer Pavillon. Über der Chotek-Straße auf einer der Basteien der Barockbefestigung baute im Jahre 1911 der Abgeordnete und der erste Ministerpräsident der Tschechoslowakischen Republik Dr. jur. Karel Kramář eine Luxusvilla im Neubarockstil. Sie ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich und dient als offizielle Residenz der tschechischen Premierminister.

Im Jahre 1953 verband den Letná-Platz (Letenské náměstí) mit dem Kai der Letná-Tunnel. In demselben Jahr wurde oben auf dem Abhang gegenüber der Pariser Straße (Pařížská třída) der Aufbau des monumentalen Stalin-Denkmals aufgenommen. Die Denkmalautoren waren der Bildhauer Otakar Švec und die Architekten Jiří und Vlasta Štursa. Das Denkmal wurde im November 1962 gesprengt.

Die Ebene wurde anstatt des Denkmals mit einem riesigen Metronom bestückt. Dieses Pendel wurde zu Beginn der 90er Jahre des 20 Jahrhunderts von der Gesellschaft ČKD Rationalisierung auf Bestellung der Gesellschaft für die Tschechoslowakische allgemeine Messe hergestellt. Der Autor ist der Professor der kunstindustriellen Hochschule Vratislav Karel Novák. Zum ersten Mal kam das Metronom am 15. 5. 1991 ins Schwingen. Es ist fast 25 Meter hoch und wiegt 7 Tonnen. Die Installation des Pendels konnte wegen Befürchtungen aus der gestörten Sockelstatik nach der Sprengung des Stalin-Denkmals keine Hochbautechnik durchführen, deshalb wurde es mittels eines riesigen Hubschraubers befestigt. Unter dem ehemaligen Stalin-Denkmal ist ein ausgedehnter Raum von 10 000 m2, derzeit ohne Ausnutzung. Im Abhang hinter der Štefánik-Brücke war nach dem Transport nach Prag im Jahre 1960 das Restaurant aus der Messe Expo 58 in Brüssel installiert. Der Pavillon diente hier als Exklusivrestaurant Expo 58 bis zum Jahr 1992. Dann wurde der Betrieb der Gaststätte beendet und das Objekt begann zu verkommen. In den Jahren 2000 - 20012 wurde es umgebaut und nun dient der Pavillon einer Privatfirma.

Von den Bäumen überwiegen im Baumgarten Pappeln, Weiden, Pflaumenbäume und Fichten, merkwürdig sind insbesondere gewaltige Platanenexemplare.

Im April 2003 wurden in der Parkanlage Letná ca. 70 neue Bäume ausgepflanzt. Auf der Fläche hinter dem ehemaligen Stalin-Denkmal sind Zierapfelbäume aus dendrologischen Sammlungen in Průhonice, in der Nähe der Apfelbäume wurde eine Buchenallee angepflanzt.

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