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Zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum

Sie müssen nicht in Galerien oder Museen gehen, um bildende Kunst zu sehen. Prag ist schließlich selbst eine Galerie unter freiem Himmel und auf Denkmäler und Statuen stoßen Sie beinahe „an jeder Ecke“. Denken wir an die barocken Statuen und Statuengruppen auf der Karlsbrücke, die Statue des Hl. Wenzels (1912) am Wenzelsplatz, das monumentale Denkmal für Meister Jan Hus (1915) am Altstädter Ring sowie die Reiterstatue von Jan Žižka (1950) am Vítkov.

  • David Černý: Franz Kafka, Foto:PCT
  • Skulpturengarten des Agnesklosters, Foto: PCT
  • Foto: PCT

Wir möchten Sie auf einige interessante zeitgenössische Objekte aufmerksam machen: Denkmal für die Opfer des Kommunismus – am Fuße des Petřín-Hügels mit Aussicht aus der Vítězná Straße befindet sich eines der ungewöhnlichsten Denkmäler Prags vom Bildhauer Olbram Zoubek. Das Denkmal wird von einer sich verengenden Treppe gebildet, auf der hintereinander sieben männliche Bronzefiguren schreiten. Die erste Statue ist ganz, jede folgende verliert allerdings ein Stück Körper. Der Bildhauer drückt damit das sich steigernde Leiden der politischen Gefangenen in den 50er Jahren in der kommunistischen Tschechoslowakei aus. Das Prager Metronom in Letná (Vratislav Novák), auch Zeitmaschine genannt, nimmt auf dem Prager Stadtplan einen symbolischen Platz ein. Genau hier erhob sich einst das gigantische Denkmal J. V. Stalins gen Himmel, das im Jahre 1962 (mit Dynamit) entfernt wurde. Das Metronom symbolisiert den unaufhaltbaren Fluss der Zeit und warnt mit seiner Platzierung auch vor einer Wiederholung der Tragödien der Vergangenheit. Vom Metronom aus ergibt sich ein fesselnder Ausblick auf die Altstadt sowie die Moldau mit ihren Brücken. Václav-Havel-Bank (Bořek Šípek) – zwei Stühle und ein Tisch rund um den Stamm einer Linde am Maltézské náměstí / Platz sind dem ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel gewidmet. Der Platz ist nicht nur zum Entspannen gedacht, sondern auch zum Gedenken an diesen bedeutenden Mann der tschechischen und internationalen Geschichte. Ähnliche Bänke befinden sich auch in Washington und Dublin. Reiterstatue Jaroslav Hašek in Žižkov (Karel Nepraš) – im Jahr 2005 tauchte ein interessantes und originelles Werk in Žižkov auf. Ein auf einem steinernen Pyramidensockel stehendes Pferd umgeben von einem Zapftisch trägt einen Sockel mit der Büste des Schriftstellers auf seinem Rücken. Statue Franz Kafkas in der Dušní Straße (Jaroslav Róna) – es handelt sich um eine aus zwei Körpern gebildete Statuengruppe – die mächtige untere Figur stellt nur einen leeren Herrenanzug (Sakko und Hose) dar, der auf den Schultern die Gestalt Franz Kafkas selbst trägt. Das Denkmal wurde von Kafkas Novelle Beschreibung eines Kampfes inspiriert. Der Skulpturengarten des Agnesklosters / klášter sv. Anežky České belebt das vor kurzem revitalisierte Klosterareal mit Statuen zeitgenössischer tschechischer Künstler, z.B. Jaroslav Róna, Stefan Milkov, Stanislav Kolíbal sowie den Kunstobjekten František Skálas. Der Eintritt ist gratis. Lennonmauer – eine bunt bemalte Mauer, die die Grabstätte des legendären „Käfers“ und den friedliebenden Widerstand gegen Gewalt auf der ganzen Welt symbolisiert. Sie entstand unmittelbar nach Lennons Tod Ende 1980, als die Menschen spontan begannen, die Mauer mit Graffiti, das an sein Leben und seine Gedanken erinnert, zu bemalen, Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden. Bis heute wird dieser Ort mit neuen Texten und Malereien verändert, das ursprüngliche Bild mit dem Portrait von John Lennon ist allerdings schon unter den Farbschichten verloren.

 

 

Prag: Kultur

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