Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Luzerna Palais - Großer Saal (Palác Lucerna)

Die zentrale Räumlichkeit des Luzerna-Palais ist der legendäre Große Saal, der im Jahre 1920 fertiggestellt worden ist und der für die damalige Zeit über eine ziemlich moderne Eisen-Beton-Konstruktion verfügt. Der Saal nimmt drei Untergeschosse in Anspruch und hat eine Länge von 54 m und eine Breite von 25,5 m. Die Kapazität umfasst bis zu 4.000 Sitze. Der Ort ist für Konzerte verschiedener Musikrichtungen gedacht, insbesondere moderne Musik. Es findet hier auch eine Reihe von Bällen statt.

Luzerna Palais - Großer Saal (Palác Lucerna), Štěpánská 61, Praha 1 - Nové Město, 116 02
Web: http://www.lucerna.cz, http://www.lucpra.com, e-mail: info@lucpra.com
tel.: +420222516910

Programme

Objekt geschichte

Zwischen der Vodičkova Straße und der Štěpánská Straße gibt es eines der bekanntesten und auch der größten Gebäude in Prag - das mehrfunktionale Palais Lucerna (deutsch: Palais Laterne). Zunächst gab es hier das niedrige eingeschossige Palais Aehrenthal, das nach seinem Besitzer Jan Lexa von Aehrenthal genannt wurde. Dieser erwarb das Objekt im Jahr 1773 von dem vorherigen Besitzer Šimon Truksa. Ende des 14. Jahrhunderts stand auf diesem Ort die Brauerei Zum Schwarzen Adler (tschechisch: U černého orla) oder U Pekárků.
Das Objekt des Palais Lucerna ist ein umfassender Hauskomplex mit eigenem Passagennetz. Sein Baustil wird durch den Übergang des Jugendstils zur Moderne geprägt. Die Bauarbeiten wurden nach dem Projekt von Ing. Vácslav Havel a J. Čamský im Jahr 1906 aufgenommen. Nach dem Entwurf des späteren Akademikers und bedeutenden Statikers Dr. Stanislav Bechyně hat das Objekt eine Stahlbetonkonstruktion. Die Fundamente des Palais liegen auf einem Kiesunterbau in Tiefe von 14 m auf einer massiven Betonplatte. Der gesamte Bau wird durch eine außergewöhnliche und einzigartige Konstruktion gekennzeichnet, es handelt sich um einen der ersten Stahlbetonbauten in Prag überhaupt. Das Gebäude unterliegt dem Denkmalschutz. Das Gelände bildet ein siebengeschossiges dreitraktiges Haus mit drei Untergeschossen und mehreren Treppenhäusern. Im queren zweitraktigen Gebäude im Hofgelände wurde ein Saal errichtet, der ursprünglich als eine Kammerszene des Nationaltheaters vorgesehen war, später wurde er jedoch zu einem Biograf mit 820 Sitzplätzen umgebaut. Das Hauptportal wurde mit den Skulptur- und Stuckwerken des Bildhauers Václav Prokop dekoriert. In dem Dachraum über dem Gebäude in Richtung Vodičkova Straße gab es ein geräumiges Atelier, das in der Vorkriegszeit (1. Weltkrieg) das größte in Prag war. Im Atelier fanden Ausstellungen statt. Der Professor Max Švabinský leitete hier mehrere Jahre seine grafische Schule Akademie der bildenden Künste. Der Teil des Gebäudes in Richtung Vodičkova Straße wurde im Jahr 1908 fertiggestellt. Zu diesem fertigen Objekt wurde dann ein viergeschossiges Haus in der Štěpánská Straße zugebaut. Dieses wurde mit dem bisherigen Gebäude mit einem Hof verbunden, der in der Höhe der zweiten Etage mit einer Glaskonstruktion überdacht wurde. Darüber wurde das Gebäude um den dritten Trakt und um eine Halle mit einer überdachten Kuppel erweitert, die den Eindruck einer tatsächlich vergrößerten Laterne hervorruft. Die Stahlbetonkonstruktion wurde mit speziellem starkem Glas verglast. Im Jahr 1920 wurde als letzter der große Saal fertiggestellt, der der größte Saal in der ehemaligen Tschechoslowakei war.
Das Palais Lucerna kann sich noch eines anderen Primats rühmen. Es gab hier die erste Passage und den ersten Essenautomat in Prag. Die Mädchen, die die Gäste bedienten, nannte man „Roselein“. Den älteren Teil des Palais in Richtung Vodičkova Straße mietete der damals populäre Wanderer Joe Hloucha, der hier eine japanische Teestube namens Yokohama mit einer Konditorei errichtete, die im japanischen Stil eingerichtet wurden. Die Bedienung trug Kimonos. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie vom Architekten Rittersheim zu einem neuen Betrieb mit slowakischer Volksfolklore, der Wintergarten genannt wurde, und zu einer Volksgaststätte namens „Kneipe unter der Laterne“ (tschechisch: Hospoda pod Lucernou) umgebaut. Heute gibt es hier das Restaurant Lucerna Kneipe (tschechisch: Hospoda Lucerna), das früher Schwarzes Pferd (tschechisch: Černý kůň) genannt wurde. Durch die Verbindungszonen zwischen dem großen Saal und dem Vordertrakt wurde ein kleiner Saal geschaffen, in dem sich damals ein Modekabarett befand. Das Kabarett wurde mit einem kreisförmigen Drehpodium und ebenfalls einer kreisförmigen Versenkung versehen. Im Kabarett war zum Beispiel Karel Hašler tätig, für eine kurze Zeit traten hier auch das Theater Divadlo Komedie, das im Jahr 1927 niederbrannte, und dann das Kabarett - Lucerna Restaurant unter Leitung von Jiří Voskovec und Jan Werich auf. Es fanden hier auch Tanz- und Tabarinvorstellungen statt. Schon zu dieser Zeit fanden hier Anwendung die damals sehr modernen kalten farbigen Niederspannungsreflektoren. Später entstand hier eine musikalische Bar, in der heute Konzerte stattfinden (Lucerna Music Bar).
Der große Saal des Palais Lucerna hat unter der Passage drei Etagen und ist 9 m hoch, 54 m lang und 25,5 m breit. Die Fläche des Tanzparketts ist 42 m x 16 m. Bei Konzerten ist es möglich die Kapazität von rund 4 000 Sitzplätzen im Parterre und auf den Balkons zu nutzen. Dem Saal mangelt es jedoch an genügender Lüftung. 1921 wurde am Saaleingang die bronzene Brustbüste des Gründers und Baumeisters des Palais Lucerna, Ing. Václav Havel aufgesetzt. Der Autor der Büste ist der Bildhauer Jan Štursa. Heute findet man die Büste wiederum an ihrem ursprünglichen Platz. Sowohl in der Vergangenheit als auch in der heutigen Zeit wird der Saal zu Gesellschafts-, Kultur- und Sportzwecken genutzt und er wurde insbesondere zum Schauplatz außergewöhnlicher Konzerts bedeutender Künstler. Im Laufe der Zeit traten hier folgende Künstler auf: New Yorker Philharmoniker mit dem Dirigenten Artur Toscanini, der Violoncellist Pablo Casals, die Geigenspieler Jan Kubelík, Jaroslav Kocián, Josef Suk, Yehudi Menuhin, die Opernsänger Fedor Schaljapin, Ema Destinnová und Otakar Mařák, der französische Chansonsänger Maurice Chevalier, die amerikanische Tänzerin Josephine Baker und viele andere. Nach dem 2. Weltkrieg konzertierten hier die amerikanische Jazzsängerin Ella Fitzgerald, der amerikanische Sänger und Trompetenspieler Louis Armstrong, der amerikanische Sänger Ray Charles, die französischen Chansonsänger Yves Montand, Lucienne Boyer und Gilbert Becaud, das Duke Ellington Orchester und Benny Goodman Orchester.

 

Geschichte des Objekts zeigen

zusammenhängende Objekte