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Tschechischer Kubismus im stilvollen Interieur des Hauses zur Schwarzen Mutter Gottes

Das Kunstgewerbemuseum stellt seine Sammlungen in den einmaligen kubistischen Räumlichkeiten des Hauses zur Schwarzen Mutter Gottes aus, das den Exponaten eine perfekte Kulisse bietet bzw. eher ein gleichberechtigter Akteur ist. Zeitgenössische Gegenstände und Möbel sind in einem authentischen Milieu untergebracht – die Räumlichkeiten werden so zu einem Teil der Ausstellung.

Die neue Dauerausstellung Tschechischer Kubismus ist der Öffentlichkeit ab 3. Dezember 2015 zugänglich. Zu ihrem Standort ist die einmalige historische Sehenswürdigkeit – Das Haus zur Schwarzen Mutter Gottes am Obstmarkt (Ovocný trh) im Stadtzentrum. Der ursprünglich als Kaufhaus konzipierte Bau ist ein kubistisches Prachtstück. Autor ist Josef Gočár - ein Architekt, der eine prominente Stellung in der Geschichte der tschechischen Architektur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einnimmt. Obgleich er seine Fähigkeiten vor allem in der Architektur umsetzte, haben seine Möbel-, Uhr- und Lampenentwürfe in vielen Fällen den tschechischen Kubismus als eigenen Stil definiert.

Scharfe Kanten, Schnittflächen, Kristallstrukturen – typische Elemente des tschechischen Kubismus, einer in der Welt einmaligen Bewegung, die in Prag um das Jahr 1910 entstand, als eine Gruppe junger Avantgardearchitekten und Künstler die bahnbrechenden kubistischen Prinzipien der Maler Picasso und Braque in der Architektur und der angewandten Kunst applizierte. Kubismus war ursprünglich eine Richtung in der französischen Malerei, später eine Besonderheit der tschechischen Architektur. Der Stil basiert auf der Vorstellung, dass die elementare Körpergestallt ein Quader ist. Demnach ist ein mit geometrischen, vom Quader abgeleiteten, Formen komponiertes Kunstwerk wirksamer und inhaltlich reicher.

Die Ausstellung Tschechischer Kubismus stellt in zwei Stockwerken des Gebäudes einen Querschnitt durch die Epoche des tschechischen Kubismus vor, mit Schwerpunkt auf dem Interieur-Werk der Jahre 1911-1914, übergreifend auf den Anfang der 20er Jahre. Die repräsentative Auswahl bedeutender Möbelsets und Einzelmöbel von Pavel Janák, Josef Gočár, Vlastislav Hofman, Josef Chochola, Otakar Novotný und Antonín Procházka ergänzt Keramik, Metallgegenstände, ornamentale Tapetenmuster, Plakate und Gebrauchsgrafik. Die Verbindung der Ideen freier und angewandter Kunst im Kubismus liegt Gemälden von Emil Filla, Bohumil Kubišta, Josef Čapek, Václav ŠpálaOtokar Kubín und Skulpturen von Otto Gutfreund zugrunde. Die Architektur ist durch eine Projektion nahegebracht, die auf zeitgenössischen Fotografien der architektonischen Umsetzung beruht. Die Projektion ist von einer Auswahl zeitgenössischer Aufnahmen und publizierter architektonischer Entwürfe ergänzt.

Teil der Ausstellung ist auch eine aktive, auf kubistische Möbel ausgerichtete Zone. Nicht bei allen ausgestellten Objekten gilt ein „Berührungsverbot“ – so werden Sie die Möglichkeit haben auszuprobieren, wie es sich auf einem kubistischen Stuhl sitzt.

Nach dem Besuch der Exposition können Sie sich noch eine Extraportion Kubismus gönnen. Das Grand Café Orient im ersten Stock des Hauses Zur Schwarzen Mutter Gottes ist das historisch erste und einzige kubistische Café weltweit. Das renovierte Interieur im kubistischen Stil ist mit seinem verlockenden Speise- und Getränkeangebot nicht nur eine Erinnerung an den vergangenen Ruhm der Kaffeehäuser, sondern bietet ein Erlebnis für alle fünf Sinne. Lassen Sie sich den kubistischen Spritzkuchen schmecken.

 

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