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Palais Žofín (Palác Žofín)

Das Neorenaissance Palais Žofín ist eines der bedeutendsten kulturellen und gesellschaftlichen Zentren in Prag. Es finden hier Konzerte, Kongresse und Bälle statt. Der Große Saal des Palais Žofín begrüßt regelmäßig die größten Persönlichkeiten aus der heimischen und internationalen Wirtschafts-, Politik- und Kulturszene. Im November 1882 wurde hier erstmals der Zyklus des symphonischen Gedichts „Meine Heimat“ von Friedrich Smetana aufgeführt.

Palais Žofín (Palác Žofín), Slovanský ostrov 226, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.zofin.cz, e-mail: pokladna@zofin.cz
tel.: +420222924112

Programme

Objekt geschichte

Auf der Insel wurden vor 1817 Bäder, Färbereien und ebenfalls eine Gaststätte erbaut. Im Jahr 1830 kaufte die Insel der Müller Václav Novotný. Er baute hier in den Jahren 1836 – 1837 ein Haus und an Stelle der alten Gaststätte ein einstöckiges Gebäude im Neurenaissancestil mit einem Konzert- und Gesellschaftssaal nach den Plänen vom Architekten Carl Pollak. So wurden das Gebäude und die ganze Insel, die mit dem Ufer mit einer Holzbrücke verbunden war, eines der bedeutendsten Zentren des politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Das neue Gebäude wurde 1837 feierlich mit einem Ball eröffnet. Am 2. Juni 1848 fand hier ein Slawenkongress statt, auf dem auch Ludovít Štúr auftrat. Zur Erinnerung an dieses Ereignis stifteten im Jahr 1936 die slowenischen Studentenvereine in Prag eine Gedenktafel, die am Gebäude hängt. Im Jahr 1925 wurde die Insel nach einem Slawenkongress auf Slovanský ostrov (Slawische Insel) umbenannt. Die Insel wurde für ihre Volkskränzchen berühmt. So bezeichnete man Bälle, derer Ertrag tschechische Volksinstitutionen unterstützte. In den Jahren 1841 und 43 tanzte hier auch Božena Němcová. Im Gebäude fanden panslawische Basare und Ausstellungen statt. Im Jahr 1899 war es z. B. eine Versammlung gegen Zerstörung der Prager Sehenswürdigkeiten bei der Sanierung Prags, die Vilém Mrštík organisierte. Bekannt waren vor allem Konzerte: es konzertierten hier z. B. Franz Liszt, Hector Berlioz, Zdeněk Fibich, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, im Jahr 1863 dirigierte hier sein Konzert Richard Wagner, der als überhaupt der erste mit dem Rücken zum Publikum dirigiert habe. Zum ersten Mal trat hier der zukünftige Geigenvirtuose Jan Kubelík auf und zum ersten Mal erklang hier ganzes Smetanas Mein Vaterland. 1840 wurde hier die Žofín-Akademie gegründet, ein bedeutender tschechisch-deutscher Musikverein. Oft konzertierte hier auch der Chorverein Hlahol, 1878 hatte sein erstes eigenständiges Konzert Antonín Dvořák. Am Gebäude ist auch eine Gedenktafel an den ukrainischen Politiker und Schriftsteller Ivan Jakovyč Frank, der hier auftrat (1891) und der Bücher tschechischer Schriftsteller übersetzte. Eine Gedenktafel am Gebäude haben auch Zdeněk Fibich und Julius und Eduard Grégr.
Im Jahr 1884 kaufte die ganze Insel die Prager Gemeinde. Sie entschloss sich das Gebäude umzubauen und zu erweitern. Das alte Gebäude reichte den Bedürfnissen und Interessen der Prager nicht mehr. Das Projekt war vom jungen Architekten Jindřich Fialka. Es wurde ein neues zweistöckiges Gebäude in der Neurenaissance erbaut, von dem alten blieb nur das Souterrain erhalten und ein Teil des Parterres im Norden. Die Bäder vor dem Gebäude wurden im Jahr 1928 niedergerissen. Fialkas Architektur erweiterte der Architekt Achille Wolf, der das Gebäude um ein Restaurant ergänzte und den großen Saal erweiterte. Am quadratischen Gebäude liegt im Norden ein einstöckiges Teil mit Eingangsräumen und einer Treppe an, im Süden ist es eine Terrasse. Die mit Halbkreis abgeschlossenen Fenster sind mit Pilaster abgetrennt. Das Satteldach aus dem Jahr 1885 hat einen Dachstuhl aus Metall, bedeckt ist mit Kupferblech. In den Hauptsaal führt eine dreiarmige Treppe. Im ersten Stock entstanden ein Foyer, ein Salon und ein neuer großer Saal mit einer Kassettendecke und Deckenstuck und mit Malereien von František Ludvík Duchoslav. Vier Figurenfelder sind von Viktor Oliva gemalt. Sie zeigen das, was man hier betrieb: Musik, Tanz, Essen, Sport. Der große Saal nimmt 580 Zuschauer auf, der kleine Saal 150 und der Oberbürgermeistersalon ist für 80 Personen. Eine Rarität ist, dass das Gebäude keine Isolation von unten hat, es liegt auf einer Grundlage aus Eichenbalken. Um das Objekt herum sind Lüftungshöhlen und im Souterrain ein Schöpfbrunnen. Wenn das Unterwasser steigt, die Pumpen beginnen zu arbeiten.
In den Jahren 1994 – 1991 wurde die Gesamtrekonstruktion nach dem Projekt vom Architekten Tomáš Šantavý und Ingenieur Alexander Döbert durchgeführt. Die Deckenmalereien wurden auch restauriert. Das Gebäude wurde 1994 feierlich eröffnet. Heute ist Žofín eines der bedeutendsten kulturellen und gesellschaftlichen Zentren Prags.

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