Breadcrump- bzw. Brotkrümel-Navigation

Nationalmuseum – Denkmal von Jaroslav Ježek (Národní muzeum – Památník Jaroslava Ježka)

Das „blaue Zimmer“ in der Wohnung von Jaroslav Ježek, wo der bekannte Komponist gelebt und gearbeitet hat, ist mit authentischer Inneneinrichtung versehen. Sie finden hier seine Bibliothek, sein Klavier, gedruckte Noten und Gegenstände aus der Verlassenschaft. Jaroslav Ježek (1906–1942) wurde zum Vorbild der tschechischen modernen Jazz- und Tanzmusik, er komponierte aber auch klassische Musik und Filmmusik zu Produktionen von Voskovec und Werich.

Nationalmuseum – Denkmal von Jaroslav Ježek (Národní muzeum – Památník Jaroslava Ježka), Kaprova 10, Praha 1 - Staré Město, 110 00
Web: http://www.nm.cz, e-mail: museum_musicale@nm.cz
tel.: +420224497730, +420224497739

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Dienstag
13.00 – 18.00

Eintrittspreise

Grundpreis

20 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

10 Kč

Eintrittspreis für Familien

40 Kč

Objekt geschichte

Gedenkstätte für Jaroslav Ježek - Blaues Zimmer


Im Jahre 1989 wurde für die Öffentlichkeit die Gedenkstätte für Jaroslav Ježek, den bedeutenden tschechischen Musikkomponisten und Dirigenten, eröffnet. Ježeks Wohnung und Nachlass bewahrten seine Mutter Františka Ježková und seine Schwester Jarmila in der Form auf, wie sie der Komponist verließ. Das Museum der tschechischen Musik gewann im Jahre 1983 zuerst die Hinterlassenschaft des Künstlers einschließlich der Ausstattung seines Arbeitszimmers, später die ganze Wohnung.
Das Sehvermögen von Jaroslav Ježek war sehr schwach und nach einer Krankheit litt er auch an Schwerhörigkeit. Sieben Jahre verbrachte er im Hradschin-Institut für blinde und sehschwache Kinder. Dann studierte er erfolgreich das Prager Konservatorium, die Fachrichtung Musikkomponieren, und dann bekam er ein einjähriges Privatstipendium für das Studium in Paris. Er gehörte zu der Generation solcher Persönlichkeiten wie es Jiří Frejka, E. F. Burian, Jindřich Honzl, Jaroslav Seifert, Vítězslav Nezval, Václav Holzknecht und weitere waren. In den Jahren 1928 - 38 war er als Komponist, Dramaturg und Dirigent des Befreiten Theaters tätig und arbeitete mit Jan Werich und Jiří Voskovec eng zusammen. Er schuf das Vorbild der tschechischen modernen Jazz- und Tanzmusik, schrieb aber auch die klassische Musik, Orchesterwerke sowie viele Klavierwerke und auch Musik zu den Filmen von Voskovec und Werich. Den Weggang in die Zwangsemigration in die USA im Jahre 1939 trug er schwer, wohin er vor der sich nährenden Nazi-Gefahr auch mit den weiteren Protagonisten des Befreiten Theaters fliehen musste. Er verließ nicht nur seine Verwandten, sondern auch sein blaues Zimmer, dessen Kombination der hell- und dunkelblauen Farbe sowie Ausrüstung mit verschiedenen Lichtquellen seinem schwachen Sehvermögen gut taten. Im Jahre 1942 starb er in New York in einem Krankenhaus mit nur 36 Jahren. Die Urne mit seiner Asche wurde nach Prag überführt und im Grab auf dem Friedhof Olšany aufbewahrt.

Ježeks Blaues Zimmer, insbesondere das schwarz gebeizte Möbel, entwarf Ježeks Freund, der Architekt František Zelenka, nach seinem Bedarf und Geschmack im funktionalistischen Stil. Das Zimmer blieb so ausgestattet und eingerichtet, wie es Ježek verließ. Unter dem Fenster steht der Schwarze Flügel Steinway mit Notenmaterial, auf dem Arbeitstisch befinden sich das Tintenfass, die Brille, Briefbeschwerer, das Löschpapier, die Pfeife und der Aschenbecher, die Taschenuhr, der Bleistift und das Notenpapier. Es ist hier auch ein interessanter und reicher Bücherschrank mit Schriftstücken von Jiří Wolker, Jan Neruda, vielen Werken der tschechischen sowie der ausländischen Belletristik, weiter sind hier Bücher über die bildende Kunst, Wörterbücher, viele Musikbücher, Musikalien usw. Es fehlen nicht einmal der Originalkachelofen, die Liege, blaue Gardinen und der Schallplattenschrank. Es gibt hier Partituren mit der persönlichen Widmung der Komponisten Igor Strawinsky und Darius Milhaud. Am Haus ist eine Büste des Komponisten vom Bildhauer Václav Vokálek aus dem Jahr 1957 und eine Gedenktafel.

Geschichte des Objekts zeigen

zusammenhängende Objekte