Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Museum der Prager Wasserwirtschaft (Muzeum pražského vodárenství)

Der Sitz des Museums ist das Wasserwerk im Stadtteil Podolí, ein denkmalgeschütztes Unikat an industrieller Architektur. Vom Turmwandelgang in der Höhe von 40 Metern eröffnet sich ein nicht altägliche Ausblick auf den Fluss und die Stadt. Die Ausstellung zeigt die geschichtliche Entwicklung der Prager Wasserwirtschaft von den ersten privaten Wasserleitungen im 12. Jahrhundert über die Moldau-Wasserwerke während der Renaissance und die Wasserwerksbauten Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Bestandteil der Ausstellung ist auch eine Sammlung an Bildern, die Josef Lada als Werbung für die Prager Wasserwerke gemalt hat.

Museum der Prager Wasserwirtschaft (Muzeum pražského vodárenství), Podolská 15/17, Praha 4 - Podolí, 140 00
Web: http://www.pvk.cz/muzeum-prazskeho-vodarenstvi.html, e-mail: jiri.dejmek@pvk.cz
tel.: +420272172345

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Donnerstag
13.00 – 18.00

Eintrittspreise

Grundpreis

150 Kč

Objekt geschichte

Museum der Prager Wasserwirtschaft - Podolí-Wasserwerk


Die starke Industrieentwicklung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutete wachsende Ansprüche an den Wasserverbrauch. Es wurden viele lokale Wasserwerke gebaut. In Podolí lag seit 1882 das durch eine Rohrleitung mit dem Wasserturm in der Korunní-Straße verbundene Vinohrady-Wasserwerk, das Königliche Weinberge (Královské Vinohrady), später Žižkov, Nusle, Vršovice und Strašnice versorgte. Im Jahre 1885 entstand in Podolí ein dampfgetriebenes Wasserwerk, das bereits imstande war, das Wasser auch in die oberen Etagen der Häuser zu drücken. Es lieferte natürlich das filtrierte Moldau-Wasser auch auf Smíchov oder die Kleinseite und später trat auch Karlín bei. Seit 1888, als der Umbau der alten Wasserwerke stattfand, kam es zur Aufhebung und Beseitigung der Brunnen von den Straßen. Im Jahre 1908 wurde der Aufbau der einheitlichen Prager Wasserleitung vom Iser-Bereich bei Káraný, wo das Wasser aus der Iser durch Schottersandschichten in Hunderten von Brunnen natürlich filtriert wird. Die Wasserleitung wurde im Jahre 1913 fertig gestellt, ihre Leistung betrug 70 000 m3 täglich, alte Wasserwerke konnten also außer Betrieb genommen werden. Damals ging auch das alte Wasserwerk in Podolí unter. Als die Kapazität der Wasserquelle in Káraný der Stadt nicht mehr ausreichte, beschloss das Magistrat, in Podolí ein neues Großkapazitätsfiltrierungswasserwerk für das Moldau-Wasser zu erbauen.

Das neue Wasserwerk wurde in den Jahren 1925 - 1929 nach dem großartigen Projekt von Dr. Ing. Arch. Antonín Engel, dem Professor der Tschechischen technischen Hochschule, aufgebaut. Das Wasserwerk wurde von der Firma Kress Prag gebaut. Außer dem Filtrierungsobjekt wurden auch die Wasserfassungsanlage auf der heutigen Ruderer-Insel (Veslařský ostrov) auf der Moldau, das Maschinengebäude, das zur Wasserhebung aus dem Fluss diente, und das Gebäude für die Mitarbeiter an der Filtrierungsstation aufgebaut. Zu damaligen Zeiten handelte es sich um gigantische Bauten. Die Höchstleistung des neuen Wasserwerks betrug 35 - 40 Tausend m3 in 24 Stunden. Das Wasser ging durch drei Grobsiebstufen, Wasserübergänge, wo es mit Luft einige Male gesättigt wurde, und zum Schluss durch die feinsten Filter, wo es auch der Krankheitserreger entledigt wurde. Das Wasser wurde in neue Behälter auf Flora und von dort einem erheblichen Teil Prags zugeführt. So wie der Wasserbedarf immer wieder zunahm, wurde die Kapazität der Filtrierungsstation Podolí mit einer immer moderneren Technologie erhöht. Das Wasserwerk wurde mehrere Male umgebaut, im Jahre 1932 wurde vor die Filtrierung die chemische Wasseraufbereitung, auch Läuterung genannt, eingeordnet, bei der die Verschmutzungen aus dem Wasser ausfällen und Ablagerungen getrennt werden. In den 40er Jahren kam es zum allmählichen Umbau zu Schnellfiltern. In den Jahren 1956 - 65 wurde nach dem Originalentwurf von Antonín Engel und Maxmilián Koschin das zweite Gebäude einer ähnlichen Architektur für die zweite Filtrierungsstation gebaut und gleichzeitig der ältere Teil umgebaut. Am Bau beteiligten sich damals 15 Unternehmen und Betriebe. Über dem mittleren Teil des großartigen Neuklassizismusgebäudes ist ein mächtiger 45 m hoher Turm aufgebaut. Auf der Stirnseite des Gebäudes über dem Portal gibt es Statuen aus Horschitz-Sandsteín, die den Fluss Moldau und seine rechten sowie linken Zuflüsse darstellen. Die Autoren der einzelnen Flüsse sind beim Blick von links nach rechts: Otter (Vydra) - Josef Fojtík, Wottawa (Otava) - Joza Novák, Böhmerwalder Blanitz (šumavská Blanice) und Maltsch (Malše) - Vodička, Beraun (Berounka) - Josef Fojtík, in der Mitte steht die Moldau (Vltava) - Joza Novák (die Statue misst 3,6 m), Sasau - Matějů, Wlaschimer Blanitz (vlašimská Blanice) und Zeliwka (Želivka) - Josef Fojtík, Luschnitz (Lužnice) - gemeinsames Werk von Joza Novák, Vodička und Josef Fojtík, wurde auf die Front im Jahre 1963 als letzte gesetzt, und die letzte Naser (Nežárka) - Vodička. Die Vornamen der zwei angeführten Bildhauer sind nicht bekannt.

Ins Prager Wasserversorgungssystem gehört heutzutage insbesondere das Wasserwerk Zeliwka, das die größte Wasseraufbereitungsanlage auf dem Gebiet Tschechiens verkörpert. Das Trinkwasser von Podolí wird mit Wasser der Hauptquellen von Zeliwka und Káraný vermischt. Das Podolí-Wasserwerk mit einer sehr guten Trinkwasserqualität versorgt heute mit seiner Leistung den Stadtteil, der von anderen Aufbereitungsanlagen nicht versorgt werden kann - es handelt sich vor allem um die Altstadt und Josefov und viel Podolí-Wasser geht in die Wasserspeicher auf Flora. Die Leistung des Podolí-Wasserwerks wird bei der Renovierung von Wasserleitungs- und Kanalisationsnetzen im historischen Zentrum der Stadt von Bedeutung sein. Die Optimalleistung des Wasserkraftwerks beträgt 500 l pro Sekunde, kann aber bis zu einer Kapazitätsleistung von 2200 Liter pro Sekunde erhöht werden. Das Wasserwerk ist auch eine bedeutende Ersatzwasserquelle für Prag bei einem Unfall der Hauptquellen.

Im Jahre 1992 nahm das Magistrat der Hauptstadt Prag einen komplexen Umbau des Podolí-Kraftwerks nach dem Projekt der Ingenieure Arnošt Navrátil, Petr Páv und Václav Frydecký auf. Außer den Reparaturen der Gebäude wurde unter ständigem Betrieb auch die technologische Anlage modernisiert und auf dem freien Platz wurde ein Objekt erbaut, das der Exposition des Museums des Prager Wasserwerkwesens dient. Das Podolí-Wasserwerk unterliegt als technisch bedeutender historischer Bau dem Denkmalschutz.

 

Geschichte des Objekts zeigen