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Prager Burg – Ballsaal (Míčovna)

Der Renaissance-Bau an der südlichen Seite des Königsgartens, genau oberhalb des Hangs des Hirschgrabens, entstand in den Jahren 1567–1569. Er diente für Ballspiele, später als Reithalle und Pferdestall. Zu Zeiten Josef II wurde er zu einem Militärlager. Heute wird er vor allem für Ausstellungen bildender Kunst, für Konzerte und bedeutende, gesellschaftliche Ereignisse verwendet.

Prager Burg – Ballsaal (Míčovna), Pražský hrad, Praha 1 - Hradčany, 119 08
Web: http://www.kulturanahrade.cz, e-mail: info@hrad.cz
tel.: +420224372434, +420224372415

Nur zu Ausstellungszeiten geöffnet, der Eintrittspreis variiert je nach Art und Umfang der Ausstellung.

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Objekt geschichte

Ballhaus – Prager Burg

Die Architekten Bonifatius Wohlmuth und Ulrich Aostalis erbauten es in den Jahren 1567 - 1569 am Rande des Unterteils des Hirschgrabens. Das Gebäude mit Abmessungen 68 und 13 m war das echte Prachtstück der Hochrenaissancearchitektur. Zwischen zehn ionischen Halbsäulen waren bis zur Höhe von 14 m Sgraffiti platziert - die Personifizierung der vier Elemente (Erde, Luft, Feuer und Wasser), der sieben Haupttugenden (Voraussicht, Mäßigkeit, Barmherzigkeit, Hoffnung, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Treue) und der acht freien Kunstzweige (Theologie, Astronomie, Geometrie, Musik, Arithmetik, Rhetorik, Dialektik und Grammatik). In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden sie durch das Symbol des Fünfjahresplans mit Sichel und Hammer als Versinnbildlichung der sozialistischen Industrie und Landwirtschaft vervollständigt (kurioserweise das einzige erhaltene Element des sozialistischen Realismus im Gelände der Prager Burg).

Zum Zeitpunkt seiner Entstehung war das Ballhaus bereits der dritte zu den damals sehr beliebten Ballspielen bestimmte Bau der Prager Burg. Es wurden Ringspiele mit 10 - 12 Spielern gespielt, wo der Ball mit einem Holzschläger oder einem ausgezogenen Schuh abgespielt wurde, oder wurde ein harter Lederball mit einem Schläger in Richtung zum Gegenspieler abgewendet, der ihn im Flug irgendwie abwehren oder festhalten sollte.

1723 wurde das Ballhaus zum Pferdestall umgebaut, unter Joseph II. zum Militärlager umgewandelt. Am 9. Mai 1945 wurde es bei einer Schießerei getroffen und brannte nieder, nur die Außenwände blieben übrig. Nach dem Krieg wurde es durch Pavel Janák erneut erbaut, die ursprünglich offenen Bögen wurden verglast. Die Sgraffiti wurden 1952 vom Bildhauer Prof. Josef Wagner restauriert, der ihnen nur die Lebensdauer verlängerte, und in den Jahren 1971 - 1973 dann durch die Genossenschaft Štuko erneut. Diesmal wurde eine restauratorisch anspruchsvolle und schwierige Vorgehensweise gewählt, die zuerst den Putz befestigen sollte, der sich nach einer bloßen Berührung runterschüttete. Dann arbeiteten die akademischen Bildhauer Miroslav Kolář und Dušan Kříčka zwei Jahre lang an der eigentlichen Restaurierung von Sgraffiti.

Die vor dem Ballhaus platzierte Statuengruppe „die Nacht“ aus dem Jahr 1734 von Matthias Bernd Braun hatte ihren Gegenteil Namens „der Tag“, der während der preußischen Belagerung im Jahre 1757 vernichtet wurde. Das Wahrzeichen des Platzes vor dem Ballhaus ist der Herkules-Brunnen. In der Barocknische ist nach dem Entwurf des Architekten Francesco Carratti die gegen einen Drachen kämpfende Herkules-Statue von Johann Georg Bendl aus dem Jahr 1670.

Das Ballhaus dient heute zu Konzert-, Ausstellungs- und Gesellschaftszwecken.

Die Prager Burg ist ein Volkskulturdenkmal seit 1962.

 

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