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Haus der Herren von Kunstat und Podiebrad (Dům Pánů z Kunštátu a Poděbrad)

Das Haus, in dem am Anfang des 15. Jahrhunderts der damals zukünftige tschechische König Georg von Podiebrad wohnte, gehört zu den besterhaltenen romanischen Häusern – seine Entstehung ist nach dem Jahre 1200 datiert. In seinen Räumlichkeiten hat sich ein beachtlicher, nicht beschädigter Teil des romanischen Palais erhalten. Heute befinden sich hier eine Galerie und Beer Gallery U Kunštátů.

Haus der Herren von Kunstat und Podiebrad (Dům Pánů z Kunštátu a Poděbrad), Řetězová 3, Praha 1 - Staré Město, 110 00
Web: http://www.ukunstatu.cz, e-mail: kontakt@ukunstatu.cz
tel.: +420601353776

Öffnungszeiten

Dezember – März

ganze Woche
15.00 – 23.00

April – November

ganze Woche
14.00 – 24.00

Objekt geschichte

Eines der am besten erhaltenen romanischen Häuser in Prag liegt in unmittelbarer Nähe des sog. Königswegs. Es entstand in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts bis in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Objekt ist kein übliches Bürgerhaus, es geht um die Residenz eines Magnaten, ein Palais. Seine Anordnung unterscheidet sich von allen Prager romanischen Objekten, seine Dispositionen liegen den Herrenresidenzen näher. Es bildete einen Bestandteil eines umzäunten romanischen Hofs mit einem Garten und einem Turm. In der Originalgestalt blieben das damalige Erdgeschoss (heute Untergeschoss) und teilweise die 1. Etage (heute Erdgeschoss). Das Gelände der Altstadt wurde durch eine Aufschüttung von Erdmasse erhöht, was die häufige Überflutung von Häusern verhindern sollte. Der Grundriss des Palais war ein regelmäßiges längliches Rechteck, länglich in drei Zimmer mit gewölbten Decken geteilt. Das Mauerwerk der erhaltenen Objektteile sowie die Gewölbestützen und -säulen sind aus in festen Plänermörtel gelegten regelmäßigen Plänerquadern, die Gewölbe sind auf eine Holzverschalung gegossen. Im ersten Stock sind Kaminreste und in einem der Zimmer auch schmale Fenster erhalten. Das auch Boček-Haus genannte Haus war im Jahre 1406 im Eigentum von Boček (Aussprache: Botschek) von Kunstadt, dem Onkel von Georg von Podiebrad, der das Haus umbauen und um eine Etage aufstocken ließ. Georg von Podiebrad übernahm das Palais nach ihm im Jahre 1451. Er verweilte dort über den gesamten Zeitraum, als er als Landesverwalter des Böhmischen Königtums tätig war. Außer anderen diplomatischen Verhandlungen wurde hier im Jahre 1457 die Vermählung seiner Tochter Katarina mit dem künftigen ungarischen König Matthias Corvinus ausgemacht. Von hier aus ging er im Jahre 1458 zur Wahl zum böhmischen König. Nach dem Tod von Ladislaus Posthumus und seiner Wahl zum König zog er in den Königshof um. Später wechselten sich die Eigentümer ab, im Jahre 1512 wurde der Hof zum Bürgereigentum.

Das Haus wurde 1846 vom Architekten Kašpar Předák klassizistisch umgebaut. Erhaltene Räume wurden im Jahre 1941 beim Ausbau eines Luftschutzraums entdeckt, die archäologische Untersuchung wurde allerdings bereits vor dem Krieg unter der Leitung von Dr. Píša aufgenommen. In den Jahren 1950 - 52 wurde die systematische Rettung dieses Hauses gestartet, das den Gipfel der weltlichen frühfeudalen Prager Architektur darstellt, deren Entwicklung es gleichzeitig abschließt.

Für die Öffentlichkeit wurde das Objekt im Jahre 1970 zugänglich gemacht. Es gab hier einen Gedenksaal von Georg von Podiebrad (aufgelöst).

 

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts waren im Haus Büros des Volksdenkmalinstituts ansässig. Das Haus wurde allmählich baufällig.

Nach einem mehrere Jahre dauernden Umbau errichtete hier im Jahre 2007 das Magistrat acht überstandardmäßige Wohnungen, wo sich u. a. auch gemalte Originalbalkendecken befinden. In den einzigartigen Erdgeschoss- und Kellerräumen mit bedeutenden romanischen Elementen sind seit 2012 das Café und die Galerie Zum Kunstadt (U Kunštátů) untergebracht.

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