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Wildpark Stern (Obora Hvězda)

Der weitläufige Park mit seinen drei majestätischen Alleen, die zur Unterhaltung und Jagd des Renaissance-Adels gedient haben, ist heute ein Ort, wohin man sich zum Spazieren gehen wendet, wohin man seinen Hund ausführt, wo man Entspannung und Ruhe sucht, wo es sich gut joggen, Rad fahren oder Inline skaten lässt oder wohin man mit den Kindern auf den Spielplatz geht. Der Ort hat sich seine Seele bewahrt, insbesondere dank seines Lustschlösschens, das den ungewöhnlichen Grundriss eines sechszackigen Sterns hat – eines sogenannten Hexagramms, nach dem das Gebäude und der Wildpark benannt sind.

Wildpark Stern (Obora Hvězda), Praha 6 - Liboc, 160 00

Objekt geschichte

In der Nachbarschaft des Weißen Bergs liegt das Wildgehege Stern, das sich auf einer Fläche von 86,5 ha erstreckt. Zu Beginn wurde es im Gegenteil zum Königlichen Wildgehege in Bubeneč Neugehege genannt. Es liegt auf einer Meereshöhe von 320 - 370 m. Es gründete es auf dem Grundstück des Stifts Breunau (Břevnov) im Wald Namens Malejov im Jahre 1534 Ferdinand I. Es diente für königliche Jagden, Feierlichkeiten und diplomatische Empfänge sowie Besuche, deshalb wurde es durch eine Mauer getrennt, die mit dem Břevnov- und Liboc-Tor versehen sind. Ferdinand II. (Tirol), der jüngere Sohn von Ferdinand I. und der Statthalter in Böhmen, begann 1555 auf dem Grundriss eines sechszipfeligen Sterns ein Lustschloss auszuführen. Das Lustschloss widmete er der Tochter eines reichen Kaufmanns Philippina Welser, mit der er sich heimlich vermählen ließ.

Das Wildgehege diente leider auch militärischen Zwecken. Am 8. 11. 1620 spielte sich an seiner Wand am Ort Namens Johanniskäfer (Světlička) die anrüchige Schlacht am Weißen Berg ab und seitdem fast jedes Mal, wenn fremde Heere nach Prag einbrachen, diente es als Militärlager und wurde verwüstet. Im 18. Jahrhundert wurde hier eine Fasanerie errichtet und das Lustschloss wurde nach einer Weisung von Joseph II. als Schießpulverlager geregelt, was bis zum Jahr 1874 dauerte.

Im 19. Jahrhundert wurde das Wildgehege der Ort der berühmten jeweils im Juni stattfindenden Margarethenfeste. Die Tradition stammt aus dem Jahr 1262, als in der Zeit einer großen Dürre von Hradschin ins Stift Breunau ein Bittgang mit sterblichen Überresten der Hl. Margarete pilgerte, die dem St.-Veits-Dom Přemysl Ottokar schenkte. Nach dem Bittgang trat dann tatsächlich Dauerregen ein. Und so wurden zu Ehren der Hl. Margarete jedes Jahr Feste wiederholt. Der Austragungsort war vom Stift Breunau immer mehr entfernt und die Feste bekamen einen immer lustigeren und lauteren Charakter, bis die Leute schließlich auf die Dauer hier ihren beliebten Ort fanden. Das letzte Fest fand 1910 statt.

Der heutige Stil des Wildgeheges stammt meistens aus dem Jahr 1797, als es in einen englischen Baumgarten mit drei Alleen umgewandelt wurde. Im Jahre 1937 wurde die Umgebung des Lustschlosses nach dem Arch. Josef Sokol geregelt. Seit 1993 wird das Wildgehege nach den Projekten von Arch. Pavel Šimek allmählich revitalisiert. Im Mai 2001 endete die Anpflanzung von ca. 7000 neuen Bäumen anstatt der alten und ungeeigneten Sorten. Im Wildgehege überwiegen Buchen, Eichen, Tannen, Haber. Das Wildgehege liegt zum Großteil gerade, nur ein kleiner Teil im Westen liegt im steilen Hang. Hier laufen Wasserquellen zusammen, die am Lustschloss entspringen. Eine der Quellen trägt den Namen Johanniskäfer. Sonst handelt es sich um eine Sumpfwiese. Über das Wildgehege führen drei am Lustschloss zusammenlaufende Hauptwege. In der Umfassungsmauer gibt es vier Tore: Liboc-, Ruzyně-, Breunau- (Prag-) und Weißberg-Tor. Gegenüber dem Liboc-Tor steht eine Steinstatue des Jan Roháč von Dauba von Alois Sopr aus dem Jahr 1960 und an der Nordwand die Statue einer hussitischen Kämpferin von Jan Jiříkovský aus dem Jahr 1959.

Das Lustschloss und das Wildgehege Stern wurden im Jahre 1962 in die Liste der Volkskulturdenkmäler eingetragen. Das Wildgehege ist der Öffentlichkeit das ganze Jahr über zugänglich.

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