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Rudolfinum

Ein weltbekannter Konzertsaal und der Sitz der Tschechischen Philharmonie, die im Jahre 1896 erstmals unter der Leitung von Antonín Dvořák aufgetreten ist. Das Neorenaissance Gebäude wurde in den Jahren 1876 – 1884 errichtet. Ursprünglich war hier eine Bildergalerie, Museumssammlungen und ein Konzertsaal, in den Jahren 1918 – 1938 und 1945 – 1946 diente das Gebäude der Nationalversammlung. Der Hauptsaal, Dvořák-Saal, ist ein Ort für außergewöhnliche Konzerte klassischer Musik.

Rudolfinum, Alšovo nábřeží 79/12, Praha 1 - Staré Město, 110 00
Web: http://www.rudolfinum.cz

Das Prager Rudolfinum veranstaltet Konzerte, für u.a. folgende Musikensembles und Veranstalter:

Česká filharmonie
www.ceskafilharmonie.cz, info@ceskafilharmonie.cz 
tel. +420 227 059 227

Symfonický orchestr hl. m. Prahy FOK
www.fok.cz, pokladna@fok.cz
tel. +420 222 002 336

PKF – Prague Philharmonia
www.pkf.cz, vstupenky@pkf.cz
tel. +420 224 267 644

Pražské jaro
www.festival.cz

Öffnungszeiten der Kassen der Česká filharmonie (Tschechischen Philharmonie): werktags zwischen 10.00 und 18.00 (Juli – August bis 15.00). An Konzerttagen der ČF und ČSKH hat die Kassa bis zum Veranstaltungsanfang geöffnet. Für Nachmittagskonzerte öffnet die Kassa eine Stunde vor Konzertbeginn. An Wochenenden und Feiertagen beginnt der Verkauf bereits zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn. (In der letzten Stunde werden lediglich Karten für die im Anschluss stattfindende Veranstaltung verkauft). Die Kassa erreichen Sie von der Straße 17. listopadu.

Wochenendbesichtigungen werden zu bestimmten Terminen von Pražská informační služba – Prague City Tourism organisiert. Mehr Informationen unter +420 221 714 161, e-mail: vlastiveda@prague.eu .

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Programme

Objekt geschichte

Rudolphinum ist einer der bedeutendsten Bauten der tschechischen Neurenaissancearchitektur. Es ist das gemeinsame Werk der führenden tschechischen Architekten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Josef Zítek (er baute das Nationaltheater) und Josef Schulz (er baute das Nationalmuseum). Das Objekt investierte die Tschechische Sparkasse (Česká spořitelna), damals war es eine deutsche Anstalt Namens Böhmische Sparkasse, deren Vorstände beschlossen, zum 50. Gründungsjubiläum dieser ältesten Geldanstalt in Prag einen großartigen Kunststand aufzubauen. Die Vorstände der Anstalt beantragten damals beim Kronprinzen (Erzherzog) und habsburgischen Thronfolger Rudolph, ob das Gebäude seinen Namen tragen und Rudolphinum heißen könnte. Nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der zu damaligen Zeiten akzeptablere Name Künstlerhaus ins Leben gerufen. Nach der Wende lebte sich der alte kurze Name Rudolphinum wieder ein, der auch an den Gedenktafeln drinnen im Gebäude steht. Für den Bau wurde das Grundstück „Auf dem Tummelplatz“ benutzt, wo einst eine Abladestelle war, später waren hier eine Holzlagerstätte und eine Säge sowie ein paar weitere Betriebe, die abgerissen wurden. Das verbaute Grundstück hat eine Ausdehnung von 5 315 m2. Die Bauarbeiten wurden im Jahre 1876 in Angriff genommen und der Bau wurde unter dem Bauleiter und -ingenieur Václav Vejrych einschließlich der Ausstattung 1884 fertig gestellt und anschließend geweiht. Er kostete zwei Millionen Gulden. Es ist das erste moderne Prager Gebäude, das einem komplizierten Mehrzweckbetrieb dienen sollte. Dort fanden Musik, bildende Kunst sowie die künstlerische Industrie ihre Zuflucht und es waren hier „die Einheit für die Musikpflege in Böhmen“ die Vaterländische Einheit der Musikfreunde“ und das Künstlerisch-industrielle Museum ansässig. Das Objekt hat einen rechtwinkligen Grundriss, der in zwei eigenständige Teile ausdrucksvoll geteilt ist: den Südtrakt mit dem Dvořák-Saal und den Nordteil mit mehreren Sälen, die eine obere Beleuchtung haben und um das zentrale monumentale Vestibül mit einer verglasten Decke konzentriert sind. Insgesamt sind hier etwa 80 Räume, die eine Fläche von achttausend Quadratmeter einnehmen.


Die feierliche Eröffnung fand am 7. Februar 1885 statt. Der Direktor des Prager Konservatoriums dirigierte das Orchester seiner Anstalt, das unter anderem die II. Slawische Rhapsodie von Dvořák vortrug. Elf Jahre später im Januar 1896 startete die Tschechische Philharmonie ihre Tätigkeit, die bei ihrem ersten Konzert unter dem Dirigentenstab von Antonín Dvořák die III. Slawische Rhapsodie und die Symphonie Aus der neuen Welt spielte. Zu Ehren dieses Ereignisses bekam dann der Konzertsaal einen neuen Namen - Dvořák-Saal.

In den Jahren 1919 - 39 hatte im Gebäude die Abgeordnetenkammer der Volksversammlung der Tschechoslowakischen Republik ihren Sitz, für deren Bedarf die Architekten Václav Roštlapil a Rudolf Kříženecký Baugestaltungen durchführten. Das bedeutete einen erheblichen Eingriff in die ausgewogene Grundlage des Baus. Im Jahre 1925 wurde das Haus dem benachbarten Akademischen Gymnasium angeschlossen, wo Parlamentclubs errichtet wurden. Im Jahre 1923 ging das Gebäude vom Eigentum der Tschechischen Sparkasse ins Vermögen des Staats. Während des Zweiten Weltkriegs in den Jahren 1940 - 42 bauten einen Teil Rudolphinums der Architekt Antonín Engel (der einzige zum damaligen Zeitpunkt lebende Schüler von Josef Zítek) und Bohumír Kozák im ursprünglichen Sinne erneut für Musikzwecke um, diesmal für die Deutsche Philharmonie, wodurch sie die Konzertteile des Objekts eigentlich retteten. Vor allem dank Engel konnte der Dvořák-Saal gerettet und seine Akustik zur höchsten Vollkommenheit gebracht werden. Aus den Besatzungszeiten wird überliefert, dass der Reichsprotektor Reinhard Heydrich befahl, die Statue von Mendelssohn-Bartholdy von der Attika Rudolphinums für seine nichtarische Herkunft zu beseitigen. Die Arbeiter verwechselten aber die Statuen und fingen an, die Statue von Hitler-Schwarm Richard Wagner herunterzuholen. Kurz bevor die Statue irgendwohin weggefahren wurde, ist zum Glück jemand darauf gekommen und alles wurde ins rechte Gleis gebracht. Die Statue von Mendelssohn-Bartholdy wurde während des Kriegs heimlich versteckt und nach dem Krieg zurückgeholt. Nach 1945 diente Rudolphinum als Konzerträume und Basis für die Tschechische Philharmonie und als Unterrichträume der Akademie musikalischer Künste und des Konservatoriums. Im Jahre 1946 fand hier der erste Jahrgang der Musikfestspiele Prager Frühling statt, an dem auch der weltberühmte Pianist Rudolf Firkušný teilnahm. Das Zentrum der heutzutage schon längst renommierten internationalen Musikfestspiele blieb Rudolphinum bis heute.

In den Jahren 1990 - 92 wurde Rudolphinum nach dem Entwurf von Karel Prager für seine musikalische und bildnerische Originalmission umgebaut. Jedes Detail, jedes architektonische Element und jegliche künstlerische Ausschmückung einschließlich der Umgebung entsprechen nun dem Originalaussehen. Auf der Attika des Gebäudes gibt es restaurierte Statuen berühmter Musiker (Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach und weitere), an deren Schaffung sich außer deutschen und österreichischen Künstlern auch bedeutende tschechische Bildhauer Ludvík Šimek, Tomáš Seidan, Bohuslav Schnirch, Bernard Seeling, Jindřich Čapek und andere beteiligten. Von ihnen stammen auch die sitzenden Musen auf den Seiten der Treppe und die Statuen der Löwen- und Sphinx-Zweier an der Unterführung im Osten und am Eingang zum Ausstellsaal. Auf der Brust der Steinsphinx am Eingang vom Ufer gibt es eine Biene als Sparsamkeitssymbol der Tschechischen Sparkasse, aus deren Ressourcen der Baus entstand. Dasselbe Symbol einer Biene gibt es auch im Dvořák-Saal, wo eine goldene Biene im blauen Feld von Engeln getragen wird. Der Dvořák-Saal hat nach dem Umbau 1023 Plätze. Seine Akustik entspricht dem Weltniveau, neu ist auch das Podium mit einer im Fußboden eingebauten Klimaanlage. Die Ausschmückung der Wände des Dvořák-Saals sollte die Kunstgeschichte darstellen, aber die tschechischen Maler nahmen damals am bildnerischen Wettbewerb nicht teil und so blieben die für Gemälde vorgesehenen Plätze leer. Im Dvořák-Saal sind folgende Büsten bedeutender Musiker angebracht: Václav Talich, Rafael Kubelík, František Stupka, Václav Neumann, Karel Šejna. Neben dem Dvořák-Saal ist der ehemalige Kleinsaal, heute Suk-Saal mit 211 Sitzplätzen, der über einhundert Jahre der Kammermusik dient und wo sich auch künstlerische Anfänge des Komponisten und Interpreten Josef Suk, des Schülers von Dvořák, abspielten. Der Enkel des Komponisten, der Geigenspieler Josef Suk, enthüllte hier die Büste des Komponisten Josef Suk, die ein Werk von Otakar Španiel ist. Im Jahre 1994 wurde hier ein Gedenksaal mit der Exposition des Geigenvirtuosen Jan Kubelík eröffnet. Der große durchleuchtete Saal mit einigen korinthischen Säulen diente ursprünglich den Ausstellungen der bildenden Kunst, dann wurde er als Archiv ungeeignet genutzt. Nach dem Umbau gibt es drinnen ein wunderschönes Café für die Öffentlichkeit, wo auch Empfänge veranstaltet werden. Im ersten Stock in Richtung in die 17. listopadu-Straße ist ein eleganter Präsidentensalon, der durch den Seiteneingang, genannt Kutscheneingang, zugänglich ist. Er verfügt über eine wunderschöne gewölbte Decke und ist mit einem Stilmöbel und Beiwerk ausgestattet. Die Originalfontäne, die früher im großen Vestibül stand, wurde in den Kassenraum verlagert. Sie besteht aus Teilen des Legierungsmuseums in Komárov. Auf den ursprünglichen Platz kehrte von Brünn die wunderschöne Orgel zurück, die für das Rudolphinum 1884 der deutsche Orgelbauer Sauer aus Frankfurt fertigte und der Bildhauer Müller aus München schmückte. Nach Brünn wurde sie irgendwann in der Epoche gefahren, als in Rudolphinum die Abgeordnetenkammer war. Auf den ursprünglichen Platz an der Front kehrten nach dem Umbau auch die Pylone der feierlichen Beleuchtung mit Bronzesockeln zurück, die 1885 abgegossen wurden und aus mehr als viertausend Komponenten bestehen. Sie messen 14 m und für den Umbau mussten sie demontiert werden. Das Gesamte Objekt ist barrierenfrei.


Rudolphinum ist ein Volkskulturdenkmal.

 

 

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