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Alte Kläranlage im Stadtteil Bubeneč (Stará čistírna odpadních vod v Bubenči)

Das einzigartige Denkmal, das Beweisstück für die Geschichte der Architektur, Technik und Wasserreinigung ist, liegt nahe dem Königsgarten Stromovka. In diesem Areal sind die urspünglichen Räumlichkeiten mit den Überresten der ursprünglichen Technologie zu sehen. Während der Führung sehen Sie den bis heute funktionierenden Maschinenraum aus dem Jahre 1903, Fotografien und Dokumente aus dieser Zeit, eine Sammlung an Schmalspur-Eisenbahnwagen und eine Ausstellung an historischem Hygiene-Mobiliar.

Alte Kläranlage im Stadtteil Bubeneč (Stará čistírna odpadních vod v Bubenči), Papírenská 6, Praha 6 - Bubeneč, 160 00
Web: http://stara-cistirna.cz/ops/cs/, e-mail: staracistirna@gmail.com

Eintrittspreise

Grundpreis

180 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

90 Kč

Eintrittspreis für Familien

450 Kč

Bestandteil der Führungen sind Exkursionen in die Unterwelt in das Betriebsgebäude der Kläranlage, wo Besucher die Geschichte des Abwassers und der Reinigung kennen lernen. Einen Stock höher, im Dampfmaschinenraum, sehen sie die bis heute funktionierenden Tankaggregate aus dem Jahre 1903, die bei besonderen Gelegenheiten in Gang gesetzt werden. Die Erklärung ergänzen Fotografien und Beispiele der ursprünglichen Projektdokumentation. Die alte Abwasserkläranlage in Prag – Bubeneč ist ein bedeutsames Beweisstück der Architektur-, Technik- und Wasserwirtschaftsgeschichte. Sie wurde in den Jahren 1901-1906 als letzter Teil des systematischen Abwassernetzes in Prag errichtet. Für die Reinigung der Mehrheit des Prager Abwassers diente sie bis zum Jahre 1967.

Besichtigung mit Führung
Samstag, Sonn- und Feiertage 10.00, 12.00, 14.00 und 16.00 Montag-Freitag 11.00 und 14.00

Bei Gruppen von mehr als 5 Personen ist eine individuelle Reservation der Besichtigung auch außerhalb dieser Termine möglich.

 

 

 

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Objekt geschichte

Der gut erhaltene Bau der alten Abwasserreinigungsanlage in Bubeneč ist die älteste erhaltene Anlage dieser Art in Europa, ein Unikum der industriellen Architektur, ein einzigartiges ökotechnisches Denkmal von Weltbedeutung, das nicht nur aus der architektonischen, sondern auch technologischen Sicht interessant ist. Bereits im Jahre 1884 wurde ein Wettbewerb um das Projekt eines neuen Kanalisierungssystems und einer Abwasserreinigungsanlage verkündet, es wurden mehrere Anträge ausgearbeitet, abgewickelt wurde aber erst das Projekt des berühmten englischen Ingenieurs William Henry Lindley, der viel Praxis und Erfahrung aus anderen großen europäischen Städten hatte und der in seinem Projekt auch einige positive Elemente der vorangehenden Anträge der tschechischen Projektanten benutzte. Sein System des Prager Kanalisationsnetzes nutzte die Fallverhältnisse so, dass es nicht nötig ist, das Abwasser umzupumpen. Das Kanalisierungsnetz mündete eben in die neue Abwasserreinigungsanlage in Bubeneč. Das Prager Kanalisierungsnetz maß damals etwa 90 km. Das Gelände der Abwasserreinigungsanlage dem Lindley-Projekt gemäß wurde in Jahren 1900 - 1906 als Bestandteil des neuen Prager Kanalisierungssystems ausgebaut, das für 700 000 Einwohner projektiert wurde. Die Sedimentierungskläranlage in Bubeneč war der erste bedeutende Reinigungsbau in Böhmen sowie ganz Tschechien. Sie besteht aus dem Hauptbetriebsgebäude mit zwei Schornsteinen, einem Rauch- und einem Lüftungsschornstein. Im Kellergeschoss sind ein sechs Meter tiefer Sandfänger, zehn unterirdische Absetzbehälter, zwei Schlammgruben und Schächte der Schlammpumpen. Die Schlämme aus den Sedimentierungsbehältern wurden in zwei Schlammsammler auf der Kaiserinsel (Císařský ostrov) oder auf Schiffe umgepumpt und mit diesen wurden sie in andere Schlammsammler befördert, woher sie nach ihrem Austrocknen als gefragtes Düngemittel verkauft wurden. Zu den Schlammsammlern auf der Kaiserinsel führte ein Anschlussgleis. Die damalige dreistufige Reinigung hatte eine Wirkungskraft von etwa 40 %. Die Kapazität der Abwasserreinigungsanlage war in den 20er Jahren nicht mehr ausreichend, und so wurde vor 2. Weltkrieg nur ein Anbau durchgeführt. Eine ganz neue Reinigungsanlage wurde erst viel später ausgebaut, im Jahre 1967. Das heutige Kanalisationsnetz misst etwa 2400 km, ein Teil der Gossen ist durchzuschlüpfen, d.h. höher als 80 cm, ein Teil ist niedriger, also nicht durchzuschlüpfen. Es hat ungefähr 55 tausend Eingangsschächte und nur 19 Pumpenanlagen. Die heutigen Reinigungsanlagen erreichen eine Wirkungskraft von bis zu 90 - 95 %. Das Originalgelände der Reinigungsanlage war noch im guten Zustand, und so blieb es neben der neuen Reinigungsanlage bestehen. So konnte im Jahre 1992 eine Stiftung entstehen, deren Aufgabe darin besteht, in diesem wertvollen Objekt das Ökotechnische Museum zu betreiben.


Die Museumsbesucher gehen durch eine Zuführungskrypta, wo sich früher ein durch zufließendes Abwasser angetriebenes Wasserrad befand. Dann kommen sie in den größten unterirdischen Bau - in den Sandfänger, wohin drei wichtigste Stadtgossen mündeten. Von hier kommen sie zu Schleusen und mechanischen Rechen und steigen sie zu zehn Sedimentierungsbehältern, wo sich der als Düngemittel dienende Primarschlamm ablagerte. Der Höhepunkt der Führung ist die zweigeschossige Maschinenanlage mit zwei renovierten bis heute funktionierenden Dampfmaschinen aus dem Jahr 1904, unter denen Hochwasserpumpen sind. Auch die Kesselanlage mit zwei Kohle verbrennenden Dampfkesseln funktioniert.

 

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