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Bierbrauermuseum U Fleků (Pivovarské muzeum U Fleků)

Zum fünfhundertsten Jahrestag der Brauerei U Fleků wurde im Gebäude der ehemaligen Mälzerei ein Bierbrauereimuseum eröffnet. Die Exposition wurde im Jahr 1999 geschaffen und unterstreicht das einmalige Ambiente der Brauerei. In den renovierten Ausstellungsräumen sind Bierbrauereimaschinen, Werkzeuge und Gefäße ausgestellt, anhand derer die Besucher die Geschichte des Bierbrauens in Prag kennen lernen.

Bierbrauermuseum U Fleků (Pivovarské muzeum U Fleků), Křemencova 11, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.ufleku.cz, e-mail: ufleku@ufleku.cz
tel.: +420224934019, +420602660290

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Montag
10.00 – 16.00
Dienstag
10.00 – 16.00
Mittwoch
10.00 – 16.00
Donnerstag
10.00 – 16.00
Freitag
10.00 – 16.00

Eintrittspreise

Grundpreis

100 Kč

Die Besichtigungen werden nur nach Bestellung organisiert und sind auf max. 15 Personen begrenzt. Am Samstag gibt es Führungen nur in Kombination mit einem Restaurantbesuch.

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Objekt geschichte

Museum der Bierbrauerei U Fleků

Das Bier wurde in unseren Ländern seit Anbeginn gebraut. Ende des 10. Jahrhunderts verbot sein Brauen und Trinken der Bischof Adalbert von Prag, aber das Verbot wurde nie richtig eingehalten. Das Verbot hob im 13. Jahrhundert der Papst auf Anliegen des Königs Wenzel I. auf. Z. B. in der Zeit des Kaisers Karl IV. waren in Prag 36 Bürgerbrauereien und Bier wurde in Klöstern, vielleicht auch an der Universität gebraut, und ums Bier führte man Bierkämpfe: Kleinseitner Bier gegen das Bier aus Neu- und Altstadt, Rakonitzer Bier gegen Prager Bier. Die Konkurrenz war enorm. Eine der bekanntesten und sehr alten Brauereien ist U Fleků. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex an Stelle eines gotischen Hauses und zwei Renaissancehäuser, ihre Reste sind unter dem Terrain erhalten geblieben. Ihre Tradition reicht bis ins 15. Jahrhundert und nach Resten des gotischen Gemäuers, in dem Malz getrocknet und geröstet wurde, vielleicht auch weiter. Die Brauerei wurde erst später gegründet. Die erste Aufzeichnung von hier gebrautem Bier ist aus dem Jahr 1499, als das Gebäude Vít Skřemenec kaufte. Nach ihm herrschte hier lange Frau Ludmila, die man Skřemenecká nannte, obwohl sie mehrmals verheiratet war. Das Geschlecht Skřemenců oder Křemenců besaß die Brauerei lange Zeit. Nach der Schlacht am Weißen Berg emigrierte die Besitzerin, das Haus verwüstete, und man hörte sogar auf hier Bier zu brauen. Ein Eintrag spricht von „einer wüsten Stätte na Křemenci“. Nach dem Jahr 1637 begann man das Bier wieder zu brauen und obwohl hier Besitzer verschiedener Namen wechselten, das Haus wurde weiter Na Skřemenci genannt. Das dauerte bis 1762, als das Haus Jakub Flekovský, Brauer aus Počernice kaufte. Insbesondere sein Sohn Štěpán wurde unter den Prager Brauern berühmt und machte sich um die goldene Ära der Brauerei u Fleků verdient. Im Jahr 1807 kaufte die Brauerei František Pštross, der ehemalige Prager Oberbürgermeister, der auch das Nebengrundstück kaufte und das ganze Gelände, das schon damals den heutigen Umfang hatte, zum Ansehen brachte. Im Jahr 1843 begann er dunkles Lagerbier nach bayerischer Art zu brauen, vorher wurde nur helles Bier gebraut. Der letzte Besitzer war der Brauer Václav Brtník, der 1937 starb. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei verstaatlicht. In den 90er Jahren wurde sie den Erben zurückgegeben.
Das dunkle Lagerbier mit 13° wird hier in einer 100 Jahre alten Anlage nach einer etwa 200 Jahre alten Art gebraut. Die eigentliche Bierproduktion dauert sechs Wochen. Das Juwel der Brauerei ist z. B. das Sudhaus mit einer Originalholzdecke aus dem Jahr 1360. Für einen Sud benötigt man 1,2 t Malz und 12 kg Hopfen. Der Malz, gekeimte Gerste, wurde früher hier im eigenen Malzhaus hergestellt, die Malzproduktion wurde im Jahr 1940 eingestellt. Verschiedene Malzsorten werden hier nur gemahlen, eine Hälfte des hellen Pilsener Malzes, 30 % des dunkleren Münchner Malzes, 15 % des Karamell-Malzes und 5 % des Röstmalzes, der die Bierfarbe intensiviert. Nach dem Kochen wird das zukünftige Bier abgekühlt. Hier entsteht nach Wasserverdunsten zum ersten Mal das Bier Flekovská 13°. Danach wird es in den Keller gepumpt, wo es bei der Temperatur 5 – 10°C gärt. Die Gärung dauert 13 Tage, also ein Grad pro Tag. Dann gelangt das Bier in Lagertanks, wo es einen Monat lagert. Hier gärt es bis zum vollendeten Geschmack. Im Jahr werden etwa 6000 Hektoliter Bier gebraut, das 4,1 % Alkohol enthält und das man hier im Restaurant verbraucht.
Das hier gebraute Bier ist heute eigentlich das einzige, das mit klassischer Brautechnologie hergestellt und nicht filtriert wird, nur Malz, Wasser, Hopfen. Die Brauanlage ist ein technisches Denkmal.
Die innere Ausstattung im romantischen Stil aus dem Jahr 1898 ist historisierend, entworfen von František Sander. Es befinden sich hier Holzdecken, Rippengewölbe, Bleiglasfenster. Die ganze Gaststätte hat mehrere Stuben und Säle: der Rittersaal, früher genannt Emauze, hat altertümliche Stühle mit Wappen tschechischer Städte, in denen sich Brauereien befinden. Es hängen hier eine 250 Jahre alte historische Uhr und Bilder vornehmer tschechischer Maler. Im Vodertrakt ist ein Speisesaal, altböhmisch genannt, weiter ein klassisches Bierlokal – Großer Saal und kleinerer Koffer, den Journalisten besuchten. Am berühmtesten ist der Salon Akademie, in dem sich vor Jahren s. g. Akademiker, Maler, Schriftsteller, Architekten und andere Künstler trafen. Der Zeitgenosse von Mikoláš Aleš Láďa Novák zusammen mit Jindřich und Ota Bubeníček und Vilém Trsk schmückten das Bierlokal mit Malereien und Innschriften aus, die das Bier preisen. Die Dominante des Brauhofes waren Nováks Bilder Kampf des hl. Georgs mit dem Drachen und Zug des Königs Ječmínek, sie waren in den Bögen der Hofpfeiler. Der damalige Brauer Khop war so begeistert von der Ausschmückung, dass er den Künstlern einen Einzelraum zur Verfügung stellte. An der Spitze der Gruppe war Láďa Novák, der 1908 zum „König U Fleků und König des Juxes und Lachens“ gekrönt wurde. Die Künstler spielten manchmal Laientheater, es fand hier auch Kabarett statt. Über den Hof und den Garten kommt man zu weiteren Räumen Václavka und Jitrnice (Leberwurst) und von hier an der Schänke und Küche vorbei zu Chmelnice, Sitz des Kabaretts, das 1965 erneuert wurde. Im Sommer können bis zu 1000 Gäste in der Brauerei einschließlich Garten sein.
Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die die Brauerei besuchten, gehörten außer den erwähnten Malern auch die Literaten Josef Kajetán Tyl, Jakub Arbes, Jan Neruda, Jaroslav Hašek, Maler Viktor Oliva und Bildhauer František Rous, Schauspieler Jindřich Mošna, František Ferdinand Šamberk, Rudolf Deyl, Karel Hašler, Zdeněk Štěpánek und andere. Es kamen hierher auch verschiedene eigenartige Figürchen zum Broterwerb, z. B. Streichholzverkäufer, mit dem Spitznamen Ferda-sirky-Evropa (Ferdy-Streichholz-Europa), Wettervorehrsager Anotnín Fiala und andere. In den 80er Jahren wurde die Brauerei rekonstruiert. In der Gegenwart ist der Betrieb auf Touristen orientiert.
Seit 1998 befindet sich hier auch ein Museum mit einer Exposition über die Braukunst. Das Museum wurde zum 500. Gründungsjubiläum und zum Jahrestag Ende des ersten Weltkriegs, als die Soldaten in die Kneipen zurückkehrten, eröffnet. Das Museum ist im ehemaligen Malzhaus, das von 1600 bis 1940 in Betrieb war. Es ist hier eine erhaltene Darre, wo Malz getrocknet wurde und danach im heißen Rauch von Buchenscheiten gerostet wurde. Es befinden sich hier auch ein Filter zum filtrieren des Biers, ein Kühler und ein Kompressor zum Begasen des Biers mit Luft. In der Exposition sind auch zwei Hektoliter große Holzfässer mit Brandeisen geziert und Werkzeuge für ihre Reparatur, eine Füllmaschine, eine Malzwaage, Dichtemesser und andere Exponate. Das Museum hat auch eine Fuhrmann-Exposition mit einem Modell eines Wallach-Wagens.

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