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Galerie der Kritiker – Palais Adria (Galerie kritiků - Palác Adria))

Das Palais im Stil des Rondo-Kubismus mit reicher bildhauerischer Ausschmückung wurde in den Jahren 1923-1924 an der Ecke Nationalstraße (tsch.: Národní třída) und Jungmann Straße (tsch.: Jungmannova ulice) errichtet. Die Galerie befindet sich im ersten Stock des Gebäudes, die Ausstellungstätigkeit stellt der Verein der bildkünstlerischen Kritiker und Theoretiker (tsch.: Sdružení výtvarných kritiků a teoretiků) sicher. Neben Ausstellungen werden hier auch Vorträge, Besprechungen und weitere Veranstaltungen, die mit zeitgenössischer bildender Kunst zusammenhängen, veranstaltet.

Galerie der Kritiker – Palais Adria (Galerie kritiků - Palác Adria)), Jungmannova 31, Praha 1 - Nové Město, 110 00
Web: http://www.galeriekritiku.cz, e-mail: galeriekritiku@volny.cz
tel.: +420224494205, +420222520676

Öffnungszeiten

Januar – Dezember

Dienstag
11.00 – 18.00
Mittwoch
11.00 – 18.00
Donnerstag
11.00 – 18.00
Freitag
11.00 – 18.00
Samstag
11.00 – 18.00
Sonntag
11.00 – 18.00

Eintrittspreise

Grundpreis

40 Kč

ermäßigter Eintrittspreis

20 Kč

Programme

Objekt geschichte

Palais Adria

Palais Adria ist ein bedeutendes Kulturdenkmal moderner Architektur. Es wurde für die italienische Versicherungsgesellschaft Riunione Adrietica di Sicurtà gebaut, die die ursprüngliche zweistöckige Residenz an dieser Stelle im Jahr 1910 kaufte. Das Palais ließ vor 100 Jahren der Bischof von Passau Leopold Leonhard Graf von Thun und Hohenstein bauen. Die bildhauerische Gestaltung war von Josef Malínský.
Die Versicherungsgesellschaft ließ das alte Palais niederreißen und in den Jahren 1923 – 1924 baute sie ein neues Palais auf einer Fläche von 2 000 m2. Das Projekt war vom Architekten Josef Zasche, die Fassaden hatten ein neues Farbkonzept vom Architekten Pavel Janák im Rondokubismus (spezifisch tschechische Richtung vom Kubismus, die mit Bogen arbeitet). Die kürzere Seite des Gebäudes ist in der Straße Národní tř., wo sich im 1. Stock eine Terrasse befindet, die längere Fassade ist in der Straße Jungmannova. Das Objekt hat ein Skelett aus Stahlbeton, das mit Ziegelmauern ausgefüllt ist, 8 oberirdische und 3 unterirdische Stockwerke. Die Fassade ist markant architektonisch gegliedert. Die oberen Stockwerke sind als monumentale Türme mit Zinne gestaltet, womit sie an italienische Renaissancepalais und gleichzeitig an Festungsobjekte erinnern. Le Courbusier bezeichnete das Palais als „ein massives Gebäude mit assyrischem Charakter“. Später ergänzte Architekt Zasche sein Projekt um einen Kinosaal im Souterrain und gestaltete die innere Disposition in eine Zentralhalle mit einer Passage. Sie besteht aus einer Halle mit einer Glasdecke und einer kreisförmigen Galerie da, wo sich die Flügel biegen. Das Interieur der Passage ist luxuriös: rosabraune Verkleidung aus österreichischem Marmor, glänzendes Messing an den Wänden, Leuchten und Kronleuchtern. Auf dem Fußboden ist ein Marmormosaik in damals gewöhnlicher Farbkombination rot-blau-weiß.

Bildhauerische Gestaltung
Im Erdgeschoss und in Mezzanin sind in den Räumen, die für kommerzielle Zwecke bestimmt sind, große mit Pfeiler abgetrennte Fenster. Die Terrasse zu Národní třída ist mit Mädchen-Marmorstatuen von Otto Gutfreund geschmückt, das Portal in der Straße Jungmannova schmücken die Marmorstatuen Matrose und Schnitterin von Karel Dvořák, die Fassade im zweiten Stock schmücken ebenfalls neoklassizistische überlebensgroße Marmorstatuen von Bohumil Kafka: Merkur, Perun, Demeter und Park. In der Mitte der Front in Národní tř. ist auf dem Sims der Fensterbrüstung die neoklassizistische Figurengruppe Adria (Seefahrt) aus Metall von Jan Štursa. Zu dieser Figurengruppe existiert keine Dokumentation, deshalb ist die richtige Benennung nicht bekannt. Die Plastik schufen im Jahr 1927 nach Štursas Modell seine Schüler. Es handelt sich wahrscheinlich um die größte galvanoplastische Skulptur in der Welt, ein technologisches Unikum. Sie wurde in einer speziellen Anstalt in Gieslingen in Deutschland hergestellt. Sie ist 5 m groß und wiegt 3 – 4 Tonnen und dennoch ist sie außergewöhnlich in ihrer Präzision.
In der Halle ist eine astronomische Uhr mit Figuren von Bohumil Kafka: Tag und Nacht, Sonne und Mond, 12 Figurengruppen des Tierkreises. Die Plastiken goss František Anýž ab.

Wer hatte hier seinen Sitz
Im Objekt waren Cafés, in den 30er Jahren ein bekanntes Konzertcafé Reunione, und Läden mit Textilwaren vom bekannten Fabrikanten Barhoň. Im Jahr 1946 verwaltete das Haus die Versicherungsanstalt Slavie, seit 1957 war hier der Filmklub, seit 1959 siedelte im Obergeschoß das Kosmetische Institut. In den Jahren 1958 – 59 wurde der Kinosaal für die Studienszene des Nationaltheaters Laterna Magika hergerichtet (Architekten František Cubr, Josef Hrubý und Zdeněk Pokorný), danach kam Otomar Krejčas Theater Za branou. Im November 1989 arbeitete hier der Hauptstab der politischen Bewegung Občanské fórum (Bürgerforum). Heute spielt im Palais Adria Karel Heřmáneks Theater Bez zábradlí.

Rekonstruktion
In den Jahren 1996 – 98 wurde das Palais gesamt rekonstruiert. Bei der Rekonstruktion wurden leider die ursprünglichen Paternosteraufzüge durch moderne ersetzt, die Decken wurden niedriger gelegt, um technische Leitungen über ihnen führen zu können, und noch weitere Rekonstruktionschritte wirken eher negativ. Mit einem Sonderverfahren wurde die Fassade renoviert und gereinigt, alle plastischen Elemente einschließlich Štursas monumentaler Figurengruppe, die im baufälligen Zustand war, wurden renoviert und restauriert. Nach der Rekonstruktion (architektonischer Projekt von Jiří Jiroutek) hat Palais Adria 5000 m2 Büroflächen, 2000 m2 Geschäftsflächen und 1500 m2 für Gaststätten. Besitzer ist die Hauptstadt Prag.

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