Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Nationaldenkmal für die Helden der Heydrichiade (Národní památník hrdinů heydrichiády)

Die Ausstellung befindet sich in der unterirdischen Krypta der Barockkirche des Hl. Cyrill und Method. Es handelt sich hierbei um einen authentischen Schlachtplatz während des Zweiten Weltkriegs in Prag, um ein geheimes Versteck, welches die tschechische orthodoxe Kirche den tschechoslowakischen Fallschirmspringern von 27. 5. 1942 bis zum 18. 6. 1942 nach dem Anschlag auf Reinhard Heydrich gewährt hat.

Nationaldenkmal für die Helden der Heydrichiade (Národní památník hrdinů heydrichiády), Resslova 9a, Praha 2 - Nové Město, 12000
Web: http://www.pamatnik-heydrichiady.cz, e-mail: info@pamatnik-heydrichiady.cz
tel.: +420224916100, +420606640928

Öffnungszeiten

November – Februar

Dienstag
09.00 – 17.00
Mittwoch
09.00 – 17.00
Donnerstag
09.00 – 17.00
Freitag
09.00 – 17.00
Samstag
09.00 – 17.00

März – Oktober

Dienstag
09.00 – 17.00
Mittwoch
09.00 – 17.00
Donnerstag
09.00 – 17.00
Freitag
09.00 – 17.00
Samstag
09.00 – 17.00
Sonntag
09.00 – 17.00

Der Eintritt ist kostenlos

detaillierte Informationen zeigen

Objekt geschichte

Nationale Gedenkstätte für die Helden des Heydrich-Terrors - Ort der Versöhnung

(Orthodoxe Kathedralkirche St. Kyrill und Methodius)

Geschichte
An der Ecke der Straßen Resslova und Na Zderaze wurde in den Jahren 1730 - 36 nach dem Projekt von Kilian Ignaz Dientzenhofer und Paul Ignaz Bayer eine Barockkirche erbaut. Der bedeutende barocke Saalbau wurde ursprünglich dem Hl. Karl Borromäus geweiht. Er war ein Bestandteil des benachbarten Wohnheims für emeritierte Priester, das im Jahre 1783 aufgelöst und in eine Kaserne und ein Lager verwandelt wurde. Im Jahre 1866 ist das Gebäude des Priesterwohnheims zum Bestandteil der Tschechischen technischen Hochschule geworden und wurde für ihre Bedürfnisse adaptiert.
Die Kirche liegt heutzutage auf einer erhöhten Terrasse, die bei den Geländeregelungen der Umgebung in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand. Es ist ein länglicher Saalbau, dessen Schiff drei Felder, einen Kirchenchor und ein Presbyterium besitzt. Die Fresken im Innenraum, abbildend die Szenen aus der Legende des Hl. Karls, sind von Karl Schöpf, der Autor der Stuckverzierung aus dem Jahr 1739 ist Michael Ignaz Palliardi. Das Originalzwiebeldach des Turms wurde im Jahre 1883 abgetragen. Die Kirche wurde seit ihrer Aufhebung als Heiligtum erst in den Jahren 1934 - 35 für theologische Zwecke der Tschechoslowakischen orthodoxen Kirche geregelt und renoviert. 29. 9. 1935 wurde sie den Heiligen Kyrill und Methodius feierlich geweiht und zum Sitz des orthodoxen Bischofs.

Okkupation
Die Kirche prägte sich in die Republikgeschichte während der Besetzung tief ein. Es versteckten sich hier die Fallschirmspringer, die sich am Attentat auf den vertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich beteiligten. In der Kirche waren sieben von ihnen: der Feldwebel Josef Valčík aus der Gruppe Silver A, der Oberleutnant Adolf Opálka aus der Gruppe Out Distance, der Unterfeldwebel Jaroslav Švarc aus der Gruppe Tin, der Zugführer Aspirant Josef Bublík und der Zugführer Jan Hrubý aus der Gruppe Bioscope und die Feldwebel Josef Gabčík und Jan Kubiš aus der Gruppe Anthropoid. Die zwei zuletzt Genannten führten am 27. Mai 1942 das Attentat auf Heydrich durch. Die Fahndungsaktionen der Okkupanten machten ihren Weggang von Prag unmöglich. Zu den Fallschirmspringern gehörte noch Karel Čurda aus der Gruppe Out Distance, der sich nach dem Fallschirmsprung zu seiner Mutter nach Südböhmen verstecken fuhr. Eben er verriet schließlich den Deutschen alles über das Training und die Leute, die ihnen behilflich waren und bei denen sie sich versteckten. Anschließende Verhöre führten zur Entdeckung des Unterschlupfs in der Kirche. Die SS- und Gestapoangehörigen umzingelten die Kirche und die Umgebung und am 18. Juni 1942 in den frühen Morgenstunden brachten kämpfe aus. Die Helden Opálka, Kubiš und Švarc kämpften gegen die Deutschen auf dem Kirchenchor, die restlichen vier Verteidiger in der Krypta. Gegen die Überzahl der Deutschen hatten sie keine Chance zu gewinnen, und so benutzten sie nach der Ausschöpfung der Munition die letzte Patrone zur eigenhändigen Beendigung ihres Lebens. Als die Deutschen in die Kirche eindrangen, fünf Fallschirmspringer waren bereits tot, zwei verstarben während ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. Außer vielen anderen, die den Fallschirmspringern Hilfe leisteten, wurden auch die Repräsentanten der orthodoxen Kirche und des Tempels der Hl. Kyrill und Methodius, die sich am Verstecken der Fallschirmspringer beteiligten, hingerichtet. Die orthodoxe Kirche wurde im September 1942 verboten.

Denkmal
Nach dem Krieg wurde die Kirche in den Jahren 1945 - 47 repariert und auch die Krypta wurde zugänglich gemacht. Zum Gedenken an die Fallschirmspringer wurde im Jahre 1947 an die Wand der Kirchenkrypta eine Bronzegedenktafel mit den Reliefgestalten eines Fallschirmspringers und eines Geistlichen inkl. der Namen der Helden und deren Beschützer von František Bělský angebracht. Im Jahre 1951 gewann die orthodoxe Kirche die rechtliche Selbstständigkeit und die Kirche wurde zum Metropolitantempel. Die gegenwärtige Ikonostase (die Durchgangswand zwischen dem Altar und dem Raum für Gläubige ) wurde nach dem Entwurf vom Architekten Wladimir Alexandrowitsch Brandt durch den Maler Vukovic geschaffen.
In der Kirche der Hl. Kyrill und Methodius wurde 28. 9. 1995 das Volksdenkmal der mit Heydrich verbundenen Verfolgung eröffnet. Diese Epoche wird in Tschechien Heydrichiade genannt.

 

Geschichte des Objekts zeigen

zusammenhängende Objekte