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Atrium im Prager Stadtteil Žižkov

Der Konzert- und Ausstellungssaal befindet sich in einem Objekt einer denkmalgeschützten, ehemaligen kleinen Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Das ehemalige Kirchenschiff wurde in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts in einen Konzertsaal für 120 Besucher umgewandelt, zum barocken Fundament kam ein moderner Anbau dazu, in dessen östlichen Flügel sich ein Ausstellungssaal befindet. Seinen Besuchern bietet dieser angenehme Sitzgelegenheiten mit Verpflegungsmöglichkeit im Atrium oder im angrenzenden Park.

Atrium im Prager Stadtteil Žižkov, Čajkovského 12/12a, Praha 3 - Žižkov, 130 00
Web: http://www.atriumzizkov.cz, e-mail: info@atriumzizkov.cz
tel.: +420222721838, +420778722693
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Objekt geschichte

Atrium - Konzert- und Ausstellungshalle
Geschichte
In den Jahren 1679 - 1680 und 1713 - 1716 betrafen Prag große Pestepidemien. Die Stadt kaufte damals Grundstücke hinter dem Stadtwall, um die Tausende von Toten irgendwo beisetzen zu können. So wurde durch die Ratherren der Neustadt im Jahre 1680 auf Žižkov eine provisorische Begräbnisstätte im Ausmaß von 100 x 50 m gegründet, die 1713 zum offiziellen Friedhof der Prager Neustadt wurde. Im Jahre 1680 wurde in der Nähe auch der Žižkover Alte jüdische Friedhof gegründet, heutzutage zum Großteil Mahler-Baumgarten (Mahlerovy sady), der Friedhof der Altstadtbürger aus demselben Jahr wurde zum Kern der heutigen Olšany-Friedhöfe.

Aus dem Anlass des damaligen Neustadtbürgermeisters Johann Franz Crusius von Krausenberg wurde am Friedhof der Neustadtbürger in den Jahren 1717 - 1719 die kleine Kirche der Beförderung des heiligen Kreuzes erbaut. Sie ist 17,5 m lang, 8,5 m breit und im Giebel ist sie 13,5 m hoch. Der Name des Architekten bleibt unbekannt, es war aber bestimmt einer der großen Meister des Prager Barocks, dem ein wertvoller vom Stil her sauberer Bau gelang, bei dem auch eine Klause errichtet wurde. Der Klausner wurde damit beauftragt, sich um die Kirche zu kümmern, das Abendläuten und während der Gewitter gegen Wolken und Hagel zu klingeln und zweimal wöchentlich mit einer Sammelbüchse durch Prag zu bummeln und zu betteln. Aufgrund der Genehmigung des Papstes Klement XII. wurde im Jahre 1734 an der Kirche eine Bestattungsbrüderschaft gegründet, ein Verband, der beim Tod eines seiner Mitglieder den Beitrag zahlte und Beisetzungen der Mitglieder begleitete. Weil die Kirche den Bedürfnissen nicht mehr gerecht wurde, baute die Bestattungsbrüderschaft in der Nachbarschaft die Kapelle der Jungfrau Maria-Schmerzen, die 1890 niedergerissen wurde. An ihrer Stelle liegt heute die Tschaikowski-Straße (Čajkovského).

Im Jahre 1757 wurde die Kirche durch das preußische Heer ausgeplündert, das damals bei Štěrboholy die österreichische Armee schlug. Im Jahre 1771 brach eine große durch Hungersnot gestärkte Grippenepidemie aus, im hiesigen Friedhof wurden in diesem Jahr aufgrund dessen über 2000 Personen beigesetzt. Joseph II. hob im Jahre 1872 mit seinen Patenten in Böhmen die Einsiedlerei auf, 1785 wurde die Bestattungsbrüderschaft aufgelöst. Im Jahre 1787 wurde die Kirche zur Pfarrkirche befördert (bis dahin fiel sie unter die St. Heinrich Pfarrei) und die Klause wurde in ein Pfarrhaus umgewandelt. Im Jahre 1839 wurden jedoch in der Kirche wegen zahlreichen Baumängeln Gottesdienste eingestellt, etwas später wurde sie zusammen mit dem Friedhof, auf dem es bereits eine große Konzentration von Grabstellen auf einer ungroßen Fläche gab (über 8000 Beigesetzte), ganz aufgehoben. Seit 1843 ging die Funktion der Pfarrkirche auf die unweit liegende und besser zugängliche St. Rochus Kirche über. Die Kirche der Erhebung des heiligen Kreuzes wurde als Lager genutzt, die Pfarre wurde durch Mieter bewohnt und man erwog ihren Abriss. Bereits im Jahre 1887 erschien der Antrag, die Kirche als eines der ältesten Denkmäler Žižkovs zu erhalten, aber stets mangelte es an Finanzen.
Umbau
Bis 1975 wurde das Kirchenobjekt umgebaut. Die Kirche hat ihre ursprüngliche Barockform, am wertvollsten ist die Westfront mit dem Giebel, dem Bogenfenster und dem Ziergitter, dem reichhaltig profilierten Sandsteinportal mit einer erhaltenen Aufschrift, die an den Bauinitiator erinnert. Den zentralen Raum bildet das ehemalige Kirchenschiff, das in einen Konzertsaal für 120 Besucher umgewandelt wurde. Anstatt des Pfarrhauses und der Sakristei, die bereits 1962 niedergerissen wurden, wurde ein niedriger moderner Anbau erbaut, in dem außer einem Foyer und einem Ausstellsaal jegliches Betriebshinterland untergebracht ist. Die unter der Aufsicht von Denkmalpflegern zum Kulturstand umgebaute alte Kirche wurde im Jahre 1984 eröffnet.

 

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