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Parks auf dem Berg Petřín (Petřínské sady)

Der Laurenziberg gehört zu den weitläufigsten städtischen Grünflächen und seine Hänge sind Oasen der Ruhe inmitten des Zentrums von Prag. Bezaubernd sind insbesondere der Rosengarten, das sogenannte Rosarium, auf der obersten Laurenziberg-Ebene und der Kinsky-Garten oder Seminargarten mit seinen mehr als 2 100 Oberbäumen.

Parks auf dem Berg Petřín (Petřínské sady), Praha 1 - Malá Strana / Hradčany, 110 00

Objekt geschichte

Der Hügel Petřín, der sich oberhalb der Moldau zwischen der Kleinseite und Strahov erstreckt, gehört zu den größten Grünflächen Prags. Die Seehöhe erreicht 320 – 328 m. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1108, als hier auf der ehemaligen Richtstätte die letzten Vršovci hingerichtet waren. Damals war hier ein tiefer Wald, der bis zum Weißen Berg reichte. Die Benennung Petřín wurde erst im 17. Jahrhundert benutzt und ist möglicherweise vom lateinischen Wort petrus (Felsen) abgeleitet. Der ursprüngliche Name war deutsch – Laurenzberg – nach der Laurentiuskapelle, die hier im 10. Jahrhundert gebaut wurde. Im Mittelalter begann der Wald Weingärten und bewirtschafteten Flächen zurückzutreten. Im 14. Jahrhundert ließ hier Karl IV. die Hungermauer bauen. Sie ist 1178 m lang und 7,5 – 8 m hoch, durchschnittliche Breite beträgt 170 cm. Eine Erklärung der Benennung ist, dass der Kaiser der hungernden Bevölkerung Arbeit in Zeit der Missernte verschaffen wollte. Aber vermutlich ging es darum, dass die Kleinseite eine neue Befestigung bekommen sollte. Seit 1980 verlaufen in Etappen umfangreiche Renovierungen der beträchtlich beschädigten Mauer, um ihr ihr ursprüngliches Aussehen zurückzugeben. Die romantische Zitadelle aus dem vorletzten Jahrhundert dient wieder ihrem Zweck. Aus dem Hügel entspringen zahlreiche Quellen, es wurde hier ein System von Stollen aufgebaut, die das Wasser zum Kloster Strahov auf Pohořelec und zur Kleinseite führten. Die Stollen wurden mehrmals rekonstruiert. Im Jahr 1965 verursachte das Wasser, das den Hügel immer wieder unterhöhlte, sogar einen Einsturz der Gleise der Seilbahn und weitere Schäden. Nach der Rekonstruktion und Fertigbau der Stollen wird das Wasser von den Quellen durch 17 Stollen in die Moldau geführt. Während der Jahrhunderte wurde der Hügel Petřín in einige Gärten geteilt, die überwiegend in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts kultiviert waren. Am größten ist die Parkanlage Kinského sady, die außerhalb der Befestigung liegt und so eine selbständige Einheit bildet.

Die einzelnen Gärten auf Petřín sind: Lobkowitz-Garten, Nebozízek, Rosengarten, Park am Aussichtsturm und Seminargarten.

Lobkowitz-Garten mit Terrassen ist der älteste, gehört zum Lobkowitz Palais, wo sich die deutsche Botschaft befindet, und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nebozízek-Garten befindet sich zwischen Újezd, der Hungermauer und der Seilbahn. Er erstreckt sich vom Fuß des Hügels bis zum Gipfel zur oberen Station der Seilbahn. Seine Fläche beträgt 8 ha. Der Name ist vom Namen eines Weingartens abgeleitet, der schon im 15. Jahrhundert Nebozez hieß. Späteren Obstgarten kaufte die Prager Gemeinde, sie richtete ihn nach dem Projekt vom Architekten Jiří Braula her, und öffnete ihn für die Öffentlichkeit im Jahr 1842. Zu einer weitläufigen Parkanlage wurde der Garten nach dem Plan des Gartenarchitekten František Thomayer verwandelt. Es geschah anlässlich der Prager Jubiläumsausstellung und des Ausbaus der Seilbahn im Jahr 1891. Ende 19. Jahrhunderts wurde im unteren Teil ein Gebäude für die Turnbewegung Sokol gebaut. Im 20. Jahrhundert wurde die Parkanlage um so genannten Georginen-Garten erweitert, der an Stelle der einstigen Kaserne (Jan Neruda ist hier geboren) im Újezd entstand. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das klassizistische und später neuzeitlich umgebaute Restaurant Nebozízek rekonstruiert und dabei wurde auch die umliegende Parkanlage von den Gartenarchitekten Zdeněk Sendler und Václav Babka hergerichtet.

Von der bildhauerischen Ausschmückung ist am bekanntesten das Denkmal des Dichters Karel Hynek Mácha, entworfen von Josef Václav Myslbek und realisiert im Jahr 1911 von Antonín Balšánek. Auf dem Weg bergauf steht das Denkmal des Komponisten Vítězslav Novák von Josef Gočár und Jan Kodet aus dem Jahr 1950. Im oberen Teil der Parkanlage befindet sich das Denkmal aus Marmor und Granit des tschechischen Patrioten und Gönner Vojta Náprstek. Es wurde im Jahr 1896 gebaut, in dem Jahr wäre er 70 Jahre geworden. Der Text an dem Denkmal lautet: „Im Andenken an die Bewirtung, die Vojta Náprtsek in den Jahren 1865 – 1883 der Prager Schuljugend anbot.“ Das Denkmal entwarf Josef Fanta und die Initiative kam vom Amerikanischen Klub tschechischer Damen, der im Haus U Halánků wirkte, vor allem von Žofie Podlipská. Im oberen Teil der Parkanlage befinden sich Sandsteinfelsen und einige Aussichten auf die Stadt.

Der Rosengarten oder Rosarium (5,6 ha) erstreckt sich auf dem Hügelplateau und ist von der Hungermauer (1360 – 1362) und der barocken Befestigung der Stadt aus dem 17. – 18. Jahrhundert (Projekt Innocent Conti) umgrenzt. Das Rosarium entstand in den Jahren 1932 – 34 als der jüngste Garten auf Petřín an Stelle einstiger Militärgrundstücke nach dem Projekt vom Architekten J. Kumpán. Der Rosengarten hat drei Teile: Rosarium in der Form eines offenen Fächers, rundes Rosarium und Parterreanlage mit Hainbuchehecken. Den Park ziert die Figurengruppe Verstand und Gefühl von Ladislav Šaloun. In den Jahren 1935 – 37 entstand auf der Bastei Nr. 4 auf der anderen Seite der Mauer so genannter
Blumengarten (Květnice) – Staudengarten vom Architekten Z. Profous. Es handelt sich um eine Aufschüttung (1600 m2), die mit über 3 000 Stauden und Zwiebelpflanzen bepflanzt ist. In der Mitte ist ein kleiner See mit den Statuen Wassermann und Nixe vom akademischen Bildhauer Vilém Amort.

Um den Aussichtsturm Petřín herum zwischen dem Großen Strahov-Garten, dem Lobkowitz-Garten, dem Seminar-Garten und dem Rosengarten liegt der Park Am Aussichtsturm, seine Fläche beträgt 2,5 ha. Den Park ließ der Burgvogt Graf Karel Chotek nach 1836 nach dem Entwurf von Jiří Braula herrichten. In den Jahren 1933 – 1937 wurde der Park mit dem Seminar-Garten verbunden. Die Mauer um den Strahov-Garten wurde erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts abgerissen. Den Mittelpunkt des Parks bildet heute der Aussichtsturm Petřín, der anlässlich der Jubiläumsausstellung im Jahr 1891 gebaut wurde. Früher war es ein Wallfahrtsort an der ursprünglich romanischen, später gotischen Laurentiuskapelle. In der Barockzeit wurde hier nach dem Plan von Johann Ignaz Palliardi die Laurentiuskirche (heute altkatholische), die Heiligengrabkapelle (1737), die Kalvarienbergkapelle (1735) und 14 Stationen des Kreuzweges erbaut. Die Stationen wurden im Jahr 1836 nach dem Entwurf von Josef Kranner und mit Bildern von Josef Führich neu gestaltet. In den 90er Jahren wurden die Malereien in den Kapellen und Sgraffiti an der Front der Kalvarienbergkapelle von Mikoláš Aleš restauriert. Seit 1891 steht neben dem Aussichtsturm das Spiegellabyrinth im ehemaligen Pavillon des tschechischen Touristenklubs von der Jubiläumsausstellung, mit Dioramagemälde Prager kämpfen mit Schweden auf der Karlsbrücke. Der Kreuzweg führt in den Strahov-Garten.

Seminar-Garten (früher Griespek-Garten) wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Klostergarten des Ordens Karmeliten bei der Kirche Maria vom Siege. Sie haben auch kleine Höhlen in die Sandsteinfelsen im obersten Teil gehauen. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1784 wurde der Garten in einen Garten des Erzbischöflichen Seminars (damals in Klementinum) umgewandelt. In den Jahren 1912 – 1914 wurden viele Obstbäume gepflanzt, den Plan der Renovierung führte Svatopluk Mocker durch. Im Jahr 1927 kaufte den Garten die Prager Gemeinde, die Mauern wurden niedergerissen und am 1. 5. 1930 wurde der Garten für die Öffentlichkeit geöffnet. Im Seminar-Garten wachsen etwa 2 100 Obstbäume und 150 Zwergbäume. Ein Birnenbaum habe Jan Neruda erlebt, der unweit in den aufgelösten Kasernen in Újezd geboren wurde. Deshalb steht im unteren Teil des Gartens unweit der Seilbahn sein Bronzedenkmal aus dem Jahr 1970 von Jan Simota. In der Nähe ist eine Bronzefontäne mit Jungenfigur.

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