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Podskalí-Zollhaus am Výtoň – Museum der Hauptstadt Prag (Podskalská celnice Na Výtoni)

Das Podskalí-Zollhaus am Výtoň ist das letzte Denkmal, das an die schönen und vergessenen Zeiten von Podskalí, einer untergegangenen Ortschaft, sowie an die harte Arbeit der Moldau-Flößer erinnert. Es befindet sich am Uferquai „Rašínově nábřeží“ in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die Ausstellung ist der Geschichte der untergegangenen Ortschaft Podskalí gewidmet, wie auch dem Leben seiner Bewohner, der Geschichte der Fracht- und Personenschifffahrt auf der Moldau sowie den Anfängen der Dampfschifffahrt auf der Moldau.

Podskalí-Zollhaus am Výtoň – Museum der Hauptstadt Prag (Podskalská celnice Na Výtoni), Rašínovo nábřeží 30, Praha 2 - Nové Město, 12000
Web: http://www.muzeumprahy.cz, e-mail: muzeum@muzeumprahy.cz
tel.: +420224919833, +420724518257

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Dienstag
10.00 – 18.00
Mittwoch
10.00 – 18.00
Donnerstag
10.00 – 18.00
Freitag
10.00 – 18.00
Samstag
10.00 – 18.00
Sonntag
10.00 – 18.00

Eintrittspreise

Grundpreis

30 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

20 Kč

Eintrittspreis für Familien

50 Kč

Programme

Objekt geschichte

Podskalí-Zollhaus auf Vyton - Museum der Hauptstadt Prag

Baugeschichte

Das Gebäude liegt in der Nähe der Stelle, wo die Holzmaut für das per Floß auf der Moldau nach Prag gefahrene Holz erhoben wurde. Die Maut gehörte dem Wyschehrad-Kapitel und wurde im Jahre 1829 aufgehoben.

Im Jahre 1561 kaufte die Neustadt-Gemeinde für diesen Zweck das Gebäude des heutigen Museums und dieses blieb zusammen mit der Kirche der Hl. Cosmas und Damian der einzige bis heute erhaltene Beleg des alten Podskalí. Es handelt sich um eine spätgotische Blockhütte mit einem verputzten Erdgeschoss, der Blockhauscharakter des Innenraums der oberen Etage blieb erhalten. An das Zollrecht der Neustadt erinnert das Zeichen über dem Eingang aus dem Jahr 1671.

Seit dem 16. Jahrhundert war im Haus auch eine berühmte Gaststätte, die nicht nur von Prager Wasserfahrern und Schwimmern besucht wurde, sondern sie diente auch als Herberge für ihre auf dem Lande wohnenden Kollegen.

Im Jahre 1833 wurde das Haus einem Privateigentümer verkauft, Anfang des 20. Jahrhunderts drohte ihm die Demolierung, aber im Jahre 1927 kaufte es die Gemeinde wieder in ihr Eigentum und übergab es dem Museum der Hauptstadt Prag. Die erste Exposition wurde hier im Jahre 1946, die gleichzeitige der Flößerei und dem erloschenen Podskalí gewidmete Exposition dann im Jahre 2003 eröffnet.

Podskalí

Der Grundriss der Fischer- und Hölzeransiedlung entstand bereits im Mittelalter. Die Verbauung wurde entlang der beiden mit dem Ufer parallelen Hauptstraßen konzentriert, das Ufer war mit einem niedrigen Mauer umsäumt, in der Lücken für das Auseinandernehmen der Flöße belassen wurden.

Die erste schriftliche Erwähnung über die Gemeinde Podskalí stammt aus dem Jahr 1199 - sein Name wurde von Skalka (Felsen) abgeleitet, auf dem später die Kirche des Hl. Johannes Auf dem Felsen entstand. Darunter war der älteste Kern, Unter Podskalí mit der Kirche der Hl. Cosmas und Damian, das sich stromaufwärts bis zum Wyschehrad-Felsen verbreitete, wo Ober Podskalí lag.
Im Jahre 1316 erlass Johann von Luxemburg ein Privilegium, die den Podskalí-Einwohnern das Holzhandelmonopol zusicherte. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Wasserfahrtzunft gegründet, die erst 1783 erlosch, als der Holzhandel für freies Gewerbe erklärt wurde.

Im 18. Jahrhundert gewannen die meisten Wasserfahrerhäuser die Barockgestalt, die sie bis zu ihrem Untergang behielten.

Das Aussehen von Podskalí begann sich seit 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts markant ändern, zuerst im unteren Bereich im Zusammenhang mit dem Ausbau der Palacký-Brücke und des Kais in deren Umgebung. Die Barockhäuser wurden durch moderne Häuser ersetzt, die von Architekten wie Jan Kotěra, Alois Dryák, Bohumil Hybšman u. a. projektiert wurden. Das Aussehen von Ober Podskalí beeinflusste auf ähnliche Art der Ausbau der Eisenbahnbrücke und vor allem des Wyschehrad-Tunnels zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Flößerei und Floßfahrten

Johann von Luxemburg bestätigte zwar schriftlich das Alleinrecht der Podskalí-Einwohner auf den Holzhandel erst im 14. Jahrhundert, aber damals waren schon die Floßfahrten und der Handel völlig aufgeblüht. Bereits seit 13. Jahrhundert, so wie die Stadt immer größer wurde, wuchs auch der Bedarf an Holz als Baumaterial, man nutzte es zum Heizen, baute daraus Möbel und verschiedenes Werkzeug. Außer Holz fuhr man auch Salz und weitere Lebensmittel nach Prag ein, die Flöße dienten sogar für den Personentransport. Seit dem 16. Jahrhundert begann die Regulierung der Wasserströme und die Floßfahrten entwickelten sich weiter - den Höhepunkt erreichten sie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts nehmen die Floßfahrten im Zusammenhang mit dem Bau der Talsperren ab, das letzte Floß fuhr auf der Moldau im Jahre 1960, kurz vor der Fertigstellung der Orlík-Talsperre.

Vltavan

Vltavan (Moldaumann), entstand im Jahre 1871 als Berufsverein der sich gegenseitig unterstützenden Flussfahrer, Fischer und Küstenmitarbeiter. Der ursprüngliche Zweck war rein karitativ - aus den Mitgliedbeiträgen wurde Krankengeld ausgezahlt, Begräbnisse der Verstorbenen wurden bestellt, den Hinterbliebenen wurde gespendet. Die typische Vereinsuniform entstand nach dem Vorbild der Matrosen der französischen Handelsflotte.

In den 50er Jahren wurde die Vltavan-Tätigkeit gedämpft, er ging jedoch nicht ganz unter - durfte als Interessenzirkel tätig sein.

Im Jahre 1990 wurde er im vollen Umfang wiederhergestellt, obwohl er sich gegenwärtig eher nur auf die Aufklärungs- und Gesellschaftstätigkeit orientiert - Vorträge, Treffen, Bälle, bekannt ist auch die jedes Jahr veranstaltete Totenfeier zu Ehren der Ertrunkenen in böhmischen Flüssen an der Moldau-Statue in Prag.

Einer der Vltavan-Gründer (und auch der Mitgründer der Prager Dämpferfahrt im Jahre 1865) war der bedeutende und gebürtige Podskalí-Einwohner František Dittrich (1801 - 1875). Er stammte zwar aus einer wohlhabenden Familie, verwaiste aber zu früh und musste sein Geld als Floßfahrer verdienen. Er war aber geschickt und talentiert, deshalb begann er mit 25 Holzgeschäfte abzuwickeln und außerdem betrieb er auch eine Gaststätte. Beide Erwerbstätigkeiten liefen gut, deshalb gehörte er selber bald zu den wohlhabendsten Pragern. Zugleich war sein soziales Mitgefühl stark ausgeprägt und er half Armen und Bedürftigen auf verschiedene Arten. In den Jahren 1870 - 73 war er Prager Oberbürgermeister.

Limnigraf (Wasserstandsanzeiger)

Es handelt sich um einen kleineren Bau auf dem Kai, direkt gegenüber dem ehemaligen Zollhaus, mit einem Zifferblatt und einer Skala, wo die Pegelstandhöhe des strömenden Wassers zeitaktuell gemessen wird. Mittels eines Schwimmers werden Daten auf ein durch einen Uhrmechanismus angetriebenes Schreibegerät übertragen. Der Limnigraf wurde im Jahre 1907 gebaut, 2003 wurde er repariert und wieder in Betrieb genommen.

 

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